Dienstag, Oktober 27, 2026

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Bau | Immobilien

Bis Ende August 2026 wurden bei Wiener Großbaustellen der PORR große Mengen an tonhaltiger Erde in die Ziegelproduktion eingebracht. Damit setzt die PORR gerade bei Großbaustellen auf die systematische Wiederverwertung des Aushubs.

Baugrube der Porr

Bild: Aus dieser Baugrube konnten bis Ende August 14.275 t tonhaltiges Material gewonnen werden © PORR

Mit 57 % hat der Erdaushub den größten Anteil am Abfallaufkommen in Österreich. Je nach Qualität wird er oft auf Deponien entsorgt oder beispielsweise verwendet, um Bankette zu füllen oder Deponien zu bauen. „Noch wird zu wenig gemacht, um den Erdaushub, der grundsätzlich ein großes Potenzial in sich birgt, wieder in den Kreislauf zu integrieren“, sagt Karl-Heinz Strauss, CEO der PORR. „Und hier setzt die PORR an, um gerade bei Großprojekten systematisch dafür zu sorgen, dass aus ihm ein Wertstoff wird.“

Neues Leben für 14.275 t Aushub aus Favoriten
Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt die PORR Tochter Koller Erdbau gemeinsam mit Ziegelherstellern. So wird etwa der Aushub auf der Baustelle der Klinik Favoriten in Wien zum Baustoff für morgen. Die PORR hat dort im Auftrag des Wiener Gesundheitsverbundes auf rund 10.500 m² die Baugrube für den Neubau der Zentralen Notaufnahme der Klinik Favoriten hergestellt. Die Arbeiten umfassten den Abbruch bestehender Pavillons, die Umverlegung und Neuverlegung von Einbauten sowie die Baugrubensicherung und den Aushub. Im Zuge dieser Arbeiten konnten bis Ende August 14.275 t tonhaltiges Material gewonnen werden. Rund 13.300 t gingen an Wienerberger in Hennersdorf, daraus wurden rund 2 Mio. Wandziegel geschaffen. Weitere 975 t erhielt das Ziegelwerk Lizzi GmbH in Bad Erlach.

Ein weiteres erfolgreiches Beispiel ergab sich beim Ausbau der Wiener U-Bahn. Auch hier fielen tonreiche Schichten an, die sich nach Laboruntersuchungen, Materialanalysen und Produktionsversuchen für die Ziegelherstellung eigneten. Gemeinsam mit Wienerberger und dem Ziegelwerk Lizzi konnte die PORR so einer fünfstelligen Tonnage Aushub ein zweites Leben geben.

Kreislaufwirtschaft beginnt auf der Baustelle
Zirkularität ist ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 der PORR. Wie dieser Ansatz in der Praxis umgesetzt wird, zeigt die Wiederverwertung von Erdaushub. Deponiemengen werden reduziert, Primärrohstoffe geschont und vorhandenes Material bekommt als Rohstoff für neue Ziegel ein zweites Leben.

„Wir wollen gerade bei Großprojekten eine Systematik einführen, damit das Recycling von Abbruchmaterial und Erdaushub zur Norm statt zur Ausnahme wird“, sagt Strauss. Voraussetzung dafür ist die sortenreine Erfassung direkt auf der Baustelle. Denn nur wenn unterschiedliche Materialqualitäten früh getrennt, analysiert und sinnvoll weitergeführt werden, kann Kreislaufwirtschaft funktionieren.

Genau hier setzt die PORR Umwelttechnik mit ihren Tochterunternehmen an: Erdbau, Logistik, Aufbereitung, Recycling, Deponietechnik, Betonproduktion und Abfallmanagement greifen ineinander. Je nach Qualität kann mineralischer Aushub dann als Dichtungsmaterial, Recyclingbaustoff, Zuschlagstoff für Beton oder – wie beim Wiener Ton – als Rohstoff für neue Ziegel eingesetzt werden.

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