Friday, May 08, 2026

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Vertrauensvolle Datenräume sind kein Zukunftskonzept mehr, sondern werden in der industriellen Praxis Realität. Auf der Hannover Messe 2026 im April zeigte der Showcase des International Manufacturing-X Council (IMXC), wie Unternehmen Daten sicher, souverän und interoperabel für neue Geschäftsmodelle nutzen können. Mit Beteiligung des Gaia-X Hub Austria, des AIT Austrian Institute of Technology, Salzburg Research sowie der Digital Factory Vorarlberg wurde eine Lösung demonstriert, die den praktischen Einsatz von Gaia-X-Prinzipien im industriellen Umfeld demonstriert und damit neue datengetriebene Geschäftsmodelle für eine resiliente und wettbewerbsfähige Industrie ermöglicht.

Bild: iStock


Industrieprozesse sind heute global verteilt, hochgradig vernetzt und zunehmend datengetrieben. Gleichzeitig gelten industrielle Daten als sensibel und geschäftskritisch. Der IMXC-Showcase demonstriert, wie in souveränen Datenräumen Unternehmen Zugang zu neuen Daten bekommen und gleichzeitig die Kontrolle über die eigenen Daten nachhaltig sichergestellt werden kann, um damit neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Digitale Wertschöpfungsnetzwerke, die Daten entlang einer Liefer- und Produktionskette integrieren – von der Fertigung über die Nutzung bis hin zum Recycling – werden für Unternehmen zum bestimmenden Wettbewerbsfaktor. Damit werden datenbasierte Optimierungen, effektive KI-Lösungen und neue digitale Geschäftsmodelle möglich. Die gezeigten Anwendungsfälle, Digitaler Produktpass (DPP), Batterieentwicklung- und Benutzung, sowie Ski-Produktion und -Wartung, verdeutlichen, wie durch eine souveräne Datenverwendung unterschiedlicher Stakeholder in einer Wertschöpfungskette – auch über Grenzen hinweg – über verfügbare Gaia-X Funktionen und Open Source neue Geschäftsmodelle entstehen.

Österreichischer Ski-Use-Case
Ein besonders anschauliches Beispiel ist ein österreichisches Anwendungsbeispiel aus der Skiindustrie, das im Rahmen des IMXC-Showcase auf der Messe präsentiert wurde: Ein digitaler Produktpass bildet den gesamten Lebenszyklus eines Skis digital ab – von der Produktion über Wartung und Nutzung bis hin zur Wiederverwertung. Produktionsdaten, Serviceprozesse und Nutzungsinformationen werden einfach und ohne großen Aufwand erfasst und für berechtigte Akteure in einem Datenraum entlang der Wertschöpfungskette verfügbar gemacht.

Dadurch können bei der Wartung produktspezifische Parameter automatisiert aus dem Produktpass abgerufen werden. Serviceprozesse werden dadurch präziser, effizienter und ressourcenschonender, während gleichzeitig eine durchgängige dokumentierte Produkthistorie entsteht. Dadurch schafft der Digitale Produktpass die Grundlage für neue datenbasierte Anwendungen, wie z.B. für den Ski-Verleih oder für neue zirkuläre Geschäftsmodelle, bei denen Wiederverwendung und Recycling von Produkten gezielt optimiert werden.

Vertrauensbasis für Datenverwendung
Ein zentraler Baustein dieser Lösungen ist das von Gaia-X entwickelte Trust Framework, das im Showcase praktisch umgesetzt wurde. Dieses lässt sich vereinfacht als „Regelwerk für eine vertrauensvolle und souveräne Datenverwendung“ in einem Geschäftskontext verstehen. Es stellt sicher, dass alle Teilnehmenden wie z.B. Unternehmen, Maschinen oder Datenquellen eindeutig identifizierbar und autorisiert sind, um am Datenraum teilzunehmen, klare überprüfbare Vereinbarungen für die Datennutzung gelten, sowie die Datenverwendung nachvollziehbar, sicher und kontrolliert erfolgt und auch geistiges Eigentum geschützt ist. Damit entsteht ein vertrauenswürdiger Geschäftsrahmen, in dem Unternehmen Daten finden, beziehen aber auch teilen können, ohne die Kontrolle darüber zu verlieren – eine Grundvoraussetzung für digitale Souveränität und skalierbare industrielle Geschäftsmodelle.

Gaia-X Hub Austria, AIT, Salzburg Research und Digital Factory Vorarlberg haben gemeinsam mit der Plattform Industrie 4.0 Österreich essentielle Beiträge zur Entwicklung dieser Lösung geleistet – von der technischen Architektur bis hin zur Implementierung der Gaia-X Funktionen für die Industrieanwendungsbeispiele.

Helmut Leopold, Chairman Gaia-X Hub Austria und Head of Center for Digital Safety & Security, AIT: „Was wir auf der Hannover Messe gezeigt haben, ist der nun erfolgte Schritt von der Gaia-X Vision zur Umsetzung: Gaia-X funktioniert – und zwar im industriellen Maßstab. Vertrauenswürdige Datenräume sind die Grundlage für neue Wertschöpfungsmodelle, resiliente Lieferketten und eine wettbewerbsfähige europäische Industrie. Österreich bringt dazu wichtige digitale Technologiekompetenzen ein und gestaltet somit diese wichtige Entwicklung für die EU-Industrie aktiv mit.“

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