Freitag, August 21, 2026

Mehrwert für Manager

Das Wirtschaftsministerium will ab 2027 das Förderegime bei Photovoltaik neu ausrichten. Der neue Fokus liegt auf Speicher und smarte Energiemanagementsysteme. "Innovative" PV soll weiterhin förderbar sein.

Bild: Holey

Bild: Wolfgang Hattmannsdorfer, Katharina Liebert (Liebert Elektrotechnik), Lehrling Vanessa, Stefan und Isabella Schmiedel.


Mit dem starken Ausbau der Photovoltaik in den letzten Jahren hat sich die Herausforderung im Stromsystem verändert: Entscheidend ist nicht mehr nur, wie viel Strom produziert wird, sondern wann er verfügbar ist, gespeichert werden kann und die Netze entlastet. Batteriespeicher können intelligent eingesetzt Stromüberschüsse zu Mittag aufnehmen und bereitstellen, wenn Verbrauch und Preise am Abend steigen. Aus diesen Gründen will das Wirtschaftsministerium die EAG-Investitionsförderung ab 2027 grundlegend neu ausrichten.

So sollen mit einem "Ende von First-Come-First-Serve" Förderanträge künftig nach Installation und Rechnungslegung gestellt werden können – nach dem Prinzip des Handwerkerbonus. Ein Fokus auf intelligente Energiemanagementsysteme (EMS) in Kombination mit Speichern soll die breite Förderung klassischer kleiner PV-Anlagen ablösen. Gefördert werden künftig Energiemanagementsysteme und intelligente Speicher, die Eigenverbrauch erhöhen und Netze entlasten.

Möglich ist auch die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen. Speicher sollen in Kombination mit der Installation eines EMS auch unabhängig von der Neuerrichtung einer PV-Anlage gefördert werden können. Damit wird die Nachrüstung bestehender Anlagen attraktiver, heißt es im Ministerium. Und weiterhin soll "innovative" PV förderfähig sein: Gebäudeintegrierte PV, Agri-PV, Parkplatzüberdachungen, schwimmende PV sowie Anlagen an Lärmschutzwänden sollen weiterhin unterstützt werden. Wer bei zentralen Komponenten auf europäische Produktion setzt, soll einen Bonus erhalten.

Laut ersten Zahlen einer vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Speicherstudie sind aus volkwirtschaftlicher Sicht bis zu 8 GW marktorientierte Batteriekapazität bis 2030 nützlich. Laut dieser Studie können je nach Szenario zusätzliche Batteriespeicher den Großhandelspreis 2030 um bis zu 2 Euro je MWh reduzieren.

Rein rechnerisch entspräche das bei einem Halbjahresverbrauch von rund 34 TWh einem Einsparungspotenzial von bis zu 68 Millionen Euro für das erste Halbjahr 2026.
Aktuell sind in Österreich laut Branchenprognosen mehr als 3,2 GWh Batteriespeicher installiert, ein Großteil der Speicher mit einer Speicherkapazität unter 50 kWh. Zusätzlich sind in Österreich 6,2 GW Pumpspeicher installiert.

Doch brauche es laut Wirtschaftsministerium noch die "richtigen Rahmenbedingungen" für Speicher, damit sich Projekte wirtschaftlich rechnen können. Zugleich müssen die Anzahl und die Ausgestaltung der im aktuellen Entwurf der E-Control vorgesehenen Kriterien für systemdienliche Speicher nochmals überprüft werden. Die Rahmenbedingungen müssen praxistauglich und ausreichend breit gefasst sein, damit der Speicherhochlauf nicht durch zu enge zu erfüllende Voraussetzungen ausgebremst wird.

„Unser Ziel ist klar: günstigen heimischen Strom dann verfügbar machen, wenn wir ihn brauchen. Dafür brauchen wir mehr intelligente Speicher – vom Haushalt bis zum Großspeicher. Es kann nicht sein, dass wir einen volkswirtschaftlichen Bedarf an Speichern haben und sie gleichzeitig durch zu enge Regeln ausbremsen. Hier muss die E-Control nachschärfen. Wer das Netz entlastet, heimischen Strom besser nutzbar macht und Preisspitzen dämpft, muss dafür auch die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.