Mittwoch, Juni 16, 2021
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"Ein Jahr der Ernte liegt hinter uns", freut sich Wienerberger-Chef Erhard Schaschl. Mit 22 Milliarden Umsatz, die für heuer prognostiziert wurden, liegt der Ziegelriese klar auf Position eins der österreichischen Baustoffproduzenten.

Für dieses erfreuliche Ergebnis sind hauptsächlich der erfolgreiche Verkauf der Treibacher Industrie AG und die starke Performance Wienerbergers in Nordamerika und den osteuropäischen Konzernländern verantwortlich. Denn im Inland machen sich auch bei den Großkalibern der Baustoffbranche beinharter Wettbewerb und die gesunkenen Investitionen der öffentlichen Hand bemerkbar. Hatte man bei Wienerberger im Vorjahr geglaubt, dass die preisliche Talsohle beim Ziegel nun erreicht sei, so mussten die österreichischen Ziegelhersteller nun Preissenkungen um weitere zehn Prozent hinnehmen.

"Wir haben heuer schlechte Marktbedingungen in Deutschland, österreich und der Schweiz", sagt Schaschl. In Deutschland sei es sogar wesentlich schlechter als erwartet ausgefallen, gesteht er.

Im nächsten Satz beeilt er sich jedoch, in seinen nahezu grenzenlosen Optimismus zurückzufinden. "Wir hatten ein super Ergebnis in Nordamerika, Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Italien." Damit könne man die schlechten Ergebnisse locker wegstecken und zudem die 275 Millionen Mehrkosten für Energie kompensieren. Nach hohen Investitionen in neun neue Produktionsstandorte in Tschechien, Ungarn, Kroatien, Slowenien und Polen konnte man 1999 durch Akquisitionen einiger der größten Ziegelwerke, die dort am Markt sind, bereits beträchtliche Marktanteile gewinnen.

So wurden zum Beispiel der zweitgrößte Ziegelproduzent Tschechiens und der zweitgrößte Ungarns akquiriert. Auch in Kroatien, Slowenien und Polen konnte Wienerberger durch übernahmen und Modernisierungsmaßnahmen seine Marktposition verbessern. Heuer gingen in Polen sechs neue Standorte in Betrieb, mit deren Produktionskapazitäten die Wienerberger hofft, 30 Prozent Marktanteil in Polen zu erreichen.

Damit ist aber die Expansion Richtung Osten noch lange nicht zu Ende, denn: "Da gibt es noch Potenzial", so Schaschl.

In Bulgarien, Rumänien, der Ukraine und Russland sei man mit dem Ziegel in Produktionsstätten noch nicht tätig. "Wir haben diese bekannten konzentrischen Kreise", beschreibt er die Marktstrategie. Jetzt sei gerade Skandinavien dran, mit der übernahme der Optiroc-Gruppe, des führenden nordischen Ziegelproduzenten. Eine Schiene sei Großbritannien, wo man gerade dabei sei, den Markt aufzubauen. "Eine weitere Schiene wird dann noch Petersburg sein", freut sich der Ziegelmanager.

Report: Zu Beginn der ära von Exminister Schmid waren zahlreiche Vertreter des Bauwesens zuversichtlich, dass der Architekt wisse, was zu tun ist. Hat sich die Branche getäuscht?
Pöchhacker:Die positive Einschätzung ist daher gekommen, dass wir endlich nach Jahren ein Infrastrukturministerium bekommen haben. Natürlich war dann unser Reflex: Vieles wird leichter gehen. Die Umstände, warum es nicht zu Verbesserungen gekommen ist, haben ja weniger mit dem Ressort zu tun. Die Gesprächsbasis zu Schmid war auch keine schlechte. Natürlich werden wir als VIBö jetzt versuchen, mit der neuen Ministerin wieder ins Gespräch zu kommen. Wir können nur hoffen, dass Frau Forstinger länger im Amt bleibt.

