Donnerstag, August 11, 2022

Die Gehälter der Führungkräfte in heimischen Unternehmen stiegen 2021 kräftig an. Durch die multiplen Krisen seien auch die Herausforderungen gewachsen, betont das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF).

»Die heimischen Führungskräfte stehen aufgrund der immer noch spürbaren Coronapandemie sowie des Kriegs in der Ukraine und der damit zusammenhängenden Wirtschaftskrise vor kumulierten und sich wechselseitig verstärkenden Herausforderungen«, erklärt Andreas Zakostelsky, Bundesvorsitzender des WdF. »2022 ist auch für die heimischen Führungskräfte ein ganz besonders herausforderndes Jahr.«

Die Gehälter der Führungskräfte in den heimischen Unternehmen sind 2021 kräftig nach oben gegangen. Im Schnitt verdienten die Manager*innen 225.680 Euro brutto pro Jahr – um 4,5 Prozent mehr als 2020. Damit kletterten die Gagen deutlich über die Inflation, die 2021 mit 2,8 Prozent den vorerst höchsten Wert seit zehn Jahren erreicht hatte. Auffällig ist, dass die Gesamteinkommen der zweiten Führungsebene, also Abteilungs- und Bereichsleiter miteingerechnet, im abgelaufenen Jahr mit einem Plus von 5,1 Prozent auf durchschnittlich 142.600 Euro brutto fünfmal so stark zulegten wie jene der ersten Führungsebene mit plus einem Prozent auf 250.900 Euro brutto.

Die Unterschiede gleichen sich nur wenig an, im langjährigen Vergleich liegt die zweite Führungsebene deutlich zurück. 

Konkrete Mehrarbeit verursacht auch im dritten Pandemie-Jahr Corona, das noch immer 86 Prozent der Führungskräfte beschäftigt. Aber auch der Ukraine-Krieg, Inflation, Energiekrise und der Klimawandel erfordern systemkritische Entscheidungen, die oft unter Zeitdruck gefällt werden müssen. 69 Prozent der Befragten nannten die Verfügbarkeit von Mitarbeiter*innen als derzeit größtes Problem, 64 Prozent sind aktuell intensiv mit der Beschaffung von Rohstoffen befasst. Die Unternehmen zeigen sich auch gegenüber ihren Führungskräften vorsichtig: Die Grundgehälter wurden kaum erhöht. 65 Prozent der Topmanager*innen erhalten einen wesentlichen Teil ihres Einkommens erfolgsabhängig, in der zweiten Ebene sind es 73 Prozent. 

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