Bild: Claudia Dankl ist Vorstandsmitglied von Beton Dialog Österreich und stellvertretende Geschäftsführerin der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (Bildquelle: BDÖ derfritz).

Wenn ich gefragt werde, warum ich mich so leidenschaftlich für Beton einsetze, dann ist meine Antwort seit Jahren dieselbe: Weil der Baustoff im Bauwesen schlicht unverzichtbar ist und zugleich einen wichtigen Beitrag zur Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft leistet. Keine Wind- und Wasserkraftanlagen, kein Ausbau der Bahninfrastruktur und schließlich kein leistbarer Wohnraum – all das wäre ohne Beton undenkbar. Umso mehr freut es mich, dass die Concrete Design Competition 2025/26 unter dem Motto „Transform" gezeigt hat, wie lebendig und zukunftsorientiert an unseren Hochschulen zu diesem Hochleistungsbaustoff geforscht wird.

Aus 31 Einreichungen – von Studierenden aus ganz Österreich – wählte die Jury unter Vorsitz des renommierten deutschen Architekten, Bauingenieurs und Pioniers des klimaschonenden Bauens Werner Sobek fünf besonders überzeugende Projekte aus. Was mich dabei am meisten beeindruckt hat: die Vielfalt der Ansätze. Die Studierenden verfolgen unterschiedliche Wege, kommen aber fast alle zum gleichen Ziel – Beton dort klug einsetzen, wo er seine Rolle am besten erfüllt.

Das Siegerprojekt „High Performance Vault" zeigt das eindrucksvoll: eine druckoptimierte Betonschale in Form eines hyperbolischen Paraboloids, die Lasten rein über Druckkräfte abträgt und dadurch kaum klassische Bewehrung benötigt. Kombiniert mit 3D-Druck und hochfestem UHPC-Beton entsteht ein Bauteil, das materialeffizient, gestalterisch ausdrucksstark und technisch konsequent ist – und dabei ein faszinierendes Licht- und-Schattenspiel durch die Öffnungen in der Schale erzeugt. Für mich verkörpert dieses Projekt wunderbar das Thema „Transform".

Ähnlich begeistern mich die beiden zweitplatzierten Projekte: Im einen wird mittels Optimierung der Topologie computerbasiert ermittelt, wo Material im Bauteil wirklich notwendig ist – die komplexe Geometrie wird dann per 3D-Betondruck gefertigt. Im anderen verlegt ein Roboter Textilbewehrung aus Carbon- oder Basaltfaser exakt entlang der Hauptbeanspruchungslinien und spart so rund die Hälfte der Bewehrung ein. Beide Projekte zeigen, wie digitale Technologien und innovative Materialien Hand in Hand gehen können.

Positiv in die Zukunft blicken
Spannend finde ich auch die beiden Projekte zur Kreislaufwirtschaft, die ausgezeichnet wurden: Die Anerkennung ging an ein Projekt, das Bauteile aus der Pauker Halle am Wiener Westbahnhof – Stahlstützen, Betonträger, Glasprofile – als neue Tragwerkselemente weiterverwendet. Die lobende Erwähnung würdigt einen temporären Pool aus wiederverwendeten Waschbetonplatten, der Betonabbruch als urbane Ressource begreift. Rückbaubarkeit und ReUse stehen hier im Zentrum des Entwerfens.

Genau dafür ist die Concrete Design Competition da: künftige Planungs- und Bauexpertinnen und -experten frühzeitig für den nachhaltigen Einsatz von Beton zu sensibilisieren. Wer heute in seinem Studium lernt, strukturoptimiert, ressourcenbewusst und zirkulär zu denken, wird morgen Projekte realisieren, die wirklich einen Unterschied machen. Die Preisverleihung am 25. Juni im Architekturzentrum Wien war für mich mehr als eine Feier – sie war ein Ausblick auf das, was kommen kann und auch wird.

Im August 2026 geht die Concrete Design Competition weiter: Bei der internationalen Masterclass am Porr Campus in Wien treffen die Gewinnerinnen und Gewinner aus Österreich, Deutschland, Belgien, Irland und den Niederlanden aufeinander, um gemeinsam Prototypen zu entwickeln und von Expertinnen und Experten aus Forschung und Industrie zu lernen. Ich freue mich sehr darauf – und bin überzeugt: Die Zukunft des Betonbaus ist in der Ausbildung in Österreich in sehr guten Händen.


Mehr Informationen über den Studierendenwettbewerb Concrete Design Competition 2025/26: https://beton-dialog.at/betonbau-neu-gedacht-cdc2026/