Freitag, September 24, 2021
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Smart City Neudörfl

Wie rasch die infrastrukturelle Versorgung von Städten gefährdet sein kann, hat die Corona-Pandemie deutlich vor Augen geführt. Um die Energieversorgung für den Krisenfall zu rüsten, werden oft teure Notstromsysteme angeschafft, die außer der Versorgung im Ernstfall keinen oder nur geringen Zusatznutzen bieten. Mit dem Gesetz zum Ausbau der Erneuerbaren Energieträger ergibt sich künftig die Möglichkeit der Bildung von lokalen Energiegemeinschaften.

Wie die Ausgestaltung und Umsetzung solcher Energiegemeinschaften erfolgen kann, um möglichst breite Wirkung und Akzeptanz zu erzielen, ist Thema des Leitprojekts »RES² Community«, das bis April 2024 in der burgenländischen Marktgemeinde Neudörfl läuft. Ziel ist ein Masterplan zur Sicherstellung einer nachhaltigen Energieversorgung für die Gemeinde. Neudörfl verfügt über ein Fernwärmenetz, das durch einen Industriebetrieb – die Firma FunderMax GmbH ist Partner des Projekts – mit Abwärme versorgt wird. Das Unternehmen erzeugt zudem mittels Kraft-Wärme-Kopplung Ökostrom, auf den Hallendächern befinden sich große potenzielle Photovoltaikflächen. Die Gemeinde will ebenfalls Flächen auf öffentlichen Gebäuden für Photovoltaik nutzen und die Bürger*innen bei der Ausschöpfung ihrer Potenziale unterstützen. Mit an Bord sind weiters die TU Wien, die Energie Burgenland AG und die KELAG Energie & Wärme GmbH. Durch Bündelung aller vorhandenen Ressourcen könnte die Energieversorgung im Krisenfall gewährleistet werden und sich gleichzeitig positiv auf die regionale Wertschöpfung im Regelbetrieb auswirken. Durch Bildung einer Energiegemeinschaft und Energieflussoptimierung sollen die Energieformen Wärme und Kälte effizient genutzt und Speicher- und Flexibilitätsoptionen ausgelotet werden. Die herkömmliche Intention einer Energiegemeinschaft wird in diesem Projekt aber noch um zwei zusätzliche Funktionalitäten erweitert: Eine Blackout-Vorsorge für kritische Infrastruktur soll die Prävention für Einrichtungen des staatlichen Gemeinwesens künftig erleichtern. Ein System­entwurf und die Beispielumsetzung liefert Angaben für die benötigte IKT-Infrastruktur zur Implementierung von regionalen Energiegemeinschaften, basierend auf offenen digitalen Kommunikations- und Datenplattformen.

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