üblich ist es, einem neuen Regierungsmitglied 100 Tage Schonfrist zu geben. Halten Sie dies angesichts der vielen offenen Fragen im Bereich der Infrastruktur bei der Nachfolgerin von Minister Schmid für machbar?
Das gilt vielleicht für die Presse. Wir als Interessenvertretung trachten nach möglichst raschem Kontakt. Die Schritte dazu wurden bereits gesetzt - wir sind angemeldet. Vielleicht kommt schon in den nächsten Wochen und in Abstimmung mit der Industriellenvereinigung ein Termin zu Stande. Es wäre sinnvoll, gebündelt aufzutreten, da die Infrastruktur nicht nur die Bauwirtschaft betrifft.

Die Porr-Gruppe ist einschließlich der UBM mehrfach an der Wiener Börse vertreten. Bis wann sollte diese Streuung der Werte, die von Aktienmärkten nicht honoriert wird, bereinigt sein?
Das ist eine typische Eigentümerfrage. Man beginnt allerdings hier darüber nachzudenken, wie man zu einer Vereinheitlichung der Werte kommen kann. Für uns als Management ist das wünschenswert. Wir haben eine ganze Reihe von interessanten Projekten, die wir ausfinanzieren wollen. Als Vorstand sind wir natürlich an allen Kapitalschritten interessiert - deren Abfolge obliegt jedoch den Eigentümern.

Die Wiener Stadtwerke Beteiligungsmanagement GmbH hält derzeit rund 40 Prozent an der Teerag-Asdag. Wird eine übernahme dieser Anteile durch die Porr ohne Bargeld zu machen sein?
Es gibt in diesem Bereich ganz normale gesellschaftsrechtliche Grenzen. Wir haben 51 Prozent und damit die industrielle Führung. Die kommenden Schritte werden in aller Ruhe vollzogen. Ob dabei ein Aktientausch oder Bargeld zum Einsatz kommen wird, ist eine Frage, die zwischen den Eigentümern zu klären sein wird.

Direkt vor Ihrem Firmensitz können Sie das tägliche Tun Ihrer Mitarbeiter auf der Baustelle beobachten. Böse Zungen behaupten, es handle sich dabei um die schwierigste Baustelle der Welt. Gibt es Ihrer Ansicht nach noch Optimierungspotenzial auf den heimischen Baustellen?
Optimierungspotenzial gibt es laufend. Das wird aber in kleinen Schritten in allen Belangen realisiert.

Womit kann man heutzutage als industrielles Bauunternehmen in gesättigten beziehungsweise heiß umkämpften Märkten punkten?
Zunächst muss einmal gesagt werden, dass wir überall dort, wo wir für die öffentliche Hand bauen, Probleme haben. Es wird überall vom Bestbieterprinzip gesprochen; in Wirklichkeit ist das Billigstbieterprinzip nicht mehr umzubringen. Daher gehört es auch zu den Strategien, private Bauherren des Bürohaus- und Wohnungsbaus zu erschließen. Dort werden Termintreue und Qualität geschätzt. Mit Marktanteilen hat die Sicherung der Existenz hingegen nichts zu tun. Wir gehen von Projekt zu Projekt, man muss sein Terrain täglich neu verteidigen. Kostenführerschaft ist wichtiger als Marktanteile.

Wenn über Baukosten gesprochen wird, steht stets die Forcierung der industriellen Fertigung im Raum. Halten Sie es für möglich, dass neue Materialkomponenten oder Bauverfahren die Bauwirtschaft mittelfristig rundum revolutionieren?
Ein völliges Umkrempeln wird immer wieder behauptet. Wir haben in der Vergangenheit Schritte getan, sind vom Ziegel zum Beton und hin zu Glas und Stahl. Vermehrt werden jetzt auch Kunststoffe am Bau eingesetzt. Angesichts der höchst komplizierten Bauordnungen ist es ja auch gar nicht so leicht, neue Baumaterialien zu etablieren.

