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Architektin des Wandels
Bernadette Luger ist Leiterin der Stabsstelle Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit im Bauwesen in der Stadtbaudirektion der Stadt Wien. Zentraler Faktor für sie ist, auf Wechselwirkung aufzubauen.
Wenn sie von Architektur spricht, bezieht sie sich nicht nur auf gestalterische Aspekte. Es geht Bernadette Luger um mehr – um das Zusammenspiel von Menschen, Systemen und den vielfältigen Anforderungen an Städte und darum, wie Ressourcenschonung zur Selbstverständlichkeit werden kann. »Mich hat immer fasziniert, dass man etwas entwirft und es dann unmittelbar genutzt wird«, sagt sie und lächelt bei der Erinnerung an das Bauen von Baumhäusern als Kind. Zunächst hat die gebürtige Freistädterin ein humanistisches Gymnasium besucht und sich für Tanz, Sprachen und Theater interessiert. Zwischen Schule und Studium verbrachte sie ein Jahr in London, wo sie in der Gastronomie arbeitete. Die Erfahrung, unter Druck und in einem internationalen Umfeld mit vielen Menschen zu arbeiten, war prägend: »Ich habe dort enorm viel gelernt – über Teamarbeit, Belastbarkeit und Kommunikation.« Im Architekturstudium, das sie an der TU Wien und TU Delft absolvierte, sah sie die Chance, ihre Interessen umzusetzen: »Ideen entwickeln, mit anderen gestalten, Theorie in die Praxis übersetzen.«
Nach einigen Jahren in Architekturbüros wuchs das Interesse, über die Gebäudeebene hinauszublicken. Die logische Konsequenz war ein berufsbegleitender Master in »Integrativer Stadtentwicklung«. Mit diesem zusätzlichen Know-how wechselte sie zunächst vom Architekturbüro zu Urban Innovation Vienna, wo sie sich mit Nachhaltigkeit und Innovation, Strategieentwicklung und urbanen Zukunftsfragen beschäftigte und dabei die Verbindungslinien zwischen den Themen Architektur, Stadtentwicklung und Kreislaufwirtschaft weiter vertiefte. Heute mit 40 Jahren leitet sie die Stabsstelle Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit im Bauwesen in der Stadtbaudirektion der Stadt Wien. In dieser Funktion verantwortet sie auch das Programm »DoTank Circular City Wien 2020–2030«, mit dem die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen in konkrete Maßnahmen übersetzt werden. Darüber hinaus ist sie Mitglied im Grundstücksbeirat des wohnfonds_wien sowie der Kommission zur Bewertung der Nachhaltigkeit in der geförderten Sanierung, ebenfalls wohnfonds_wien. Abseits ihres beruflichen Engagements sucht sie u. a. Ausgleich beim Wellenreiten, das sie während ihrer Zeit in Portugal entdeckte.
Integrative Stadtentwicklung
»Es gilt, Bewusstsein für zirkuläres Bauen und gesamtheitliche Nachhaltigkeit zu schaffen, daraus konkrete Vorgaben abzuleiten und sie in die bestehenden Prozesse zu integrieren«, betont sie. Austausch mit anderen Städten – etwa in EU-Projekten oder bilateralen Kooperationen – ist für sie ein zentraler Teil der Arbeit. »Es gilt, von einander zu lernen, dabei aber die spezifischen Rahmenbedingungen Wiens stets mitzudenken«, betont Luger. Hier hilft der Architektin ihre Weltoffenheit – sie hat bereits in Portugal, London und den Niederlanden gelebt und gearbeitet. »Es ist bereichernd zu sehen, wie viele engagierte Menschen in diesem Bereich aktiv sind«, sagt Luger. Auf die Frage, ob in technischen Feldern wie Kreislaufwirtschaft viele Frauen unterwegs sind, antwortet die gebürtige Freistädterin ohne zu zögern: »Ja, ich arbeite mit vielen engagierten, starken Frauen zusammen.« Diese kollektive Energie und das Zusammenspiel im Team machen für sie den Reiz und die Kraft ihrer Arbeit aus.
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