Wednesday, May 13, 2026

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SOLUTO hat am Mittwoch seine neue Europa-Zentrale in Tresdorf in der Marktgemeinde Leobendorf eröffnet. Von dem 700 Quadratmeter großen Massivholzbau aus will der Schadensanierer seine zwölf Standorte in Österreich und neuerdings auch Deutschland betreuen, neue Mitarbeitende schulen und den weiteren Ausbau des Franchise-Systems vorbereiten.

SOLUTO Europa-Zentrale ©SOLUTO


Tresdorf ist für SOLUTO kein neuer Ort. Hier steht der Stammbetrieb, hier begann 2017 der Aufbau des Franchise-Systems. Nun kehrt die Zentrale dorthin zurück.

Zurück an den Ursprung

Für Martin Zagler, Gründer und Eigentümer von SOLUTO, ist Tresdorf nicht nur ein Betriebsstandort. “Hier liegt ein Teil der Unternehmensgeschichte,” sagt Zagler. Die Rückkehr beschrieb er bei der Eröffnung als eine Art „Nachhausekommen“.

Bisher war die Zentrale am Hauptplatz in Korneuburg untergebracht, im ehemaligen Gerichtsgebäude. Der Standort war zentral, aber mit dem Wachstum des Unternehmens zunehmend zu klein. „Wir waren am Hauptplatz, im ehemaligen Gerichtsgebäude eingemietet, 500 Quadratmeter. Und es ist uns dann ein bisschen zu eng geworden“, sagte Zagler.

Seit der Gründung des Franchise-Systems kamen nach Unternehmensangaben elf zusätzliche Standorte und rund 280 Mitarbeitende im System dazu. Im Vorjahr erzielte SOLUTO erneut einen Rekordumsatz. Der Umzug nach Tresdorf ist damit weniger ein repräsentativer Neubau als eine strukturelle Antwort auf Wachstum.

Ein Haus für das System

Der Neubau umfasst 700 Quadratmeter und wurde in acht Monaten errichtet. Bei der Eröffnung schilderte Zagler, wie schnell aus der Idee ein konkretes Projekt wurde: Die Entscheidung fiel im Herbst 2024, im Februar wurde der Generalunternehmer ausgewählt, im Juni folgte der Spatenstich. Rund 14 Monate nach der ersten Überlegung war das Gebäude bezogen.

Auch wirtschaftlich ist der Schritt kalkuliert. Zagler beziffert die Investition mit 2,2 Millionen Euro. Am Hauptplatz in Korneuburg habe SOLUTO zuletzt 135.000 Euro im Jahr bezahlt; für das Gebäudeleasing in Tresdorf fallen in den kommenden zwölf Jahren 150.000 Euro jährlich an. Der neue Standort kostet damit mehr, verschiebt aber zugleich zentrale Funktionen zurück an jenen Ort, an dem auch der ausführende Betrieb sitzt.

Dort arbeiten laut Angaben bei der Führung 85 Mitarbeitende im Stammbetrieb. Die Franchise-Zentrale selbst umfasst derzeit elf bis zwölf Personen. Die Nähe zwischen operativem Betrieb und Zentrale soll nicht nur Wege verkürzen, sondern auch Wissen im Unternehmen halten.

Nachhaltigkeit ohne großes Versprechen

Der Neubau wurde als Massivholzbau errichtet. SOLUTO beziffert die Fläche der Photovoltaikanlage am Dach mit 230 Quadratmetern; ergänzt wird sie durch ein Windrad am Standort. Geheizt und gekühlt wird mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe.

Vollständig autark ist das Gebäude nicht. Je nach Wetterlage könne SOLUTO 60 bis 70 Prozent des Strombedarfs selbst erzeugen, sagte Zagler. Der Verbrauch ist auch deshalb hoch, weil am Standort rund 30 Elektro-Pkw geladen werden. Auch bei 3,5-Tonnen-Fahrzeugen hat die Umstellung auf Elektromobilität begonnen.

Zagler sagte, Nachhaltigkeit solle kein „Feigenblatt“ sein. Es gehe um Maßnahmen, die der Umwelt nützen und zugleich wirtschaftlich tragfähig sind. Auch deshalb verzichtete SOLUTO auf zusätzliche Parkplätze, um Grünflächen und Bäume am Standort zu erhalten.

Die Academy als Herzstück

Ein zentraler Teil des Hauses ist die Academy. Dort sollen neue Mitarbeitende, Franchise-Partner sowie externe Zielgruppen geschult werden. Neue Mitarbeitende kommen laut Zagler mindestens eine Woche nach Tresdorf, Franchise-Partner teilweise zwei bis drei Monate. Auch Schulungen für Versicherungen, Sachverständige und Hausverwaltungen sind vorgesehen.

„Wir verstehen Franchising wirklich als das, was es ursprünglich gedacht war, nämlich: Wir sind die Dienstleister eines ganzen Netzwerks“, so Zagler über das Selbstverständnis von SOLUTO.

Deutschland als Prüfstein

Seit April 2026 ist SOLUTO auch in Deutschland aktiv. In der Metropolregion München wurde zunächst ein Eigenstandort eröffnet. Das Unternehmen will den deutschen Markt zunächst in der Praxis kennenlernen, bevor dort ein Franchise-System aufgebaut wird.

Bis 2030 will SOLUTO in Deutschland mehr als 20 Standorte betreiben. Bei der Eröffnung wurden außerdem die Schweiz und Frankreich als mögliche weitere Märkte genannt. Die Steuerung soll dennoch in Tresdorf bleiben. Menschen aus anderen Ländern sollen hier eingeschult und mit der Unternehmenskultur vertraut gemacht werden.

Die neue Zentrale steht damit weniger für einen Ortswechsel als für den Versuch, Wachstum planbarer zu machen: mit Holzbau, Eigenstrom und kurzen Wegen, vor allem aber mit einer Struktur, die Erfahrung in Schulung und Standards übersetzt.

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