Dienstag, Juli 21, 2026

Mehrwert für Manager

Die international tätige KEBA Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/26 zurück. Trotz eines weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds konnte das Unternehmen seine stabile Entwicklung fortsetzen und zentrale Themen vorantreiben.

KEBA Andreas Schoberleitner und Christoph Knogler
KEBA Andreas Schoberleitner und Christoph Knogler

Grundlage dafür ist die breite Aufstellung der KEBA Gruppe in unterschiedlichen Märkten, Branchen und Regionen. Sie schafft Resilienz in einem Umfeld, das insbesondere in Europa von schwacher Konjunktur, zurückhaltenden Investition-sentscheidungen sowie geopolitischen und handelspolitischen Unsicherheiten geprägt war. Gleichzeitig kamen positive Impulse aus den asiatischen Märkten und den USA.

Ein besonderer strategischer Schwerpunkt lag im abgelaufenen Geschäftsjahr auf dem Ausbau des Software- und Digitalgeschäfts. Mit KEBA Digital hat die Unternehmens-gruppe ein neues Zukunftsfeld auf den Weg gebracht: Industrial Intelligence – also den Einsatz von KI in wertschöpfenden industriellen Prozessen. KEBA verbindet dabei jahrzehntelange Erfahrung in industrietauglicher Software mit der Expertise des integrierten KI-Unternehmens 7LYTIX und der eigenen Anwendungserfahrung mit KI in operativen Prozessen. Damit erweitert KEBA ihr Angebot um digitale Lösungen, Services und KI-basierte Anwendungen für bestehende und neue Branchen.

Die KEBA Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr 2025/26 (April 2025 bis März 2026) einen Gesamtumsatz von 544,4 Mio. Euro erzielt und damit ein solides Wachstum von rund 6 % gegenüber dem Vorjahr erreicht. Vor dem Hintergrund eines weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds unterstreicht diese Entwicklung die Stabilität und Leistungsfähigkeit der Unternehmensgruppe.

Der internationale Geschäftsanteil blieb mit rund 89 % weiterhin auf hohem Niveau. In der EU ohne Österreich wurden rund 64 % des Umsatzes erzielt, in Asien zirka 17 % und im Rest der Welt rund 8 %. Österreich trug gut 11 % zum Gruppenumsatz bei. Damit bleibt die internationale Ausrichtung sowohl ein wesentlicher Erfolgsfaktor der KEBA Gruppe, als auch eine wichtige Grundlage für Kundennähe in den jeweiligen Zielmärkten.

Der Personalstand der Gruppe lag zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres bei rund 2.100 Mitarbeiter:innen auf Basis von Vollzeitäquivalenten. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter:innen ist in Österreich beschäftigt, knapp 30 % in Deutschland. Damit bilden Österreich und Deutschland weiterhin die größten Standortbereiche der Unternehmensgruppe. Rund 10 % der Mitarbeiter:innen sind in Asien tätig. Aktuell bildet KEBA in Österreich und Deutschland 74 Lehrlinge bzw. Auszubildende aus.

Für ein Technologieunternehmen wie KEBA sind Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Innovationsfelder von zentraler Bedeutung – sowohl für den langfristigen Unternehmenserfolg als auch für die technologische Positionierung. Dementsprechend hat die KEBA Gruppe auch im Geschäftsjahr 2025/26 erneut einen erheblichen Teil ihres Umsatzes in F&E investiert. Die F&E-Aufwendungen beliefen sich auf 91,8 Mio. Euro. Das entspricht einer F&E-Quote von rund 16,9 %.

Die drei Geschäftsfelder der KEBA Gruppe – Industrial Automation, Handover Automation und Energy Automation – waren im Geschäftsjahr 2025/26 mit unterschiedlichen Marktdynamiken konfrontiert und konnten allesamt wichtige Impulse für die Entwicklung der Unternehmensgruppe setzen. So wurden in allen Bereichen Produkt- und Innovationsvorhaben vorangetrieben, Kundenbeziehungen ausgebaut und technologische Zukunftsthemen weiterentwickelt.

Softwareschmiede für industrielle KI

Ein strategischer Meilenstein im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Gründung von KEBA Digital. Die neue Einheit wurde im Geschäftsjahr 2025/26 vorbereitet, gegen Ende des Geschäftsjahres gegründet und der Öffentlichkeit im Juni 2026 offiziell vorgestellt. Damit bündelt die KEBA Gruppe erstmals die Vermarktung hardwareunabhängiger digitaler Lösungen in einer eigenen Gesellschaft.

KEBA Digital verbindet die fast 60-jährige Softwareerfahrung von KEBA mit der KI-Expertise der 2025 integrierten 7LYTIX GmbH. Entwickelt werden industrielle KI-Lösungen, die hardwareunabhängig in unterschiedlichen etablierten und neuen Marktsegmenten angeboten werden.

Software ist seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil nahezu aller KEBA Produkte – von Industriesteuerungen über Geldautomaten und Paketstationen bis hin zur Ladeinfrastruktur. Mit KEBA Digital wird diese Expertise nun erstmals auch hardwareunabhängig in Form von KI-Dienstleistungen, digitalen Produkten sowie skalierbaren industrietauglichen und AI-nativen Plattformen angeboten.

Das Prozess-, Entscheidungs- und Domänenverständnis, das KEBA sowohl aus der eigenen Praxis als produzierendes Technologieunternehmen als auch aus der jahrzehntelangen Erfahrung als Anbieter industrieller Software- und Automatisierungslösungen aufgebaut hat, bildet eine wesentliche Grundlage für den Anspruch der neuen Einheit: Sich mit echter industriell einsetzbarer KI von anderen Softwareanbietern zu differenzieren.

KEBA Digital richtet sich dabei mit ihren Lösungen nicht nur an Anwendungen in der Produktion, sondern an das gesamte industrielle Ökosystem, zu dem auch das Gesundheits- und Finanzwesen gezählt wird. Geführt wird KEBA Digital von Sulejman Ganibegovic als CEO und Hannes Kaufmann als CTO. Gemeinsam verbinden sie Erfahrung im Aufbau digitaler Produkte mit industrieller Software- und Systemkompetenz. Mit KEBA Digital unterstreicht die KEBA Gruppe ihren Anspruch, digitale Transformation aktiv mitzugestalten und ihre Position als innovativer Technologiepartner weiter auszubauen.

Neben dem Aufbau von KEBA Digital zeigt sich der KI-Schwerpunkt der Gruppe in konkreten Anwendungen. Bereits 2023 stellte das Unternehmen ein erstes serienreifes KI-Modul für die industrielle Automation vor, das etwa bei Anwendungen rund um Computer Vision, Objekterkennung oder Roboterführung zum Einsatz kommt. Auch im Geschäftsfeld Handover Automation gewinnt KI weiter an Bedeutung: Mit KeBob bietet KEBA ein KI-gestütztes Assistenzsystem an, das sicherheitsrelevante Situationen in SB-Zonen und sensiblen Bereichen erkennen kann und mit diesen Fähigkeiten auch Potenzial für weitere Anwendungen zeigt.