Sonntag, Oktober 18, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Die Wildbach- und Lawinenverbauung Österreichs setzt beim Bau einer Konsolidierungssperre im Salzburger Pongau erstmals auf einen mobilen Stromspeicher. Nach Angaben der Projektleitung werden dadurch pro Monat rund 2.000 Liter Diesel eingespart.

Energiespeicher ersetzt Dieselgenerator im Pongau


Das Ellmautal im Großarltal gilt als landschaftlich reizvoll, ist jedoch zugleich Risikogebiet für Erdrutsche, Muren und Hochwasser. Um die Bevölkerung zu schützen, entsteht im Sillegggraben eine Konsolidierungssperre, die Geröllmassen vom Tal fernhalten soll.

Zum Heben der Bauteile wird ein Liebherr-Schnelleinsatzkran 34 K eingesetzt; er ist zugleich der größte Stromverbraucher auf der Baustelle. In entlegenen Tälern reicht die Netzversorgung für solche Lastspitzen meist nicht aus. Normalerweise wird deshalb ein Dieselaggregat betrieben.

Energiespeicher als Alternative

Stattdessen kommt nun der batteriebasierte Stromspeicher LPO 100 zum Einsatz. Mit 94 kWh Kapazität puffert er den bestehenden Netzanschluss und gleicht Lastspitzen bis 100 kVA aus. So lassen sich nicht nur der Kran, sondern auch Container, Kreissägen, Akkugeräte und eine Wasserpumpe versorgen. Der Speicher wird nachts oder parallel zum laufenden Betrieb geladen und ist seit über vier Monaten im Einsatz.

Bauleiter Nikolaus Wieser erklärt: „Wir hätten natürlich auch ein Dieselaggregat zur Beschickung der Baustelle verwenden können, wie wir es immer getan haben. Aber auch wir möchten einen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen leisten und setzen daher gerne auf diese Lösung.“

Einsparungen bei Kosten und Emissionen

Der Unterschied ist messbar: Rund 2.000 Liter Diesel werden pro Monat eingespart. Bei einem Preis von 1,40 Euro pro Liter entspricht das etwa 2.800 Euro. Über vier Monate summiert sich die Einsparung auf mehr als 11.000 Euro. Zusätzlich werden 20,3 Tonnen CO₂ vermieden – etwa so viel wie der jährliche Ausstoß von zwei Personen in Deutschland.

Auch die Baustellenlogistik vereinfacht sich. Das regelmäßige Betanken entfällt, was in abgelegenen Regionen Zeit und Aufwand spart.

Erfahrungen vor Ort

„Die Inbetriebnahme lief gut; seitdem steht der Speicher und läuft – so soll es sein“, sagt Wieser. Der Energiespeicher habe sich als zuverlässig erwiesen und ermögliche einen gleichmäßigen Baustellenbetrieb ohne Unterbrechungen.

Die Verantwortlichen sehen zudem Anwendungsmöglichkeiten auf innerstädtischen Baustellen mit Lärmbeschränkungen, wo Dieselaggregate schwer einsetzbar sind.

Ausblick

Das Projekt im Ellmautal erprobt den Einsatz mobiler Speicherlösungen im Katastrophenschutz im Pongau. Die Erfahrungen könnten für weitere Vorhaben der Wildbach- und Lawinenverbauung in alpinen Regionen ebenso relevant sein wie für urbane Baustellen, die ohne Dieselaggregate auskommen müssen.

Populär

In New York werden ungenutzte Luftrechte zu handelbarem Baupotenzial. So können neue Baukörper über oder neben bestehenden Gebäuden entstehen. Foto: REPORT/Eva Flatscher

Haus über Haus: Wie New York mit Luftrechten baut

In New York wird nicht nur mit Grundstücken gehandelt, sondern auch mit dem...
Batterieelektrische Scania-Zugmaschine in Dreiviertelansicht.

Langstrecke unter Strom

Scania will batterieelektrische Lkw stärker für längere Strecken einsetzen....
Buchcover: Homo Universus von Matthias Strolz
Cover: Edition Platin

Homo Strolzus

Matthias Strolz widmet sich in „Homo Universus“ den großen Fragen des...
Luftaufnahme des Knauf-Standorts in Ferndorf in Kärnten mit Produktionshallen, Bahntrasse sowie angrenzenden Feldern und Gewässern.

Knauf investiert 30 Millionen Euro in Recyclinganlage

In Ferndorf in Kärnten entsteht eine neue Recyclinganlage für Glas- und...
Gruppenbild Studierende mit Michael Nowak vor der verbotenen Stadt

Studierende tauchten in Chinas Tech-Welt ein

Das Bildungsprogramm „Seeds for the Future“ fand in diesem Jahr zum zwölften...
Sabine Hammer

Infinigate: Sabine Hammer übernimmt Leitung DACH

Als neue RVP DACH wird Sabine Hammer ab dem 1. Oktober das Wachstum des...

ThemaThema

Einladung zur Enquete „Chance Bau 2026“

Die österreichische Bau- und Immobilienwirtschaft steht vor entscheidenden Weichenstellungen: Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft, Sanierung, Künstliche Intelligenz, neue regulatorische Rahmenbedingungen und die Frage, wie rasch der Markt wieder an Dynamik gewinnt. Bei der Enquete „Chance Bau...

Leben & StilView all