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Neue Spielregeln
In den vergangenen Jahren wurde von einer Wende gesprochen. Dabei wird es angesichts des Energiehungers nicht bleiben.
Die Energiewende ist aktuell vielmehr eine Expansionsbewegung. Laut dem »Global Energy Perspective Report 2026« von McKinsey ist der weltweite Energiebedarf 2025 um 2,7 Prozent gestiegen – bei fossilen ebenso wie erneuerbaren Energieträgern. Zum Engpass der Transformation werden zunehmend die Stromnetze, Speicher und gesicherte Erzeugungskapazitäten. Die weltweiten Investitionen in Übertragungs- und Verteilnetze dürften laut McKinsey von 443 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf jährlich 970 Milliarden Dollar bis 2050 steigen.
Die Studie »Europe Energy Security and competitiveness – supercharging electrification« von Schneider Electric bestätigt den Handlungsbedarf für Europa. Seit mehr als einem Jahrzehnt stagniert der Stromanteil am Endenergieverbrauch der EU bei lediglich 21 Prozent. Dabei könnten mehr als 80 Prozent des Energiebedarfs in Gebäuden, Industrie und Mobilität elektrisch gedeckt werden. Die EU importiert derzeit knapp 60 Prozent ihrer Energie für jährlich rund 380 Milliarden Euro. Eine stärkere Elektrifizierung könnte diese Kosten bis 2040 um bis zu 250 Milliarden Euro jährlich reduzieren. Dafür braucht es Investitionen in Infrastruktur, flexible Tarife und wirtschaftliche Anreize.
In Österreich stellt die E-Control mit einer neuen Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung die Weichen für die Elektrifizierung. Ab 2027 sollen Netzentgelte schrittweise stärker an Leistungsspitzen statt ausschließlich am Stromverbrauch ausgerichtet werden. Flexible Stromnutzung wird belohnt, ebenso der systemdienliche Einsatz von Speichern. Laut E-Control könnten damit langfristig jährlich rund 300 Millionen Euro an Netzkosten vermieden werden.
Diskussionsbedarf gibt es bei den Batteriespeichern. Für systemdienliche Anlagen sieht das Elektrizitätswirtschaftsgesetz eine Netzentgeltbefreiung für 20 Jahre vor. Kritiker halten diesen Zeitraum angesichts des rasanten Wandels im Stromsystem für zu lang. Schließlich verschwinden die Netzkosten dadurch nicht, sondern werden auf andere Nutzer verteilt. Flexiblere Modelle mit zeitlich begrenzten Vergünstigungen könnten Investitionsanreize schaffen, ohne die Kostenverteilung langfristig festzuschreiben. Denn mehr Speicher braucht das Stromsystem jedenfalls.
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