Donnerstag, September 03, 2026

Mehrwert für Manager

AVILOO hat nach eigenen Angaben die weltweit größte unabhängige Studie zur Batteriegesundheit gebrauchter E-Autos veröffentlicht. Die Auswertung von mehr als 500.000 Tests zeigt: Der tatsächliche Zustand der Batterie kann selbst bei gleichen Modellen deutlich variieren.

AVILOO-Modellvergleich zur Batteriegesundheit bei 50.000 Kilometern
Quelle: AVILOO Certified EV Battery Report; Darstellung: REPORT.

Wie gesund ist die Batterie eines gebrauchten E-Autos wirklich? Eine einfache Frage – aber eine, auf die das Fahrzeug selbst offenbar nicht immer die beste Antwort gibt. Genau hier setzt der neue AVILOO Certified EV Battery Report an. AVILOO bezeichnet ihn als weltweit größte unabhängige Studie zur Batteriegesundheit gebrauchter Elektroautos.

Die Botschaft des Reports ist klar: Wer ein gebrauchtes E-Auto kauft oder verkauft, sollte den Batteriezustand unabhängig prüfen lassen – und ihn nicht bloß schätzen oder der Anzeige im Fahrzeug vertrauen.

Die Studie basiert auf mehr als 500.000 unabhängigen Tests an AVILOO-zertifizierten E-Autos aus den Jahren 2022 bis 2026. Untersucht wurden 20 gängige E-Auto-Modelle. Die Daten sind Teil der globalen AVILOO-Datenbank, die laut Unternehmen mittlerweile mehr als eine Million Batterietests umfasst. Der Report soll künftig zweimal jährlich erscheinen.

Besonders interessant ist die Streuung innerhalb einzelner Modelle. Der sogenannte State of Health (SoH) – also der Prozentsatz der ursprünglich verfügbaren Batteriekapazität, der noch vorhanden ist – kann zwischen dem besten und dem schlechtesten Fahrzeug desselben Modells um bis zu 13,5 Prozentpunkte auseinanderliegen. Mit anderen Worten: Zwei äußerlich ähnliche Fahrzeuge können technisch deutlich weiter voneinander entfernt sein, als Kilometerstand oder Baujahr vermuten lassen.

Die Daten stammen aus Nord- und Südamerika, Europa, Australien und Asien. Sie zeigen laut AVILOO auch, wie stark unterschiedliche Klimazonen die Batteriegesundheit und Ladeleistung beeinflussen können. Hitze, Ladeverhalten und Nutzungsmuster werden damit zu Faktoren, die beim Gebrauchtwagenkauf stärker ins Gewicht fallen als bisher oft angenommen.

Grundlage des Reports sind die unabhängigen AVILOO FLASH Tests. Dabei wird die Batteriegesundheit nicht aus der Selbstauskunft des Fahrzeugs übernommen, sondern über einen eigens entwickelten Algorithmus berechnet. Genau darin liegt der entscheidende Unterschied: Nicht das Auto erzählt, wie fit seine Batterie ist – ein externer Test prüft es nach.

Ein weiterer Befund: E-Autos mit kleineren Batterien, die für dieselbe Strecke häufiger geladen werden müssen, zeigen tendenziell eine schnellere Degradation als Modelle mit größeren Akkus. Das ist keine Überraschung, aber ein wichtiger Hinweis für Käuferinnen und Käufer am Gebrauchtwagenmarkt.

Im Sommer hat AVILOO zudem eine Batterie-Garantie europaweit eingeführt. Sie soll Käufern gebrauchter E-Autos eine finanziell abgesicherte Garantie auf die Batteriegesundheit bieten.

Der Report liefert damit weniger eine beruhigende Komfortbotschaft als eine nüchterne Mahnung: Beim gebrauchten E-Auto ist die Batterie der eigentliche Wertträger. Wer ihren Zustand nur errät, kauft im Blindflug.