Montag, Juni 27, 2022

Seit 100 Jahren verleiht der Österreichische Gewerbeverein die Wilhelm-Exner Medaille an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Erkenntnisse wichtige Impulsgeber für Gewerbe und Gesellschaft sind. Für das Jubiläumsjahr 2021 wurden mit Luisa Torsi und Katalin Karikó zwei hochkarätige Forscherinnen geehrt. 

Titelbild: v.l.n.r.: Wolfgang Knoll (W.Exner Medaille 2008), Peter Lieber (ÖGV), Stefan Radel (W.Exner Medaillen Stiftung), Katalin Karikó, Luisa Torsi, BM Leonore Gewessler, Stephan Blahut (ÖGV), Aladar Szalay (W.Exner Medaille 1993). (Credit: Lena Horvath/ Wilhelm Exner Medaillen Stiftung)

Pandemiebedingt musste die für November des Vorjahres geplante Ehrung verschoben werden, beim Festakt konnten die Preisträgerinnen die Medaillen von Bundesministerin Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz, Innovation und Technologie, in Empfang nehmen: „Die beiden Medaillenträgerinnen – Professorin Katalin Karikó und Professorin Luisa Torsi –  verkörpern die Wissenschaft in ihrem besten Sinn: Unbeirrbar auf der Suche nach neuen Erkenntnissen, dabei immer am Wohl der Menschheit orientiert.

Wir brauchen diesen Pioniergeist, um den großen Herausforderungen unserer Zeit begegnen zu können, insbesondere der Klimakrise. Katalin Karikó und Luisa Torsi sind aber auch in anderer Hinsicht Pionierinnen: Sie sind zwei von erst neun Frauen unter den bisher 241 Medaillenträgerinnen und -trägern.“

„Angewandte Forschung trägt entscheidend zum unternehmerischen Erfolg und gesellschaftlichem Fortschritt bei. Die Wirtschaft braucht einen wissenschaftlichen Widerpart, der Innovationen antreibt“, betont Stefan Radel, Vorsitzender der Wilhelm-Exner-Stiftung den notwendigen Brückenschlag zwischen Unternehmertum und Forschung.

Die Laureatinnen 2021: Katalin Karikó und Luisa Torsi

„Die heute Geehrten werden dem Exner‘schen Anspruch mehr als gerecht. Die Potenziale ihrer Forschung haben zu unzähligen Unternehmensgründungen, Produkten und Anwendungen geführt. Vieles ist in den nächsten Jahren zu erwarten“, so begründet Peter Lieber, Präsident des Österreichischen Gewerbevereins, die Juryentscheidung. Die Zuerkennung der Medaille erfolgt nur auf Vorschlag früherer Medaillenträger*innen und wird in geheimer Sitzung der Jury bestimmt.

Univ.-Prof. Dr. Katalin Karikó (University of Pennsylvania, USA; Biontech, Deutschland) ist federführend an der Entwicklung von Medikamenten auf mRNA-Basis beteiligt. Karikó und Kollegen gelang es, die empfindlichen mRNA-Moleküle in Lipid-Moleküle zu verpacken. Solche winzigen Nanopartikel kann man Tieren und Menschen injizieren, ohne eine gefährliche Immunreaktion auszulösen. Ihre Arbeit ist Grundlage für Impfstoffe gegen Covid-19 und für Medikamente gegen Krebs, Schlaganfälle oder Zystische Fibrose. Auf Basis dieser Technologie wurde auch die Firma Moderna gegründet. Karikó selbst ist seit 2013 als Senior Vice President Forschungsleiterin von Biontech.

Univ.-Prof. Dr. Luisa Torsi (Universität Bari, Italien), ist Pionierin der organischen Bioelektronik. In ihrer Forschungsarbeit verbindet sie übergreifend elektronische und elektrochemische Sensoren, analytische Chemie, organische Halbleiter, Festkörper-Bauelemente-Physik, Materialchemie und -physik. An der Spitze einer der am schnellsten wachsenden Forschungsrichtungen in der organischen Elektronik stehend, versprechen ihre Entdeckungen neue Technologien für das Gesundheitswesen und das menschliche Wohlbefinden, beispielsweise sehr dünne, energieeffiziente Elektronik wie etwa hochflexible Displays für Smartphones.

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