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Vom Produkt zum System
Schon seit 2021 ist wedi Teil der Ardex-Familie. Was bislang eher eine friedliche Koexistenz war, wird nun zusammengeführt. Mit der engen Zusammenarbeit macht Ardex Österreich den nächsten wichtigen Schritt zum Systemanbieter. Der Startschuss für die Kooperation fiel beim Ardex Vision Day in Loosdorf. Damit könnte Österreich zur internationalen Blaupause für die Zusammenarbeit von Ardex und wedi werden.
Bild: Bevor der Ardex Vision Day zur Partymeile wurde, standen ernste Themen wie die Zukunft der Bauwirtschaft im Fokus von Keynotes und Podiumsdiskussionen.
Von der Abdichtung bis zur Oberfläche, vom Bad bis zur Terrasse: Ardex Österreich treibt den Umbau vom Produkthersteller zum Systemanbieter voran. Die vertiefte Zusammenarbeit mit dem Spezialisten für Bad- und Nassraum, wedi, ist dabei mehr als eine Portfolio-Erweiterung. »Sie ist eine strategische Antwort auf steigende Komplexität am Bau und auf einen Markt, der nach Sicherheit verlangt«, ist Gunther Sames, Vorsitzender der Geschäftsführung von Ardex Österreich, überzeugt. Die Zusammenarbeit und die Stärkung des Systemgedankens sollen Handwerk und Planung einen spürbaren Wettbewerbsvorteil verschaffen. Als Systemanbieter will Ardex Planung, Ausführung und Verantwortung stärker bündeln und damit Risiken für alle Beteiligten reduzieren. »Systemdenken ist für uns kein Marketingbegriff, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit«, sagt Sames. »Die Projekte werden komplexer, die Toleranz für Fehler sinkt. Unsere Antwort darauf sind abgestimmte Systeme, die Planung und Ausführung messbar sicherer machen.«
Weniger Schnittstellen, mehr Sicherheit
»Gerade im Badezimmer treffen viele unterschiedliche Gewerke, Produkte und Zuständigkeiten aufeinander: Unterkonstruktion, Abdichtung, Verlegung, Oberfläche. Jede Schnittstelle birgt ein Risiko. Und jeder Fehler landet am Ende beim Ausführenden«, so Sames. Mit der Kombination aus Ardex-Bauchemie und wedi-Systemlösungen werde dieser Ablauf neu gedacht: Innovative Systemlösungen für Bäder und Nassräume, Bauplatten und Verlege-Werkstoffe greifen technisch ineinander, sind geprüft, dokumentiert und aufeinander abgestimmt. Für Verarbeiter bedeutet das weniger Abstimmung, klar definierte Abläufe und vor allem Haftungssicherheit. »Unsere Kunden wollen nicht fünf Produktdatenblätter vergleichen, sondern Gewissheit haben, dass das System funktioniert«, sagt Georg Strodl, Geschäftsführer Vertrieb bei Ardex Österreich. »Ein Ansprechpartner, ein System, eine Logik. Das spart Zeit, reduziert Fehler und macht Projekte planbarer.«

Bild: Rund 400 Gäste folgten der Einladung zum Ardex Vision Day 2026 und feierten in Loosdorf ein rauschendes Fest.