Porr hat zuletzt einiges in Osteuropa, insbesondere in Polen, gebaut. Wenn man sich das Drängen der Baufirmen nach Osteuropa vergegenwärtigt, bekommt man das Gefühl, dass dort in absehbarer Zeit die Luft sehr dünn werden wird. Fürchten Sie einen Einbruch?
Weil Sie Polen ansprechen: Das Land ist so riesig, und bislang wurde lediglich in den Ballungszentren gebaut. Der gesamte Baubedarf in Osteuropa ist jedoch gigantisch und geht vermutlich in die Milliarden Dollar. Die Angst, dass dort die Arbeit ausgeht, brauchen wir nicht zu haben. Mitbewerb gibt es überall. Natürlich haben manche, die am Beginn zu mutig waren, Schiffbruch erlitten, und jene, die sehr spät hingekommen sind, haben ihre Mühe, weil es auch dazugehört, die örtlichen Gegebenheiten kennen zu lernen. Aber letztlich gilt: Jeder kann überall anbieten, und es ist nie zu spät. Vorausgesetzt man hat das entsprechende Personal.

Die personelle Besetzung von Schlüsselfunktionen wird trotz High Tech für den Erfolg von Unternehmen immer wichtiger. Wie beurteilen Sie den Arbeitskräftemarkt? Sind Engpässe zu erwarten? Entspricht das Bildungsangebot den Anforderungen der Wirtschaft?
Die Bauwirtschaft ist nicht zuletzt wegen der massiv betriebenen Skandalisierung im Image geschädigt. Baulehrling ist deshalb für viele Eltern fast schon ein Schimpfwort. Speziell im Sommer leiden wir unter einem Mangel an Fachkräften, speziell bei Maurern und Zimmerern. Verglichen mit den Erwartungen der im Moment so gefragten Berufe wie etwa im Bereich der Telekommunikation, hat ein Bauberuf langfristig aber die besseren Aussichten. Die vielfach geäußerte Vermutung, alles sei schon gebaut, ist ein Irrglaube.

Wie man aus dem Rathaus hört, wurde im Oktober um die Baugenehmigung für einen 100-Meter-Turm in Wien/Mitte angesucht. Hat dieses Projekt nach all den Diskussionen um Hochhäuser noch Chancen auf eine Realisierung?
Dieses Bauvorhaben ist bewilligt. Unser Turm wird der erste von sechs sein; mit den fünf weiteren haben wir nichts zu tun. Die Verträge mit der Bundesbahn sind unterzeichnet, was in diesem Fall etwas Besonderes ist, da wir erstmals auch Eigentümer von öBB-Grund geworden sind, weil internationale Investoren und Fonds besonderen Wert darauf legen. Der Baubeginn ist Anfang des nächsten Jahres.

In welchen Bereichen lassen sich Ihrer Ansicht nach Elemente der New Economy in das erdige Baugeschäft integrieren und nutzen?
Sie sagen ganz richtig: Es geht darum, diese Dinge zu integrieren. Die sture Trennung zwischen Old und New Economy halte ich für vertrottelt. Die Produkte der New Economy sind Hilfsmittel, denen wir uns nicht verschließen. Wir sind bestens ausgestattet, realisieren Visualisierungen für unsere Projekte und sind im Internet präsent.

Zur Situation in österreich: Vertreter des Baugewerbes beklagen immer wieder, dass bankennahe Bauindustrieunternehmen in ihr Terrain eindringen, weil diese Firmen nicht gewinnorientiert agieren müssen, um zu überleben. Wie beurteilen Sie das Agieren des bankennahen Mitbewerbs am Markt? Oder andersherum gefragt: Wer ist schuld an den angeblich ruinösen Baupreisen?
Das Gewerbe ist Weltmeister im Raunzen. Genauso gut könnten wir uns darüber beschweren, dass potente Firmen des Gewerbes - die ja durchaus vorhanden sind - in unseren Jagdgründen präsent sind. Es kann jeder alles machen. Bei kleinen Bauten haben kleinere Firmen eher einen Kostenvorteil. Preisschleuderer gibt es sowohl im Gewerbe als auch in der Industrie. So groß ist der Unterschied zwischen den beiden Sparten ja nicht; das beschränkt sich lediglich auf ein paar Merkmale wie zum Beispiel die Internationalität.

