Donnerstag, Mai 26, 2022

Gewaltiges Vorhaben

Mitte Dezember hat die Europäische Kommission ihren Vorschlag für ein neues Gasmarktdesign vorgelegt, um die dringend notwendigen Regelungen für erneuerbare und kohlenstoffarme Gase zu schaffen. Das Gaspaket ist ein wichtiger Schritt auch für den Markthochlauf des für die Energiewende zentralen Energieträgers Wasserstoff. Das umfassende Gesetzespaket wird von der Branche als Meilenstein auf dem Weg zu einem klimaneutralen Europa gesehen – und es wird seit Langem gefordert.

Während in Österreich heuer mit dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz die Weichen im Strombereich für den Ausbau der Erneuerbaren und für gemeinschaftliche Marktmodelle gestellt wurden, standen der versammelten Gaswirtschaft bis dato mehr oder weniger die Fragezeichen auf die Köpfe geschrieben. Man weiß um die Notwendigkeit, das Gassystem umstellen zu müssen, bekundet offen auch die Bereitschaft dazu – allein das »Wie« war bislang völlig unklar. Denn die Wärmewende wird viel Geld benötigen – es sind Investitionen in die Netze und vor allem in neue Erzeugungstechnologien und entsprechende Anlagen. Die Kosten sind es freilich wert, gestemmt zu werden, doch braucht es Investitionssicherheit und Zugeständnisse auch der Politik.

Mit den Gesetzesvorschlägen sind nun nationale Regulierungsrahmen für die Integration von erneuerbaren Gasen möglich. »Mit der Verordnung zur Reduktion der Methanemissionen wird die Grundlage für eine objektive Messung, Überwachung und Verringerung der klimaschädlichen Emissionen gelegt«, heißt es dazu beim Regulator E-Control. Und Österreich müsse jetzt mit einem Rechtsrahmen für die Erzeugung von Wasserstoff und grünem Gas rasch nachziehen, fordert die Wirtschaftskammer. Denn auch wenn es das Bekenntnis dazu auf Bundesebene bereits gibt, war noch wenig Konkretes über eine taugliche Wasserstoff-Strategie zu hören. Das Ziel sind 5 TWh grünes Gas im Gasnetz bis 2030 – das ist eine gewaltige Menge.

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