Freitag, Juli 17, 2026

Mehrwert für Manager

Diese Meilensteine bei der Transformationdes globalen Energiesystems in Richtung Erneuerbare haben Sie vielleicht verpasst: drei gute Nachrichten aus Technologie und Wissenschaft.

Luftaufnahme von Heliostaten und Turm am Khi Solar One in der Wüste
Bild: iStock

Bild: Luftaufnahme von Heliostaten und Turm am Khi Solar One in Südafrika.

Vor lauter Krisen übersieht man manchmal, dass es auch gute Nachrichten gibt. Zum Beispiel diese: Die längste Zeit galt es als Fakt, dass Solarpaneele spätestens nach 25 Jahren das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben. Der Konsens ging von einer kontinuierlichen Abnahme der Energieerzeugung alternder Solarzellen aus, spätestens im dritten Jahrzehnt ihrer Nutzung sei dringend ein Auswechseln alter Photovoltaik-Technologie vonnöten.
Eine soeben veröffentlichte Studie der Fachhochschule Südschweiz kommt hingegen zu einem erstaunlich anderen Ergebnis: Eine Untersuchung von sechs lokalen Solar-Arrays mit Errichtungszeitraum in den 1980er- und 1990er-Jahren ergab eine verbleibende Effizienz von über 80 Prozent. Pro Jahr seit Errichtung hätten die untersuchten Einrichtungen nur ein Viertelprozent an Effizienz eingebüßt. Auch wenn die spezifischen lokalen Schweizer Bedingungen – Seehöhe, Klima, Durchschnittstemperatur – nicht für alle Weltgegenden dieselbe Langlebigkeit nahelegen, ist die Studie ein weiterer Beleg für die Zukunftstauglichkeit der Solarenergie.

Aufholjagd in Afrika
Eine Botschaft, die vor allem sich erst entwickelnden Industrieländern gelegen kommt: In Afrika, so die gute Nachricht Nummer zwei, hat der Ausbau erneuerbarer Energieprojekte den Turbo eingelegt. Die 322 im Jahr 2025 angekündigten Energieprojekte auf dem afrikanischen Kontinent teilen sich wie folgt auf: 173 Solarenergieprojekte, 46 mit Wasserkraft, 34 Windkraft- und 14 Hybrid-Energieprojekte.
Rein fossile Energiegewinnung soll nur mehr in einem Sechstel der auf den riesigen Kontinent verteilten Projekte zum Einsatz kommen, so ein Report von Electron Intelligence. Auch hier ist es der Konflikt im Iran, der einer bereits beginnenden Entwicklung den nötigen Dringlichkeitsschub beschert. Die International Renewable Energy Agency kommt für Afrika auf einen Zuwachs von 11,3 GW an erneuerbarer Energie im Jahr 2025, dreimal so viel wie im Jahr davor.

(Fast) endlose Energie aus dem Meer
Apropos Langlebigkeit erneuerbarer Energiegewinnung: Auch das weltgrößte Array von Gezeitenstromturbinen im Pentland Firth vor der Nordküste Schottlands hat gerade einen Rekord gebrochen. Sechs Jahre lang war das Pilotprojekt von SKF und SAE Renew­ables mit Turbinen in 30 Metern Tiefe ohne ungeplante, reparaturbedingte Unterbrechung im Dauerbetrieb. Der globale Ausbau größer dimensionierter Projekte ist in Planung.
Gezeitenstrom hat im Vergleich zu Solar- und Windenergie einen entscheidenden Vorteil: Im Unterschied zu diesen ist die Stromgewinnung so verlässlich wie Ebbe und Flut. Die Herausforderung lag hier in der Haltbarkeit entsprechender Technologie in schwierigen Bedingungen.