Wäre es aus Gründen der Geschlossenheit dann nicht denkbar, dass das Baugewerbe und die Industrie gemeinsam Lobbyismus betreiben?
Das wurde in der Vergangenheit ja schon geübt und war nicht befriedigend. Nicht aus Prestigegründen oder weil wir die Baumeister nicht schätzen, es sind einfach die Interessenlagen zu verschieden. Der Bau-Holding-Strabag-Aufsichtsrat Hans Peter Haselsteiner meinte kürzlich, dass sich die Kürzungen der Ermessensausgaben bereits diesen Winter auf die Höhe und die Dauer der Arbeitslosigkeit auswirken könnten. Sein Unternehmen ist straßenbaugeprägt. Dort wirkt sich vermutlich zusätzlich der Wegfall der Getränkesteuer negativ aus, denn die Gemeinden haben aufgrund des Wegfalls dieser Gelder aufgehört zu asphaltieren. Das halte ich aber für eine Frage der Zeit, denn wenn den Bürgermeistern nach dem Winter die Straßen um die Ohren fliegen, werden sie asphaltieren müssen. Für die Porr gilt dies nicht. Insgesamt betrachtet denke ich daher, dass bei den Arbeitslosen nichts Spektakuläres passieren wird. Per saldo stimmt das Bauvolumen, in einzelnen Regionen und Sparten gibt es aber große Differenzen, die bis zu 30 Prozent plus/minus reichen. Dass sich die Sparmaßnahmen der Regierung aber in den Jahren 2002 und 2003 auswirken, kann ich nicht ausschließen. Denn das Einfachste für Minister ist es, die Ermessensausgaben zu streichen - das geht ohne Gesetz.

Ohne Sie jetzt vorzeitig in den Ruhestand schicken zu wollen, stellt sich die Frage Ihrer Nachfolge. Man hört, es gebe in der Porr schon viele Kronprinzen, die sich auf Ihren Sessel vorbereiten. Wer darf sich Hoffnungen machen?
Es gibt einige mögliche Nachfolger. Diese Frage ist aber eine reine Eigentümerfrage. Die eigentliche operative Musik spielt sich aber in den Töchtern ab. Es ist eigentlich spannender, Chef einer großen Tochter zu sein, denn dort werden die Umsätze gemacht. Ich bin der Letzte, der an seinem Sessel klebt. Wir haben das so organisiert: Wenn ich heute drei Wochen auf Urlaub fahre, hat das keinerlei Auswirkungen. Theoretisch kann auch jemand von außen kommen, ein börsenorientierter Kaufmann, ein Finanzgenie, der sich auf die aktienrechtlichen Dinge konzentriert. Die Frage der Nachfolge ist heute eine andere wie vor zehn Jahren. Man sucht heute keinen Pöchhacker mehr, der 20 Jahre auf Baustellen tätig war; die operativen Kenntnisse braucht es nicht mehr. Es reicht ein gewiefter Holdingmanager.

Welchen Gegenstand würden Sie mitnehmen, wenn Sie morgen früh auf eine einsame Insel verreisen würden?

Ich glaube, feste Schuhe.

Die prognostizierten Wachstumsraten im Bereich Virtual Reality (VR) klingen verlockend. Allein in Europa beträgt einer Studie zufolge das Marktvolumen für VR in den nächsten fünf Jahren vier Milliarden US-Dollar. Dass die von Cyber Edge Information Services prognostizierten Zahlen auch Realität werden, hofft die Grazer Qb.vision Darstellungstechnik AG.

Schließlich setzt das Unternehmen, das zuletzt einen Umsatz von zehn Millionen erwirtschaftete, massiv auf diese Sparte. Ein Engagement, das dank einer luxuriösen 20-Millionen-Kampagne kaum jemandem in der Branche verborgen blieb - und die Firmengründer Verena und Gerald Florian für die Zukunft hoffen lässt. Sie erwarten sich für das kommende Jahr einen dreistelligen Millionenumsatz. Mittelfristig peilt das Duo in Europa einen VR-Marktanteil von 30 Prozent an. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, hat Qb.vision seine Produkte nun standardisiert. Kategorisiert in drei Sparten, reicht das Leistungsspektrum von 30.000 Schilling für eine Basisvisualisierung bis zur High-End-Lösung um zwei bis drei Millionen Schilling.

Losgelöst hat man sich außerdem von der Fokussierung auf die Bereiche Bauen und Architektur. Referenzen aus den Bereichen Tourismus, öffentliche Infosysteme und Finanzwelt zeugen von der Anwendungsvielfalt der virtuellen Realität aus der Murstadt. Wie so etwas aussehen kann, zeigt die Stadt Leoben.

