Samstag, Juli 20, 2024

Das Softwareunternehmen Sybase ist eines der erfolgreichsten Beispiele, wie wandlungsfähig die IT-Branche ist. Sybase geht es nicht nur um das Management, sondern auch um die Mobilisierung von Information.

Der Business-Software-Hersteller Sybase wurde in den Achtziger Jahren gegründet – eine Zeit, in der man sich im Datenbankbereich eine goldene Nase verdienen konnte. Sybase entwickelte gemeinsam mit Microsoft den legendären SQL-Server, der heute eines der meistgenutzten Datenbanksysteme ist. Mittlerweile geht es Sybase aber nicht nur um das Management, sondern auch um die Mobilisierung von Information. Das Unternehmen eignete sich in den vergangenen Jahren Know-how und Produkte im Bereich Business Intelligence und sogar Gerätemanagement für Laptops, Organizer und Smartphones an.

Franz Pacha, langjähriger Geschäftsführer von Sybase in Österreich, sieht nun neue Chancen für seine Palette mobiler Lösungen. Aus gutem Grund: Branchenprimus Nokia, dessen Geräte gerne in Unternehmen eingesetzt werden, hat seine Produktstrategie im Bereich Device Management auf den Kopf gestellt. Im Herbst 2008 verlautbarten die Finnen, zu Gunsten engerer Kooperationen mit Unternehmen wie Cisco oder Microsoft das Marketing und die Entwicklung der eigenen Intellisync-Plattform einzustellen. Gemunkelt wurde, dass Nokia einfach zu wenig Businesskunden mit seiner eigenen Middleware gewinnen konnten. Aus gutem Grund: Geräte von Nokia sind ohnehin bereits Quasi-Standard bei den meisten Mobil-Lösungen.

Die österreichischen Firmen, die noch immer überproportional oft auf Nokia setzen, sehen sich nun zwischen den Stühlen. Pacha will jedenfalls dieses Vakuum nun mit den offenen Lösungen von Sybase auffüllen. Die Produktfamilie Afaria der Sybases Mobile-Solutions-Tochter iAnywhere spricht Gerätschaften unterschiedlichster Hersteller an und kann so die gesamte, mobile Geräteflotte in Unternehmen abbilden.

Dabei ist Device Management längst mehr als nur Middleware für Softwareupdates und Rechtevergaben. Pacha weiß um die Dringlichkeit von Sicherheitsfragen in vielen Unternehmen, um Daten der mobilen Mitarbeiter zu schützen. Und bietet deshalb Security- und Administrationswerkzeuge, die etwa bei einem Diebstahl automatisch Datensätze am Gerät löschen. Der Fantasie sind im Gerätemanagement keine Grenzen gesetzt: Übergabe von Gesprächen aus dem Mobilfunknetz in ein Drahtlosnetzwerk am Firmengelände, Verschlüsselungen des Datenverkehrs, die Anbindung an Mailserver und Unternehmensprozesse jeder Art. Allein hierzulande sieht die Sybase-Mannschaft ein Potenzial von "mehreren zehntausend Geräten", mit denen Nutzer auch Einblick in Lagerstände, Kundendaten oder Rechnungsläufe haben wollen. Die Zeiten von Push-E-Mail als allein stehende Killerapplikation sind vorbei.

Doch zurück zu den Datenbanken. Mit Microsoft hatte sich Sybase in den letzten Jahren auseinander gelebt, nun möchte man wieder zusammenrücken, wie Pacha betont. "Um den Microsoft SQL Server kommen viele nicht herum, manch Unternehmen würde aber gerne Linux einsetzen", beobachtet er. Dieser Spagat könnte mit Sybases SQL-Lösung geschafft werden. Sie ermöglicht, Anwendungen auf gewohnter Datenbankbasis, aber auf Open-Source-Untergrund laufen zu lassen. Eng damit verbunden, ebenso wie mit gehörigen Geschwindigkeitssteigerungen, ist auch die Business-Intelligence-Palette des Herstellers. Die intelligente Zusammenfassung von Datenbankeinträgen zu einem übersichtlichen Ganzen wird im SAP-Umfeld unterstützt. Und das durchaus erfolgreich, wie Pacha berichtet. Ein Kundenstock ist hierzulande im Aufbau.

Mit einem Gesamtumsatz von 1,1 Mrd. Dollar weltweit, 4000 Mitarbeitern – davon 20 in Österreich – ist das kalifornische Unternehmen eines der ganz großen Business-Software-Häuser. Die Öffnung zur mobilen Datenwelt bringt Sybase in eine bemerkenswert gute Position: Information wird nun von der Datenbank bis zum mobilen Endgerät durchgehend serviciert und übertragen.

Meistgelesene BLOGS

Firmen | News
25. März 2024
Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel und Künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine entscheidende Rolle. Unternehmen weltweit erkennen zunehmend die Bedeutung von KI für ihre Produktivität und W...
Andreas Pfeiler
27. März 2024
Die Bundesregierung hat ein lang überfälliges Wohnbauprogramm gestartet. Ausschlaggebend dafür war ein Vorschlag der Sozialpartner, der medial aber zu Unrecht auf einen Punkt reduziert und ebenso inte...
Redaktion
09. April 2024
Die Baubranche befindet sich gerade in einem riesigen Transformationsprozess. Dabei gilt es nicht nur, das Bauen CO2-ärmer und insgesamt nachhaltiger zu gestalten, sondern auch Wege zu finden, wie man...
Firmen | News
27. Mai 2024
Die Zeiten, in denen man eine Bankfiliale besuchen musste, um sich über finanzielle Produkte zu informieren, sind längst vorbei. Heute, in einer Ära, in der praktisch jede Information nur einen Klick ...
Fujitsu
05. April 2024
Die IT-Landschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Früher dominierten zentralisierte Rechenzentren, ein neuer Trend favorisiert nun aber eine verteilte IT-Infrastruktur. Diese erstreckt...
Bernd Affenzeller
02. Juni 2024
Am 9. Juni findet in Österreich die Wahl zum Europäischen Parlament statt. Überschattet wird der Wahlkampf derzeit von Vorwürfen gegen die grüne Kandidatin Lena Schilling. Trotz der heftigen Turbulenz...
Marlene Buchinger
21. April 2024
Derzeit gibt es Unmengen an Schulungsangeboten und ESG-Tools schießen wie Pilze aus dem Boden. Anstelle das Rad neu zu erfinden, lohnt es sich bestehende Strukturen zu neu zu denken. Herzlich Willkomm...
Alfons A. Flatscher
02. Juni 2024
Elon Musk, Tesla-Gründer und Twitter-Eigner, ist immer gut für Sager. Jetzt wurde er gefragt, wer denn im November die Präsidentenwahlen gewinnen werde: Biden oder Trump? Er habe keine Ahnung, antwort...

Log in or Sign up