Sonntag, Oktober 18, 2026

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Bau | Immobilien

Kreislauf statt Deponie – so lautet das Motto beim Wiener U-Bahn-Ausbau. Im Rahmen eines Pilotprojekts wird das Aushubmaterial der U2-Verlängerung für die Herstellung von hochwertigen Ziegeln verwendet. Das Ergebnis: 2,8 Millionen »U-Bahn-Ziegel«, genug für rund 1.000 Einfamilienhäuser.

2,8 Millionen »U-Bahn-Ziegel«

»In unserer Kreislaufwirtschaftsstrategie spielt der Baubereich eine zentrale Rolle: Der Umgang mit Bodenaushub, wie er bei diesem Pilotprojekt umgesetzt wird, ist ein großartiges Beispiel für einen nachhaltigen Einsatz von Ressourcen«, betont Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Das Pilotprojekt zeige, wie urbane Kreislaufwirtschaft funktionieren kann.

Das Projekt
Das Aushubmaterial aus dem Ausbau der Wiener U Bahn, konkret aus der Verlängerung der U2 bis zum Matzleinsdorfer Platz, wird nicht deponiert, sondern als wertvoller Rohstoff genutzt: Bisher wurden 35.000 Kubikmeter Erdmaterial, also hochwertiger Wiener Ton, von der Tunnelvortriebsmaschine »Debohra« ausgegraben und von den Wiener Linien an Wienerberger übergeben. Weiteres Aushubmaterial folgt sukzessive. Der im Erdaushub enthaltene Ton bildet die Basis für die Ziegel »sourced in Vienna«.
Seit März läuft die Produktion in den Wienerberger-Ziegelwerken auf Hochtouren und das Ergebnis lautet: 2,8 Millionen Ziegel aus dem U-Bahn-Aushub. Das ist genug für rund 1.000 Einfamilienhäuser Das qualitativ hochwertige Material wird zentral über den Matzleinsdorfer Platz ausgehoben und von der PORR-Tochter Koller Transporte-Kies-Erdbau GmbH zu den beiden Wienerberger Ziegelwerken Hennersdorf bei Wien und Göllersdorf (NÖ) transportiert und dort wie herkömmlicher Ton zu Ziegeln weiterverarbeitet. Die Ziegel entsprechen höchsten Qualitätsstandards und sind mit klassischen Ziegeln aus bestehenden Tongruben vergleichbar. »Ohne Abstriche bei Statik, Dämmung oder Schallschutz«, erklärt Johann Marchner, Country Managing Director von Wienerberger Österreich, weshalb er aus Sicht von Wienerberger auch gar nicht von einem Pilotprojekt reden will. »Diese Ziegel sind ein ganz normales Produkt für den Markt. Sie erfüllen dieselben Qualitätsstandards wie alle unsere Ziegel und können genauso für Wohn- und Objektbauten eingesetzt werden.«

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Bild: Ungebrannter Ziegel (»Grünling«) aus dem U-Bahn-Aushub. Quelle: APA-Fotoservice Schedl

Auf Ziegel gebaut
Der Ziegel ist seit Jahrhunderten ein zentraler Baustoff von Wien. Viele der prägenden Gebäude sind aus Ziegel gebaut, u. a. das Parlament, Börse, Nationalbank, Karl-Marx-Hof. »Jetzt gibt es die Chance, diese Geschichte weiterzuschreiben: mit dem Ton, der direkt aus dem Ausbau der Wiener U-Bahn stammt«, so Marchner.

Hintergrund: Der Öffi-Ausbau U2xU5 gilt als eines der größten Klimaschutz- und Infrastrukturprojekte Wiens und als wichtiger Impulsgeber der heimischen Bauwirtschaft. Mit 12 neuen U-Bahn-Stationen, sechs neuen Öffi-Knoten und 11 Kilometern zusätzlicher Strecke soll das Wiener U-Bahn-Netz noch leistungsfähiger und attraktiver werden. U2xU5 bietet Platz für bis zu 300 Millionen zusätzliche Fahrgäste pro Jahr und bringt ein jährliches CO2-Einsparungspotenzial von bis zu 75.000 Tonnen.

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