Die Zeit drängt. Wir müssen jetzt Druck machen bei den Infrastrukturmaßnahmen und auf die Mittel der Wohnbauförderung“, proklamiert Carl Hennrich, Geschäftsführer der Stein- und keramischen Industrie.

Ab Mitte Dezember wollen sich die Vertreter aller Bauschaffenden zu einer gemeinsamen Plattform formieren, um gemeinsam für die übergeordneten Ziele aller Bauschaffenden einzutreten. Dem neu gegründeten Branchenverband Bau geht es vor allem um die Mobilmachung der staatlichen Gelder für die dringend erwarteten infrastrukturellen Maßnahmen.

Außerdem will der Baucluster gegen die Zweckbindung der Wohnbauförderung vorgehen. „Wir wollen, dass das Geld beim Bau bleibt“, insistiert Hennrich, der sich gegen eine Zweckentfremdung wie etwa die angedachte Verwendung von Wohnbauförderungsgeldern für Kinderbetreuung ausspricht. Seiner Meinung nach sei es sogar gefährlich, den Neubau oder die Sanierung zu vernachlässigen: „In den Wohnungsneubau muss sinnvoll investiert werden, um eine Gettoisierung oder Slumbildung zu verhindern und letztlich der Kriminalität vorzubeugen.“ Ein weiteres Ziel des Bauclusters werde auch die Bekämpfung der Schwarzarbeit am Bau sein.

Obwohl der Branchenverband auch im Rahmen der Wirtschaftskammerreform in einem Jahr operativ geworden wäre, haben ihn die bauschaffenden Vertreter aus Gewerbe, Handel und Industrie aufgrund der mageren Ergebnisse der Wirtschaftstreibenden am Bau jetzt vorweggenommen. Zu den Spitzenvertretern zählen Funktionäre der Wirtschaftskammerfachverbände aus den Bereichen Gewerbe, Handel und Industrie.

Erst die gute Nachricht: österreichs Bauwirtschaft - Bauhaupt- und -nebengewerbe zusammen - hat heuer mit einem realen Wachstum von 4,2 Prozent abgeschnitten. Auch für 2001 prognostiziert ihr die Forschungsgesellschaft für Wohnen, Bauen und Planen (FGW) noch 2,3 Prozent Zuwachs.

Jetzt die schlechte Nachricht: Im Tiefbau schaut es weniger rosig aus. Dort ist ein Gleichbleiben oder Schrumpfen von 0,3 Prozent zu erwarten.

Wolfgang Amann, Geschäftsführer der FGW, zeigte sich anlässlich der Präsentation der Bauvorschau 2001 erfreut: "Mit unserer Vorjahresprognose sind wir im Schwankungsbereich von wenigen Zehntelprozent geblieben." Wobei dieses Gesamtergebnis nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass es vereinzelt zu größeren Schwankungen gekommen ist.

"Wir haben einen deutlichen Rückgang im Wohnbau vorhergesagt, der nicht eingetroffen ist, weil der Zuschuss der Bundesländer die Förderung gestützt hat. Andererseits haben wir den Rückgang im Rohrleitungsbau nicht vorhergesehen." Gründe für die insgesamt doch gute Entwicklung seien in der guten Gesamtkonjunktur zu sehen, die sich auch auf die Baubranche niederschlage, so Amann.

Durch ein neues statistisches System sei es möglich geworden, Spartenprognosen abzugeben, erläuterte Edwin Deutsch vom ökonometrieinstitut der Technischen Universität Wien. Die gesamte Bauwirtschaft habe man in drei Bereiche unterteilt: den klassischen Wohnbau, den Nutzbau sowie den Tiefbau. Während der stagnierende Wohnbau von der demografischen Entwicklung abhängt, steht der Nutzbau in Verbindung mit internationalen Trends. "Sparten wie der Kabelbau, die mit der neuen Technologie zu tun haben, profitieren stärker von der wirtschaftlichen Dynamik", ergänzte Amann. In diesem Bereich erwartet die FGW Zuwächse von 7,6 Prozent.

