Freitag, Oktober 09, 2026

Mehrwert für Manager

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Cloud, künstliche Intelligenz und digitale Souveränität wachsen für die A1 Group zu einem gemeinsamen Geschäftsfeld zusammen.

Alejandro Plater und Alexander Kuchar
A1 Group CEO Alejandro Plater und Group CTO Alexander Kuchar


Beim A1 ICT Summit in Wien machten Group CEO Alejandro Plater und Group CTO Alexander Kuchar deutlich, wohin die Reise gehen soll. Der Telekominfrastrukturanbieter A1 positioniert sich als IKT-Dienstleister, als vertrauensvoller Partner für Unternehmen in den Regionen Europas. Alejandro Plater sieht als zentralen Wettbewerbsvorteil gegenüber den globalen Hyperscalern den lokalen Service,  Infrastruktur vor Ort und Wahlfreiheit bei Technologien und Plattformen für die Kunden. Die Technologien und Plattformen heute sind Cloud und KI.

„Wir leben in einer spannenden Zeit, in der KI wirklich nutzbar wird. Jetzt beginnt aber die Phase, in der wir lernen müssen, daraus einen tatsächlichen Mehrwert zu schaffen“, unterstreicht auch Alexander Kuchar. A1 könne dabei auf die eigene Erfahrung zurückgreifen. Mehr als 3.000 Mitarbeiter*innen der Gruppe arbeiten laut Kuchar als Engineers an IT- und Netzwerktechnologien. Dieses Know-how soll nun auch Unternehmenskunden angeboten werden.

Ein zentraler Begriff dieser Strategie ist Souveränität. Kuchar interpretiert sie jedoch nicht als völlige technologische Unabhängigkeit von den USA oder anderen Weltregionen. „Souveränität bedeutet für uns in erster Linie, eine Wahl zu haben. Man muss über Alternativen verfügen und selbst entscheiden können, welche Technologie und welche Plattform für die jeweilige Aufgabe am besten geeignet sind.“

Dazu gehören internationale Partner ebenso wie eigene beziehungsweise europäische Technologien. Mit Exoscale verfügt die A1 Group über eine Cloud-Plattform mit Standorten unter anderem in Wien, Frankfurt, Zürich und Madrid. Dort werden auch GPUs als Service angeboten. Darauf will A1 ein Angebot unterschiedlicher Large Language Models aufbauen, zunächst vor allem auf Basis von Open-Source-Modellen. Kunden sollen damit nicht automatisch für jede Aufgabe auf die größten und teuersten Frontier-Modelle zurückgreifen müssen. Die Wahl des richtigen Modells für den jeweiligen Arbeitsschritt ist entscheidend, heißt es. Viele Anwendungen benötigten die enormen Fähigkeiten der größten Modelle gar nicht. Auch in Europa werden mit wesentlich kleineren Entwicklungsteams Plattformen entstehen, die einen großen Teil der Anforderungen von Unternehmen abdecken können.

A1 schafft dazu IT-Umgebungen, die sich geografisch klar eingrenzen lassen. „Wir können sie in unseren Rechenzentren betreiben, und der Kunde kann entscheiden, ob das in Madrid, Frankfurt, Zürich oder Sofia sein soll“, argumentiert Alejandro Plater. „Und das natürlich auch weiterhin gemeinsam mit einem Frontier-Modell aus den USA, wenn man möchte.“

Dahinter steht auch ein grundlegender Wandel des Telekomgeschäfts. Connectivity allein reicht nach Platers Einschätzung längst nicht mehr aus. Diese Verbindung von Netz, Cloud und Security dürfte durch KI noch enger werden. „Je komplexer eine Umgebung ist, desto mehr potenzielle Türen gibt es für Modelle oder Agenten, um einzudringen“, sagt Plater. Er erwartet letztlich einen Wettbewerb zwischen Maschinen. Menschen würden diesen Prozess zunehmend auf einer höheren Ebene überwachen und vor allem dann eingreifen, wenn Systeme Konflikte oder ungewöhnliche Vorgänge melden. Einzelne Beschäftigte werden künftig Hunderte, vielleicht sogar Tausende Agenten verwenden. Damit entstehen völlig neue Managementaufgaben. Welche Zugriffsrechte bekommt ein Agent? Auf welche Daten darf er zugreifen? Wie lässt sich überprüfen, ob gesetzliche Vorgaben eingehalten werden? Und wie misst ein Unternehmen überhaupt die Leistung eines Agenten?

„Die Kosten sind relativ einfach“, sagt Kuchar. „Man kann messen, wie viele Tokens verbraucht werden. Aber die Performance zu messen, ist sehr schwierig.“ Genau diese Fähigkeiten müssten Unternehmen jetzt entwickeln. Bei jeder großen technologischen Veränderung gebe es Greenfield-Unternehmen ohne Altlasten und etablierte Unternehmen, die ihre bestehenden Prozesse verändern müssen. Beim Internet seien Google und andere neue Unternehmen entstanden, während etablierte Konzerne wie Microsoft gezwungen waren, sich neu zu erfinden. Nun wiederhole sich die Situation mit KI. „Wir wollen das Microsoft dieser Transformation sein“, unterstreicht der CEO den Willen, sich auch als Organisation immer wieder neu zu erfinden.

 

Über das Unternehmen
Beim „A1 Group ICT Summit 2026“ Anfang Oktober in Wien diskutierten Führungskräfte aus Wirtschaft und Technologie, wie IKT, Cloud und KI Unternehmen neu gestalten und neue Wachstumschancen schaffen. IKT hat sich für die A1 Group zu einem immer wichtigeren Wachstumsbereich entwickelt. Der Bruttoumsatz im IKT-Bereich stieg von 285 Millionen Euro im Jahr 2021 auf 573 Millionen Euro im Jahr 2025, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 19 Prozent entspricht. Allein im Jahr 2025 wuchs der Bruttoumsatz im IKT-Bereich im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent.

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