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Energie & Industrie
Experten fordern Förderstopp
Nach 36 Sekunden war der Fördertopf leer. Weniger als 3.000 von 28.000 Anträgen erhielten beim 2. Fördercall am Donnerstagabend eine Zusage für eine Photovoltaik-Förderung. Der Vorarlberger Marktführer Hansesun fordert nun ein Ende der aktuellen Förderpraxis. „Das System funktioniert einfach nicht. Der bürokratische Aufwand bremst die Energiewende. Besser keine Förderung also diese Qual“, sagt Vertriebsleiter Andreas Müller. Er schlägt stattdessen einen reduzierten Steuersatz auf Produkte aus dem Bereich Erneuerbare Energie vor.
90 Prozent der Anträge für Investitionszuschüsse für Photovoltaik-Anlagen in Österreich wurden soeben abgelehnt. Das Resultat des 2. Fördercalls der EAG-Förderabwicklungsstelle bestätigt die Befürchtungen der PV-Branche. Vorarlbergs Marktführer Hansesun fordert nun eine radikale Wende. „Weg mit dieser Förderung! Das spart uns allen viel Frust und Energie. Wenn der Bund nicht wirklich will, soll er es lassen. Dieses System schadet dem Klimaschutz“, ärgert sich Vertriebsleiter Andreas Müller.
Viel effizienter wäre aus seiner Sicht die Wiedereinführung der Mehrwertsteuer-Befreiung für PV-Anlagen und Stromspeicher. Auch ein reduzierter Steuersatz auf alle Technologien rund um Erneuerbare Energien wäre für den Hansesun-Sprecher eine sinnvolle Alternative.
Beim Fördercall am Donnerstagabend erhielten nur knapp 3.000 von 28.000 Anträgen eine Zusage. Das komplizierte Prozedere mit „First come, first serve“-Prinzip und überlasteten Servern „macht die Förderung zu einer Art staatlich organisiertem Glücksspiel“, formuliert es Müller. „Jede Millisekunde zählt. Wir sind geübt, viele haben aber überhaupt keine Chance auf Erfolg.“
Am Tag der Fördercalls arbeitet das Team von Hansesun an den Standorten in Röthis und Imst die Anträge der Kunden im Akkord ab. „Wir bereiten alles perfekt vor, geben unser Bestes und können dennoch keine Garantie geben. Natürlich rufen nach der Absage viele verunsicherte und aufgelöste Kunden bei uns an“, berichtet Müller. Jede Ablehnung verzögert die Umsetzung der Projekte und senkt den Investitionsanreiz.
Der knappe Fördertopf führt zum Förderstau. „Wir müssen alle abgelehnten Anträge beim nächsten Mal erneut einbringen. Das bindet Kapazitäten und verursacht unnötige Kosten. Bei der aktuellen Wirtschaftslage in Österreich können wir uns das einfach nicht leisten“, sagt Müller. Die Politik müsse Unternehmen entlasten und gleichzeitig den Klimaschutz ernst nehmen.
Hansesun erwartet sich auch vom Branchenverband PV Austria Unterstützung: „Der Verband muss sich im Sinne der Branche für ein Ende dieser ineffizienten Förderpraxis einsetzen.“
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