Die schlechte Erwartungshaltung in Bezug auf den Tiefbau sei darauf zurückzuführen, dass der Bau von Straßen, Schienen und Rohrleitungen von der öffentlichen Hand abhängig ist. Der Rückgang in diesem Bereich sei aber europaweit zu bemerken, so Deutsch.

Wenig Arbeitslose, niedrige Margen. Horst Pöchhacker, Präsident der Vereinigung der industriellen Bauunternehmen österreichs (VIBö), sieht die Sache mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Per saldo war 2000 absolut überdurchschnittlich. Unser Problem ist aber nicht die Menge, sondern der Preis. Die Ertragssituation der Bauindustrie ist mit weniger als einem Prozent return on sales schier unerträglich."

Die Schuld daran gibt Pöchhacker "den Skandalisierungen". Dadurch würden sich Beamte nicht mehr trauen, Entscheidungen zu treffen. "Die Realität ist aber anders, es gibt keine Skandale", meint Pöchhacker. Skandalös sei hingegen die Infrastrukturplanung. "Lauter Baustellen, die Verkehrssituation ist ein Horror. Das sind Versäumnisse, die zehn Jahre zurückliegen."

An die neue Verkehrsministerin Monika Forstinger richtet der VIBö-Präsident die Aufforderung, das Roadpricing schnellstens zu realisieren. "Wenn 2001 bei der öffentlichen Hand keine Entscheidungen fallen, haben wir 2002 große Probleme." Dank des günstigen Wirtschaftswachstums sagt die Forschungsgesellschaft eine sinkende Arbeitslosenrate voraus - von heuer 5,3 auf unter fünf Prozent im nächsten Jahr. Das kann auch Horst Pöchhacker bestätigen: "Wir haben bereits einen Arbeitskräftemangel, brauchen daher qualifizierten Zuzug." Bei der Arbeitsmarktbewertung müsse aber, so die FGW-Prognose, auch der Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in Rechnung gestellt werden.

Peter Scheifinger, der Präsident der österreichischen Bundesingenieurkammer, haut auf den Tisch. Grund: Das Architekturstudium an der Technischen Universität Wien soll, geht es nach der Studienkommission, im Modulsystem absolviert werden, was eine strengere berufsorientierte Ausbildung bedeuteten würde.

Den ursprünglichen Plan, zwischen beiden Abschnitten ein Bakkalaureat einzuschieben, hat die Kommission inzwischen aufgegeben - offiziell wegen der notwendigen Abstimmung aller heimischen TUs. Vehementer Einspruch kam aber von der Kammer. Damit würde die Ausbildung nach unten nivelliert, so Präsident Scheifinger. "Die Faulen werden kurz studieren, aber den Anspruch erheben, vollwertige Architekten zu sein. Die anderen werden sagen: "Wozu soll ich noch ein Doktorat machen?" So wird die Ausbildung um eine Ebene zurückgestuft." Scheifinger sieht den einzigen Grund für solche überlegungen darin, "Vasallen und Leibeigene für die Wirtschaft heranzuzüchten". Die Architekten würden auseinander dividiert in jene, die im Elfenbeinturm sitzen und mit dem Zeichnen von Polierplänen nichts zu tun haben wollen, und in solche, die nur Fassaden zeichnen können. "Studienreform ja, aber wir Architekten dürfen uns nicht die Argumente aus der Hand nehmen lassen, wenn andere uns sagen wollen, was technisch machbar ist", hält Scheifinger ein flammendes Plädoyer für die universalistische Architekturausbildung. "Die ist Voraussetzung für gute Architektur."

REPORT: Wie sehr beeinflussen internationale Maklerbüros das österreichische Geschäft?
Malloth: Internationale Maklerbüros beeinflussen das österreichische Geschäft fast gar nicht, weil alle internationale Unternehmen, die nicht mit nationalen Makler kooperieren keine so guten Geschäfte machen können. Sie haben es vor rund sechs Jahren versucht. Es gilt der Grundsatz: Denke global, handle aber lokal. Es bringt heute nichts, wenn man den lokalen Markt nicht kennt. Natürlich gibt es gewisse Beinflussungen. Wie etwa, dass sie eine andere Arbeitsweise vorzeigen können und über ein gewisses Know How verfügen. Da haben sicherlich die österreichischen Makler profitiert. Die Maklerbranche ist jedenfalls ein sehr lokal zu beurteilender Markt. Gibt es Kooperationen, so gibt es sicher jenen Vorteil, dass grosse international operierende Unternehmen zu den Immobilien-Playern einen anderen Zugang haben als wir.

