Wednesday, May 20, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Mit Pocket House bietet Simone Rongitsch ein mobiles Haus. Über eine App ist man 24/7 verbunden und hat von überall Zugriff. Aus der Serie »Frauen in der
Bauwirtschaft«.

Bild: »Zu 99 Prozent erfolgt die digitale Gebäudeorganisation durch die Kunden via Smartphone und App«, informiert Simone Rongitsch über den Zugang zu Pocket House.

Gebäude haben heute sehr viele Aufgaben, bieten neue Infrastrukturen wie Gemeinschaftsräume, Carsharing, Paketboxen und E-Tankstellen. »Ich bin gelernte Raumplanerin, war lange in der Stadtplanung und der Projektentwicklung tätig«, hält Simone Rongitsch fest. So ist sie auf die Idee gekommen, eine App für die digitale Gebäudeorganisation zu kreieren, mit der alles auf einen Klick funktioniert. »Sonst bräuchte der User für die verschiedenen Leistungen acht bis zwölf Apps.«

2018 hat die 40-Jährige Pocket House gegründet. »Abseits der klassischen Geschäftsführungs- und Personalagenden bin ich für die Weiterentwicklung und den Vertrieb der Produkte zuständig, für Planung und Design. Ich bin Schnittstelle zwischen Kund*innen und dem IT-Team.« Pocket House gibt es mit den Apps Pocket House, Pocket Office, Pocket Quarter und zahlreichen weiteren Assetklassen.

Als abgeschlossene Wohn-Projekte nennt sie u. a. kiubo und die Danube Flats, in Betrieb sind auch schon das Althan- und das Leopoldquartier. Stolz verweist sie auch auf das erste Großprojekt in München. »Hier arbeiten wir in der Quartiersentwicklung mit, digitalisieren aber auch auf Gebäudeebene.« Neben ihrer Tätigkeit bei Pocket House ist Rongitsch bei der KARLS.concept. Agentur aktiv. Ihre Rolle als externe Lehrbeauftragte an der TU Wien ruht derzeit aus Zeitgründen. »Ich bin aber mit ihr vernetzt, weil ich in der Österreichischen Gesellschaft für Raumplanung im Vorstand sitze.«

Schritte ins Pocket House
»Meine Mutter kommt aus der Vermessungstechnik, sie hat immer große ausgedruckte Katasterpläne heimgebracht. Meine Schwester und ich haben diese dann ausgemalt, ich habe Häuser und Straßen dazu gezeichnet. Bereits als Kind habe ich Gemeinden verdichtet«, schmunzelt sie. Ihre Herkunft, Simone Rongitsch wuchs in Halbturn im Burgenland auf, sieht sie als großen Vorteil. »Es braucht für unser Business viel Netzwerk. Ich habe ein offenes Wesen, kann mit jedem reden, für Projekte und Ideen begeistern.« Man brauche neben Glück auch Geduld, eine Eigenschaft, die sie vor allem bei Frauen sieht. Der Frauenanteil bei Pocket House liegt bei knapp 60 Prozent.

Arbeit als Hobby
Geduld und Durchsetzungsgabe hat Simone Rongitsch schon während ihrer Ausbildung bewiesen. Im Zuge des Studiums der Raumplanung und Raumordnung an der TU Wien hat sie mehrere Semester an der Universidad de Buenos Aires und am EHU, Euskal Herriko Unibertsitatea, in Spanien absolviert. Mit dem positiven Abschluss entschied sie sich für die Selbständigkeit. »Nach eineinhalb Jahren in Buenos Aires habe ich mir gedacht, was kann Schlimmeres passieren?«

Heute vermischt die Planerin sehr oft beruflich und privat. »Im Freundeskreis sind viele Planer und Innovationsmanager. Eine Netzwerkveranstaltung am Abend ist für mich so, als ob ich eine Dokumentation im Fernsehen sehe«, lacht sie. Rongitsch liebt es auch zu reisen. »Für mich ist es immer das Schönste, in ein Land zu fahren und mich in der Landessprache zu unterhalten«, verweist sie auf ihre Sprachkenntnisse in Englisch, Spanisch und Französisch. »Reisen bedeutet, andere Städte und andere Kulturen zu erleben. Man bleibt nicht in seiner Wiener Bubble.« Außerdem designt sie Webseiten, aber auch Weinetiketten. Für Freunde richtet sie Wohnungen ein. »Pocket House ist sehr techniklastig und mit meinen Hobbys geht die Kreativität nicht verloren.«

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