wedi als Schlüssel im System
In dieser Strategie spielt wedi eine zentrale Rolle. Das Unternehmen hat jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von innovativen Systemlösungen, insbesondere für anspruchsvolle Anwendungen im Bad- und Nassraum. In Kombination mit Ardex entsteht ein durchgängiger Aufbau: von der tragfähigen Unterkonstruktion bis zur fertigen Oberfläche. »Unsere Stärke liegt darin, Komplexität zu reduzieren«, sagt Fabian Rechlin, CEO wedi Group und Geschäftsführer der wedi GmbH. »Wenn unsere Systeme gemeinsam mit Ardex eingesetzt werden, entsteht ein klar definierter Aufbau, der für Planer nachvollziehbar und für das Handwerk sicher umsetzbar ist.«
Weil Ardex und wedi in den anderen Märkten weiterhin getrennt auftreten, kann Österreich so etwas wie die Blaupause für die Gruppe werden. »Von dieser Kooperation können wir sehr viel für andere Märkte lernen und vor allem auch den Mehrwert zeigen, den eine enge Zusammenarbeit bietet.« Dabei bleiben beide Marken eigenständig. Ardex bleibt Ardex, wedi bleibt wedi. Der Mehrwert entsteht nicht durch Vereinheitlichung, sondern durch technische Abstimmung.
Systemdenken als wirtschaftlicher Hebel
Für Ardex ist die Kooperation Teil einer langfristigen Wachstumsstrategie. Das Ziel ist Differenzierung durch Systemtiefe. Ergänzt wird das Portfolio durch weitere Marken wie Gutjahr und Lithofin, die Lösungen für Außenflächen, Entwässerung, Flächenheizung sowie Reinigung und Werterhalt liefern.
Damit deckt Ardex heute ein breites Spektrum ab: vom Untergrund über Abdichtung, Verlegung und Entwässerung bis hin zur Pflege der Oberfläche. »Wir denken nicht in Produkten, sondern in Anwendungen«, sagt Sames. »Unser Anspruch ist es, Verantwortung über den gesamten Aufbau zu übernehmen: technisch, organisatorisch und partnerschaftlich.«
Start am Ardex Vision Day 2026
Die offizielle Präsentation der Kooperation mit wedi erfolgt im Rahmen des Ardex Vision Day 2026 in Loosdorf. »Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt«, erklärt Ardex-Kommunikationschef Martin Mayer. Während viele Unternehmen angesichts der schleppenden Konjunktur vorsichtig agieren, investiere Ardex in Struktur, System und Zukunftsfähigkeit. Für Handel, Handwerk und Planung ist das ein klares Signal: Wer Komplexität reduziert, schafft Vertrauen. Und wer Systeme liefert, gewinnt in einem Markt, der nach Sicherheit sucht.
Rund 400 Gäste folgten der Einladung zum Vision Day. Darunter zahlreiche Partner und Kunden. Durch das Programm führte mit viel Humor der Kabarettist Max Mayerhofer. Die zwei Keynotes kamen von Karl-Heinz Strauss, CEO der Porr, und Unternehmensberaterin Sabine Hübner.
Hübner sprach über den steigenden Wert von Qualität und Service, auch und gerade in Zeiten von Digitalisierung, Automatisierung und KI. Es seien die »Menschmomente«, die den Kunden in Erinnerung bleiben. »Ein guter persönlicher Kontakt ist enorm wichtig und hilft auch, wenn mal etwas nicht perfekt läuft. Ist der persönliche Kontakt aber schlecht, helfen auch die besten Produkte und Abläufe nur wenig.«

Bild: Gunther Sames, Ardex, Fabian Rechlin, wedi, und Georg Strodl, Ardex (v.r.n.l.), sind sichtlich erfreut über die enge Zusammenarbeit.
Strauss sprach über die aktuellen Entwicklungen der Bauwirtschaft, mit besonderem Fokus auf den Hochbau. Auch er zeigte, wie wichtig der Mensch in Zeiten der Digitalisierung ist und auch in Zukunft bleiben wird. »Das Eigenpersonal ist auch in Zukunft das Um und Auf.« Weil die demografische Entwicklung aber eindeutig sei, müssten Prozesse und Abläufe optimiert werden. Das größte Potenzial für effizienteres Bauen liege in der Logistik und Arbeitsvorbereitung. »Es ist klüger, länger zu planen und dann schneller zu bauen, als gleich loszulegen, auch wenn der Bauherr das gern hätte. Das machen wir nicht, weil es unklug ist.«
In der abschließenden Podiumsdiskussion gesellten sich Gunther Sames und Georg Strodl zu den Keynote-Speakern, um gemeinsam über die Zukunft der Branche zu sprechen. Einigkeit herrschte darüber, dass Systemlösungen, wie sie Ardex und wedi bieten, weiter an Bedeutung gewinnen würden.