Sind Franchisesysteme zukunftsweisende Unternehmensformen und sind Makler-Netzwerke sinnvoll?
Was das Makler-Franchisesystem anbelangt, so wird es bestimmt in nächster Zeit zunehmen. Die Zeit rennt immer schneller, und dadurch wird es für kleinere Betriebe immer schwieriger sich den Marktbedingungen anzupassen. Diese werden bestimmt das Hintertreffen haben, denn der kleine Makler hat dann nicht mehr die Kraft sich entsprechend darzustellen. Die sogenannten "spezialisierten, kleinen, feinen" Maklerbüros werden in Zukunft nicht mehr so funktionieren. Netzwerke dagegen haben es weniger schwer, wenn sich "kleine Makler-Einheiten" dadurch vergrößern. Das ist eine Chance und gefällt mir besser als das Franchise-System. Das Franchise geht sehr von einer zentralistischen Auffassung aus. Alle müssen sich einer bestimmten Linie unterwerfen. Für mich ist das nicht ein allzu flexibles System. Sie können daher nicht schnell auf Kundenwünsche reagieren. Der Kunde von Heute wünscht sich vor allem Individualität in der Beratung und Betreuung. Sie erwarten sich, dass wir uns anpassen wie Plastilin. Und - wir haben das zu erfüllen. übrigens: beim Franchise sind keine lokalen Identifikationen gegeben. Beim Netzwerk schon. Und gerade das funktioniert in österreich bessser. Amerikaner agieren flächendeckend und wir agieren dagegen wie verrückt auf wenig Quadratmeter.

Die Frage nach dem Image von Maklern und Treuhändern ist eine immer wiederkehrende. Was hat sich diesbezüglich getan?
Nun, was das Maklerimage anbelangt, so bin ich besonders stolz auf unser im Mai eingeführten "öVI-Ehrenkodex". Da haben wir einmal ein mächtiges Zeichen gesetzt. Mittlerweile haben wir schon die ersten Clearing-Verfahren gehabt. Hierbei kann außergerichtlich eine Bewirkung erzielt werden. Das ist schon eine tolle Sache. Darüber hat es schon seit rund zehn Jahren Diskussionen gegeben. Vielleicht hat es der "nächsten Generation" bedurft, um nun das einführen zu können.

Welche Neuigkeiten darf man in nächster Zeit erwarten?
Das betrifft vorallem den rechtlichen Bereich. Denn mittlerweile wird schon ziemlich laut über die Neuordnung des Wohnrechtes nachgedacht. über die behutsame andauernde Auflösung des Mieterschutzes - insbesondere was die Befristung und den Kündigungsschutz und die Mietzinsbildung - angemessene Miete - anbelangt.

Inwiefern haben Büro- und Wohntürme auch in Zukunft eine Chance realisiert zu werden. Gibt es auch in naher Zukunft den Bedarf für Großprojekte?
Ob Wien und auch die Bundesländer noch mehr Wohn- und Bürotürme braucht, bezweifle ich aus mehren Gründen: zum einen erfordert so ein Turmbau eine ungeheure teure Infrastruktur. Es müssen eigene Stadtteile neu definiert werden. Wie etwa UNO-City, Florida-Tower etc. Die Donauplatte war ja schon von vornherein definiert. Nun hat die Kommune nicht das Geld solche Megageschichten wieder neu zu definieren. Den Trend sehe ich dahingehend, dass Leute zum Beispiel in einem Büro irgendwo im zehnten Wiener Gemeindebezirk sitzen, ein paar Meter weiter in ein Gasthaus gehen und das ok finden. Damit will ich sagen, dass es sich hier um eine gewachsene städtische Struktur handelt, wo man alles hat. Vom Büro angefangen bis zum Gasthaus und Einkaufsstrasse etc. Der Trend wird sicherlich dahin gehen, dass man in die Tiefe der Stadt bzw. in die Verbesserung der Infrastruktur weiterentwickelt. Als Beispiel ist sicher die Gürtelgegend anzuführen. Unglaublich, was hier alles gemacht wird und sicherlich eine lohnende Investition ist. Es kann in Zukunft sicherlich nicht heissen, die letzten grünen Wiesen mit maximaler Dichte zuzupflastern. Das ist für eine Stadt ganz schlecht. Denn wir brauchen die Zwischenräume.

