Sonntag, Oktober 18, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Das Bauwesen ist für sie eines der spannendsten und eines der schwierigsten Felder. Bei der Strabag und bei Mischek Systembau stellt sich Yvonne Otrob den täglichen Herausforderungen.

Immer in Bewegung

Bild: Seit 2021 leitet Yvonne Otrob als kaufmännische Direktionsleiterin den Hochbau der Strabag in Wien und lenkt damit auch die Projekte des größten Bauunternehmens in der Hauptstadt.

»Ich bin ein Mensch, der angetrieben wird durch Wirkung, ich möchte etwas auslösen. Die Strabag bietet mir dazu zahlreiche Möglichkeiten, es ist ein sehr spannendes Aufgabenfeld«, bewertet Yvonne Otrob ihre Funktionen als kaufmännische Direktionsleiterin für den Hochbau in Wien. Zudem ist sie seit Jänner 2022 auch Geschäftsführerin von Mischek Systembau. »Ich wollte nie lange bei einer Firma bleiben, denn ich wollte die Welt sehen. Bei der Strabag habe ich aber gefühlt alle zwei Jahre eine komplett neue Aufgabe dazubekommen«, betont die gebürtige Kärntnerin. Das ist für sie auch der Weg, gute Mitarbeiter zu halten. »Man muss sie fördern aber auch fordern, damit sie sich fachlich und persönlich weiterentwickeln und dadurch Sinn in ihrer Arbeit sehen.«

Verknüpfung war entscheidend
Ihr Einstieg in die Strabag erfolgte zufällig. Nach dem Besuch einer Handelsakademie hat sie an der FH Kärnten den Bachelor Rechnungswesen und Business absolviert. »Ich musste ein Praktikum machen, da habe ich die Strabag kennengelernt und bin in die Direktion gekommen, die ich jetzt leiten darf.« Nach einem Jahr Vollzeit in der kaufmännischen Abteilung entschloss sich Yvonne Otrob für ein Masterstudium an der IMC Fachhochschule Krems, ebenfalls Management. »Es war sehr anstrengend, aber die Verknüpfung zwischen Studium und Praxis war das Beste, was mir passieren konnte«, blickt die 35-Jährige zurück. Heute sieht sie ihre Rolle klar im strategischen Bereich: Führen statt Verwalten.

»Führungskräfte sollten sich bewusst aus dem operativen Tagesgeschäft zurückziehen und mit Weitblick agieren. Es geht darum, Impulse zu setzen, nicht jeden Schritt zu kontrollieren.« Das heißt aber nicht Heraushalten aus der Praxis. »Raus aus dem Büro und anpacken, präsent sein – auch das gehört zur Führung.« Ihre Verantwortung sieht sie auch im Umgang mit den Menschen auf der Baustelle. »Mein Anspruch ist es, für unsere Mitarbeiter*innen einen stabilen, gut strukturierten Arbeitsplatz zu schaffen.« Dabei setzt sie konsequent auf Veränderung und sieht in der Innovation am Bau einen entscheidenden Hebel. Serielle Vorfertigung etwa verlagere große Teile der Arbeit in eine geschützte, planbare Produktionsumgebung. »Das reduziert nicht nur Belastungen und Risiken auf der Baustelle, sondern macht auch die Arbeit wieder attraktiver, besonders für gut ausgebildete Fachkräfte.«

Herausforderung Querschnitt
»Ich habe keinen technischen Background, bei mir landen neben den kaufmännischen Schwerpunkten alle Querschnittsthemen, vom Datenmanagement über Nachhaltigkeit und Digitalisierung bis zur Personalentwicklung.« Es sei sehr spannend, Schnittstellen zu managen und zukunftsträchtige Querschnittsthemen strategisch weiterzuentwickeln. Die Leidenschaft Otrobs für den Bau reicht ins Private – ihr liebstes Hobby war und ist die Arbeit. Ab und zu spielt sie Volleyball, denn Spielen im Team gefällt ihr besser als Einzelsport.

Einmal im Jahr gönnt sich die Wirtschafterin eine Fernreise mit ihrem Lebensgefährten. »Ich möchte die ganze Welt inhalieren und dann wieder Wien als Vergleich sehen. Voriges Jahr war ich in Kolumbien.« Als interessante Materie empfindet sie auch die Psychologie. »Ich muss immer verstehen, warum Menschen so handeln, wie sie handeln, damit ich den Hintergrund erkenne.« Mit dieser Methode sei sie immer sehr gut fahren.

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