By Alfons A. Flatscher on Wednesday, 11 February 2026
Category: Europa

Realismus mit Rückgrat

Was kommt 2026? Die Antwort unserer Leser*innen ist so österreichisch wie bemerkenswert: Turbulenzen, ja – aber bitte ohne Fatalismus. Die Report(+)-Umfrage unter Unternehmer*innen und Entscheider*innen liest sich wie ein Seismograf der Chefetagen: nüchtern, widersprüchlich, erstaunlich zuversichtlich. Mehr als die Hälfte sieht Chancen, viele sprechen von Hoffnung, obwohl Begriffe wie »krisenhaft« und »chaotisch« offen ausgesprochen werden. Das ist kein Zweckoptimismus, sondern Pragmatismus mit Haltung. (Hier geht es zu den Ergebnissen der Umfrage: report.at/trends/was-2026-kommt-und-wichtig-wird)

2026 gilt als Übergangsjahr: durchhalten, sortieren, neu aufstellen. 2027 rückt bereits als Erntephase ins Blickfeld. Investitionen, Innovation und Wachstum stehen höher im Kurs als Sparprogramme oder Personalabbau. Unternehmen planen nicht den Rückzug, sondern die Fokussierung. Ihre größte Sorge gilt weniger dem Markt als der Politik – und steigenden Insolvenzen. Gleichzeitig erwarten viele sinkende Kosten bei Energie, Inflation und Zinsen.

Bemerkenswert klar ist auch das Führungsbild: Kommunikation schlägt Ideologie. Gesucht sind keine lauten Rebellen, sondern Manager*innen, die Orientierung geben. Die Quintessenz dieser Umfrage: Die Lage ist ernst, aber gestaltbar. Die Zukunft kommt nicht von selbst – aber sie lässt sich machen.