Das jung-dynamische Schotterer-Team der Pannonia Kiesgewinnungs GmbH blickt auf sein bisher erfolgreichstes, zweites Geschäftsjahr zurück. Mit einem voraussichtlichen Gesamtumsatz von 47 Millionen Schilling konnten die Newcomer den Umsatz 2000 im Kiesverkauf verdreifachen und jenen für die Bodenaushubannahme verfünffachen. Nach seinem Erfolgsrezept befragt, hat Geschäftsführer Marcus Rotter zwei Antworten parat: „Eine gewisse Preisaggressivität ist für ein junges Unternehmen einfach notwendig. Andererseits hat sich das Wiener Vertriebslager mit Gleisanschlüssen bei kleinen und mittleren Baumeistern bereits gut etabliert.“

Tatsächlich konnte das Parndorfer Schottertrio in diesem Jahr seine Kundenzahl verdoppeln, was die ohnehin in Zeiten schwacher staatlicher Baukonjunktur angeschlagene Konkurrenz umso weniger freuen dürfte. Mit verbesserter Logistik durch den werkseigenen Bahnanschluss beim Werk Parndorf will man künftig auch bei Großprojekten mitspielen. Als erste und derzeit einzige Kiesgrube österreichs mit Bahnanschluss könne man auch die Anforderungen bei Bauvorhaben wie beispielsweise beim Lainzer Tunnel geradezu ideal erfüllen.

Nach einer neuen Wasch- und Siebanlage will die Pannonia nächstes Jahr in ihren dritten Bereich, das Recycling-Geschäft, investieren. In wenigen Wochen soll eine Dichtfläche die Annahme von Baurestmassen ermöglichen, für die man auch schon eine Genehmigung hat. Im nächsten Frühjahr soll ein weiteres Vertriebslager mit Gleisanschluss in Spratzern in Betrieb gehen.

Andreas Turk, Präsident der Ingenieurkammer für Steiermark und Kärnten, will jungen Architekten und Ingenieurkonsulenten den Eintritt in die Standesvertretung versüßen. Die Kammer-Vollversammlung hat beschlossen, ab nächstem Jahr von Neueinsteigern im ersten Jahr ihrer Kammermitgliedschaft nur ein Viertel des Mitgliedsbeitrags zu verlangen, im zweiten Jahr die Hälfte, im dritten drei Viertel und erst ab dem vierten Jahr der Selbstständigkeit die volle Kammerumlage.

Die bisherige Eintragungsgebühr entfällt komplett. "Wir müssen unsere Kammer öffnen und den Berufszugang erleichtern", so Turk. Erst wenn diese dringenden Anliegen, etwa die Aufnahme der Fachhochschul-Absolventen geklärt seien, solle man sich über eine Strukturreform der Ziviltechniker-Kammern den Kopf zerbrechen.

Die öffentliche Verwaltung solle schlanker werden und sich auf die Kernkompetenzen konzentrieren sowie bei Privatisierungen Gleichheit herstellen - und die heiße Vollkostenrechnung auch für die Verwaltung, sagte Turk. "Wir fordern Nachhaltigkeit von der Politik. Die kann aber nicht nur bis zur nächsten Legislaturperiode reichen", stellte der Ziviltechniker-Präsident fest.

Im Kammerbereich Steiermark und Kärnten gibt es derzeit 1190 Ziviltechniker, und zwar 871 in der Steiermark - davon sind 399 Architekten, 337 Zivilingenieure und 135 Ingenieurkonsulenten - und 319 in Kärnten (121 Architekten, 116 Zivilingenieure und 82 Ingenieurkonsulenten

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