Sonntag, Oktober 18, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

In vielen Branchen wird Service als entscheidender Erfolgsfaktor gesehen. Die Baubranche hat noch Luft nach oben. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist der Fokus auf die Kundenbedürf­nisse essenziell. Es lohnt sich, »von außen nach innen zu denken«. Einigen Unternehmen aus der Bauwirtschaft gelingt das recht gut, wie das aktuelle Top-Service-Österreich-Ranking zeigt.

Service in der Bauwirtschaft
Bild: iStock


Wir leben in einer Add-on Gesellschaft, in der langfristig nicht das Produkt, sondern der Service entscheidend ist«, sagt Christian Rauscher, der mit Top Service Österreich (TSÖ) jedes Jahr die Unternehmen mit dem besten Service in Österreich auszeichnet. Service ist heute weit mehr als nur eine Ergänzung zum Produkt, Service ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Für Rauscher bedeutet Service, das Leben der Kund*innen zu erleichtern. Produktleistungen und Funktionalitäten werden vorausgesetzt. »Beispiel Banking: Keiner ist verblüfft, dass er eine Überweisung tätigen kann, aber sehr viele ärgern sich mit komplexen Prozessen oder uneindeutigen Anweisungen«, so Rauscher. Guter Service hingegen stärkt Kundenbindung, schafft Vertrauen und kann zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal gegenüber Mitbewerbern werden. »Langfristig können Unternehmen nur mit Service erfolgreich sein«, ist Rauscher überzeugt.

Das gilt sowohl im B2B-Bereich als auch im B2C. »Am Ende werden Entscheidungen von Menschen getroffen. Da geht es da wie dort um Vertrauen«, ist Rauscher überzeugt. Das trifft nicht nur für Unternehmen zu, die traditionell mit Service in Verbindung gebracht werden wie Gastronomie und Hotellerie, sondern auch für die Bauwirtschaft.

Fokus Bau
Die Bauwirtschaft ist geprägt von langen Projektlaufzeiten, vielen beteiligten Parteien und hohen Investitionssummen, entsprechend hoch sind auch die Erwartungen an die Servicequalität. Egal ob private Bauherren oder gewerbliche Auftraggeber, Kund*innen wünschen sich vor allem Verlässlichkeit. Dazu zählen eine präzise Planung, transparente Kommunikation, termingerechte Ausführung und ein offener Umgang mit Problemen. Wer diese Erwartungen erfüllt, schafft nicht nur Vertrauen, sondern legt den Grundstein für langfristige Geschäftsbeziehungen.

Hinzu kommt: Bauprojekte sind selten standardisiert. Jeder Kunde bringt individuelle Anforderungen mit – sei es beim Neubau, bei Sanierungen oder im technischen Ausbau. Ein guter Service bedeutet hier, flexibel auf diese Anforderungen einzugehen und als kompetenter Partner auf Augenhöhe zu agieren.

Zwei Unternehmen, denen das perfekt gelingt, sind Murexin und Hartl Haus. Beide konnten sich im Top-Service-Österreich-Ranking hervorragend platzieren. Hartl Haus sicherte sich wie im Vorjahr den dritten Platz in der Kategorie B2C, Murexin wurde zum »Einsteiger des Jahres« gekürt. »Beide Unternehmen begeistern ihre Kund*innen durch hochqualifizierte Beratung, gelebte Kundenorientierung und genießen ein großes Vertrauen ihrer Kund*innen«, erklärt Rauscher. Bei Murexin zeigen sich die Kunden mit der Bearbeitung ihrer Anliegen äußerst zufrieden und schätzen zudem die Qualität der Produkte. Bei Hartl Haus wiederum zeigt sich eine hohe Übereinstimmung zwischen Managementeinschätzung und Kundensicht, was ein Zeichen für das Ohr an den Kundinnen ist.

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Bild: »Langfristig können Unternehmen nur mit Service erfolgreich sein«, sagt Christian Rauscher, Geschäftsführer Top Service Österreich.

»Unser Anspruch ist es, nicht nur Produkte, sondern komplette Systemlösungen zu bieten – individuell zugeschnitten auf die Bedürfnisse unserer Kunden. Besonders wichtig ist uns der aktive Austausch. Das Feedback unserer Kunden fließt direkt in die Produktentwicklung ein und wird regelmäßig hinterfragt«, erklärt Rainer Pascher, Geschäftsführer Murexin. Bei Hartl Haus versucht man, sich mit dem Motto »Alles aus einer Meisterhand« vom Mitbewerb abzuheben. »Als österreichisches Traditionsunternehmen mit hauseigener Tischlerei können wir weit mehr als die Standardleistungen abdecken«, erklärt Philipp Müller, Chief of Marketing and Communication. Schon bei der Planung werde so ein »schlüsselfertig-plus-Ansatz« möglich. Das schaffe nicht nur ein besseres Kundenerlebnis, sondern verlängert auch den Kontakt zu unseren Kunden.

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Bild: Murexin ist im TSÖ-Ranking zum »Einsteiger des Jahres« gekürt worden. »Kundenorientierung ist für uns ein zentraler Erfolgsfaktor. Im B2B-Bereich reicht es nicht, technisch ausgereifte Produkte anzubieten. Entscheidend ist, dass diese die Anforderungen unserer Partner zuverlässig erfüllen und von den passenden Services begleitet werden«, sagt Geschäftsführer Rainer Pascher.

Von außen nach innen denken
Nicht zuletzt aufgrund der aktuell schwierigen Lage der österreichischen Bauwirtschaft empfiehlt Rauscher den Unternehmen, »von außen nach innen zu denken«. Unternehmen müssten die Kundenbrille aufsetzen, die Druckpunkte der Kund*innen aus deren Sicht klar benennen und wirksame und differenzierende Antworten liefern. »Das ist eine strategisch-kulturelle Aufgabe und dafür nehmen wir uns in der operativen Hektik zu wenig Zeit, was ein Fehler ist, weil wir aus dem Hinterherhecheln nicht rauskommen«, so Rauscher.

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