Nach der Podiumsdiskussion wurde bis weit nach Mitternacht gefeiert. Mit gutem Essen, hervorragendem Wein und einem kurzweiligen Showprogramm wurde der Ardex Vision Day den hohen Erwartungen mehr als gerecht.
Video-Tipps
Das große Aftermovie zum Ardex Vision Day: www.report.at/officetalk/aftermovie-ardex-vision-day-2026
Doppelinterview, Gunther Sames & Karl-Heinz Strauss im Gespräch: www.report.at/officetalk/strauss-und-sames-ueber-die-zukunft-der-baubranche
Interview Fabian Rechlin, CEO wedi Group: www.report.at/news/koepfe/fabian-rechlin-ceo-wedi-group-im-interview
Interview: »Wir machen es einfach einfacher!«

Am Rande des Ardex Vision Day 2026 sprach der Bau & Immobilien Report mit Ardex-Geschäftsführer Gunther Sames über Hintergründe und Erwartungen der Kooperation mit wedi. (Das Interview im Video)
Welche Überlegungen stehen hinter der engen Kooperation zwischen Ardex und wedi? Und warum erst jetzt?
Gunther Sames: wedi ist seit 2021 in der Ardex-Familie. Dass es mit der Kooperation bis 2026 dauerte, hat einen einfachen Grund. Es hat eine ungemein intensive Vorbereitung gebraucht, um die Systemtiefe, die wir abdecken, auch tatsächlich darstellen zu können. Diese Systemtiefe ist auch der Grund für die Kooperation. Der Systemgedanke ist bei uns kein kurzfristiger Marketingslogan oder Trend, sondern hat bei uns eine lange Geschichte. Beginnend im Jahr 2000 mit der Kooperation mit Gutjahr Systemtechnik, 2008 kam Lithofin mit ins Boot und jetzt eben wedi.
Welche kurz-, mittel- und langfristigen Erwartungen haben Sie an die Kooperation?
Sames: In einem Satz verdichtet: Wir machen es einfach einfacher! Wir reduzieren Komplexität als Antwort auf den Fachkräftemangel. Fehler werden zunehmend teurer, mit unserem Systemgedanken können wir Fehlerquellen minimieren, indem wir in Zukunft alles aus einer Hand anbieten.
Was muss Ende des Jahres zu Buche stehen, damit Sie von einem erfolgreichen Start der Kooperation sprechen?
Sames: Es gibt zwei Ebenen. Das ist zum einen eine knallharte, ehrgeizige Umsatzzahl, die ich hier aber nicht teile (lacht). Das andere ist ein Soft Fact: Wenn wir merken, dass der Handwerker den Mehrwert des Systems sieht und einen Pull-Faktor zum Handel aufbaut, dann ist es ein voller Erfolg.
Sie geben die Kooperation im Rahmen des Ardex Vision Day 2026 bekannt. Was bedeutet Ihnen die Veranstaltung?
Sames: Unheimlich viel. Sie müssen sich vorstellen, dass mit Ausnahme der Technik und der Verpflegung alles intern abgewickelt wird. Fast alle helfenden Hände, die Sie hier sehen, die im Hintergrund arbeiten und die im Vorfeld Großartiges geleistet haben, sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ardex. Wir haben mit 300 Gästen gerechnet, tatsächlich haben wir die 400er-Marke geknackt. Wir sind überglücklich. Wir wollen in Zeiten wie diesen Sicherheit und Zuversicht ausstrahlen. Auch das ist visionär. Ich denke, das ist uns mehr als gelungen.
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