Moralisieren statt wachsen
Was sagt man einem New Yorker Banker, der sich wundert, warum sein Frankfurter Pendant nur noch über Förderprogramme redet? Man zeigt ihm zwei Tabellen: 2008 lag das EU-BIP laut Weltbank bei 16,2 Billionen US-Dollar, die USA standen bei 14,7.
Heute meldet der IWF 18,4 zu 26,9 Billionen und 38.000 zu 80.000 US-Dollar pro Kopf. Während Washington 52 % des globalen Venture-Kapitals einsackt, kratzt Europa 14 % zusammen und prüft währenddessen 80.000 Seiten EU-Akten. Die Amerikaner bauen Halbleiterwerke in Ohio, Brüssel baut Verbotslisten. Unser Regeldickicht verhindert Netze, bevor sie geplant sind, und lässt Solarfirmen zwei Jahre auf Genehmigungen warten.
Unterkapitalisierte Banken sichern lieber Staatsanleihen als Fabrikhallen, weil Basel-Vorgaben jede Risikobereitschaft bestrafen. Bleibt die moralische Überheblichkeit: Wer Interessen vertritt, gilt hier als Zyniker, wer Predigten hält, als Staatsfrau. Statt Strategie setzen wir auf Haltung. Brüssel moralisiert, die Bürger zahlen.
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