Monday, March 30, 2026

Mehrwert für Manager

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Bei der Fachkonferenz Confare CIOSUMMIT wurden Führungskräfte ausgezeichnet, die zentrale Systeme, Plattformen und Organisationen weiterentwickeln – in einem globalen Versicherungskonzern, in einem Medienhaus, im Mobilitätsbereich und im Österreichischen Parlament.

(Bild: Valerie Maltseva)

Der "Confare CIOAWARD" wurde in diesem Jahr zum 19. Mal verliehen. Er ist die wichtigste Auszeichnung für CIOs und IT-Führungskräfte in Österreich. Die diesjährigen Preisträger stehen für unterschiedliche Ausgangssituationen und Aufgaben: die Modernisierung eines globalen Versicherungskernsystems im laufenden Betrieb, die Neuausrichtung eines Medienhauses nach dem Wegfall eines zentralen Geschäftsmodells, die Weiterentwicklung einer europaweiten Mobilitätsplattform sowie der Ausbau der IT einer staatlichen Institution mit hohen Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit.

„Der CIOAward richtet den Fokus auf Führungskräfte, die Systeme und Organisationen verantworten, die für den Betrieb ihrer Unternehmen und Institutionen zentral sind“, sagt Michael Ghezzo, Gründer von Confare. „Ihre Entscheidungen wirken weit über die IT hinaus – sie beeinflussen Prozesse, Geschäftsmodelle und die Leistungsfähigkeit von Organisationen.“

Barbara Klinka-Ghezzo, Geschäftsführerin von Confare, ergänzt: „Die ausgezeichneten CIOs arbeiten in sehr unterschiedlichen Umfeldern. Gemeinsam ist ihnen die Verantwortung für Organisation, Technologie und Zusammenarbeit mit den Fachbereichen. Damit prägen sie, wie Veränderung in Unternehmen und Institutionen umgesetzt wird.“

Der Award in der Kategorie Enterprise geht an Thomas Baach von Allianz Technology. Er verantwortet die Modernisierung des Allianz Business Systems, das rund 60 Prozent der Versicherungsverträge weltweit abbildet. Im Programm Business Master Platform wird die bestehende Architektur schrittweise durch eine Microservices-basierte Plattform ersetzt. „Wir haben begonnen, das Hotel zu renovieren, während es vollständig ausgebucht war,“ beschreibt Thomas Baach die Herausforderung dieser umfassenden Transformation.

Denn die Umsetzung erfolgt parallel zum laufenden Versicherungsbetrieb. Neue Rollout-Frameworks ermöglichen es dabei, mehrere Transformationsprogramme gleichzeitig umzusetzen. „Diese Auszeichnung steht für die Leistung eines gemeinsamen Teams aus Business und IT“, sagt Thomas Baach. „Die Transformation war nur möglich, weil viele Menschen über Jahre hinweg konsequent an diesem Ziel gearbeitet haben.“

Die zweite CIO-Auszeichnung geht an Martin Mair, CIO der Wiener Zeitung. Nach dem Wegfall des Amtsblatt-Geschäfts musste das Unternehmen sein Geschäftsmodell neu aufstellen. Unter seiner Führung wurde die IT der Wiener Zeitung strategisch neu ausgerichtet und um digitale Angebote, neue Formate und zusätzliche Erlösmodelle erweitert. Die Transformation betraf Organisation, Kompetenzen und Arbeitsweisen gleichermaßen. „Diese Auszeichnung ist vor allem eine Anerkennung für das gesamte Team“, sagt Martin Mair. „Sie zeigt, dass auch kleinere Organisationen umfassende Veränderungen umsetzen können.“

Martin Seiser wurde zum "Confare TopCIO des Jahres" gekürt. „IT ist geschäftskritisch geworden und längst viel mehr als eine Kostenstelle. Die Confare-Bühne und die Vergabe des CIOAward machen sichtbar, wie IT Wert schafft und helfen, sie langfristig als Partner für Innovation zu etablieren“, sagt Martin Seiser, Group CIO der ÖBB. Die IT der ÖBB bildet die Grundlage für eine riesige Mobilitäts- und Logistikplattform. Sie verbindet Zugbetrieb, Fahrgastinformation, Ticketing, Infrastruktursteuerung und internationalen Güterverkehr. Damit ist sie ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Mobilitätsinfrastruktur. Unter der Verantwortung von Martin Seiser wird diese Systemlandschaft schrittweise weiterentwickelt. Änderungen müssen so umgesetzt werden, dass der laufende Betrieb jederzeit stabil bleibt.

Als Top-CIO des Jahres wurde auch Peter Reichstädter, CIO des Österreichischen Parlaments, ausgezeichnet. Er hat die IT des Parlaments im Zuge der Generalsanierung des Gebäudes und während des laufenden parlamentarischen Betriebs weiterentwickelt. Neue digitale Services unterstützen heute Abgeordnete, Mitarbeitende und Öffentlichkeit. Dazu zählen Anwendungen wie die „Mein Parlament“-App sowie Systeme zur Bereitstellung und Verarbeitung parlamentarischer Inhalte. Die IT trägt damit direkt zur Arbeitsfähigkeit parlamentarischer Prozesse bei. Zudem engagiert sich Peter Reichstädter in europäischen und internationalen Netzwerken zu Themen wie digitaler Souveränität, Cyberresilienz und künstlicher Intelligenz im parlamentarischen Kontext. „Der Austausch mit anderen CIOs und das Feedback der Jury hilft, eigene Ansätze weiterzuentwickeln“, sagt Peter Reichstädter.

Mit dem "Confare Lifetime Achievement Award" wurde Hermann Sikora, langjähriger Geschäftsführer der Raiffeisen Software ausgezeichnet. Gewürdigt wurde sein Beitrag zur Digitalisierung im Raiffeisen-Konzern sowie sein Engagement für digitale Bildung und die Weiterentwicklung der CIO-Community in Österreich.

Die Gewinner werden von einer unabhängigen Jury aus Wirtschaft, Forschung und IT ausgewählt. Den Vorsitz führt Ali Aram, Partner bei EY. Weitere Mitglieder sind Martina Gaisch, Isabella Mader, Stephan Alexander Taborsky sowie die Vorjahrespreisträger Horst Ulrich Mooshandl und Astrid Zöchling.

 „Die Bandbreite der Einreichungen war in diesem Jahr besonders groß – von umfassenden Transformationen über neue Geschäftsmodelle bis hin zu Restrukturierungen unter wirtschaftlichem Druck“, sagt Ali Aram. „In vielen Fällen übernimmt die IT dabei eine doppelte Rolle: Sie treibt Innovation voran und stellt gleichzeitig Stabilität und Betrieb sicher.“ Ein zentrales Thema in den Einreichungen waren zudem steigende Anforderungen durch Cyberrisiken und Regulierung. „Diese Aufgaben werden in den Unternehmen maßgeblich von der IT getragen. Das zeigt, welche Verantwortung CIOs heute übernehmen – fachlich, organisatorisch und in der Führung ihrer Teams.“

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