Montag, Oktober 19, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Bei Saint-Gobain Austria ist Monika Döll für das Business Development verantwortlich. Darunter fällt auch das Gips-zu-Gips-Recyclingwerk in Stockerau, zu dessen Führungsteam sie zählt.

Porträt: Faible für Gips

Bild: »Wir müssen uns viel mehr Gedanken machen, wie wir die Produkte recyceln, in einem geschlossenen Kreislauf halten und wieder einsetzen können«, ist Monika Döll überzeugt.

»Recycling, also der Übergang von der bloßen Abfall­entsorgung hin zu einer organisierten Kreislaufwirtschaft, interessiert mich seit jeher. Dieses Thema jetzt bei Bauprodukten zu realisieren und dann zu sehen, was man daraus noch alles machen kann, wie viel Wertstoff in einem Material ist, wenn man es nicht auf die Deponie bringt, sondern wiederverwertet und recycelt, das ist wirklich Faszination«, betont Monika Döll. Heute bestimmt der Bau das berufliche Leben der 46-Jährigen. Begonnen hat ihre Karriere im klassischen Marketing. »Ich habe eine Fachhochschule für Europäische Unternehmensführung in Wien besucht und berufliche Erfahrungen bei der Western Australian Tourism Commission während des Studiums in Perth, Australien, gesammelt.« Der erste berufliche Abstecher nach Ende des Studiums führte sie zur Alcatel.

Start im Bau
»Die Telekommunikation war nicht die Materie, in die ich mich weiter vertiefen wollte.« So bewarb sie sich bei Saint-Gobain Isover und startete im technischen Marketing, gefolgt von der Rolle als Pressesprecherin und Marketingleiterin bis zur Tätigkeit im Business Development. »Heute betreue ich u. a. Großprojekte wie das Gipsrecycling und große Industriekunden im Mineralwollbereich.« Einige Zeit war sie auch Präsidentin bei Bau.Genial. »Für mich ist es sehr interessant, im Baubereich zu arbeiten, auch wenn ich eigentlich keine Technikerin bin. Ich habe mich umfassend weitergebildet, so bin ich in diese Schiene hineingekommen«, erzählt Döll. Besonders interessiert sie energieeffizientes Bauen und alles rund um das Thema Kreislaufwirtschaft. »Man muss sich natürlich auskennen, ein Faible für das Produkt und das Thema haben und auch den Mut, mal aufzustehen und für seine Meinung einzutreten.« Bei Meetings ist sie meist die einzige Frau – »mir fällt das manchmal gar nicht mehr auf«, lacht sie. Sich selbst sieht sie als aufgeschlossen und engagiert. »Ich arbeite gerne im Team – neue Themen sind mein Antrieb.«

Gips zu Gips
In Bad Aussee recycelt Saint-Gobain Austria seit fast 20 Jahren Gipskartonplatten. »2020 haben wir das Thema auf einer größeren Ebene angedacht und uns wurde rasch bewusst, dass wir schnell an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen. Daher haben wir mit Partnern aus der Abfallwirtschaft das Projekt GzG in Stockerau aufgezogen.« Die letzten zweieinhalb Jahre waren geprägt von der Anlagengenehmigung, es galt, die Renovierung der Halle zu koordinieren und den operativen Betrieb aufzubauen. Derzeit arbeite man an der Einführung eines Umweltmanagementsystems. Die Jahreskapazität der Anlage liegt bei 60.000 Tonnen Gips. Mit der Anzahl der Anfragen ist Döll für die Anlaufphase sehr zufrieden. Seit Jänner 2026 gilt das Deponieverbot für Gips. Damit hätten sich die Anlieferungen maßgeblich erhöht.

Ihr persönlicher Wunsch für die Zukunft ist ein stärkerer Fokus auf Ressourcenschonung. »Ressourcen sind endlich und dementsprechend müssen wir uns viel mehr Gedanken machen, wie wir die Produkte recyceln, in einem geschlossenen Kreislauf halten und wieder einsetzen können«, stellt die gebürtige Wienerin fest. Sie selbst setzt Nachhaltigkeit zum Beispiel beim Wohnen um, Monika Döll lebt mit ihrem Lebensgefährten und den beiden Söhnen in einem Passivhaus in Korneuburg. »Für mich waren energieeffizientes Bauen und der Nachhaltigkeitsaspekt immer sehr wichtig«, betont die ambitionierte Läuferin.

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