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Maßnahmen für Stärkung von Investitionen empfohlen
Bild: iStock

Der Investor*innen-Verband "Austrian Angel Investors Association (aaia)" hat sich gemeinsam mit der "Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation (AVCO)", der Jungen Wirtschaft und der Wirtschaftskammer damit auseinandergesetzt, wie man die Rahmenbedingungen für Gründer*innen und ihrer Mitarbeiter*innen, für KMU und Investor*innen verbessern kann. Im Mai wurde dazu ein Fünf-Punkte-Programm präsentiert.

Eine neue Rechtsform, der Beteiligungsfreibetrag und der Dachfonds sind für aaia, AVCO, die Junge Wirtschaft, die WKÖ und für weitere 40 Akteur*innen die zentralen Maßnahmen, damit Startups und KMUs sicher arbeiten und wachsen können. Die Verbände fordern nun eine rasche Umsetzung.

Denn Ländervergleiche zeigen, dass Österreich seine lang erhaltene Spitzenposition in vielen Industriesektoren wieder verliere. Hauptgründe dafür sind neben fehlender unternehmerischer Bildung und Fachkräften, ein eingeschränkter Kapitalmarkt und fehlendes Verständnis für die Bedeutung von Eigenkapital zur Finanzierung und Förderung von Gründer*innen und KMU. "Gerade diese sind allerdings entscheidende Treiber*innen zur Überwindung der aktuellen wirtschaftlichen Krise und zur notwendigen Digitalisierung", heißt es.

Lisa Fassl, Startup-Beauftragte des BMDW: "Es ist an der Zeit zu handeln. Das Ziel muss sein, attraktive Rahmenbedingungen für die Gründer*innen, Mitarbeiter*innen und Investor*innen von morgen zu schaffen. Die aktuellen Strukturen sind offensichtlich nicht zukunftsfähig. Das Positionspapier ist ein wichtiger Appell an die Politik, um hinsichtlich Innovationskraft und Standortattraktivität nicht den Anschluss zu verlieren."

Die Maßnahmen neue Rechtsform, Beteiligungsfreibetrag und Dachfonds werden bereits im aktuellen Regierungsprogramm klar thematisiert. Auch die Startup- und KMU-Szene fordert seit einigen Jahren Reformen der Rahmenbedingungen. Zuletzt wurde die Notwendigkeit der Maßnahmen im Zuge der EU Startup Declaration von der Europäischen Kommission unterstrichen. Die Umsetzung läuft bisher schleppend und wird im Policy Dashboard von AustrianStartups verdeutlicht.

Die fünf nachfolgenden Maßnahmen sollten so schnell wie möglich umgesetzt werden. Sie sind zudem kostengünstig in der Einführung und tragen sich nach erfolgreichem Anlaufen selbst, so die Verbände:

1. Mitarbeiter*innen Beteiligung

Für den Erfolg von innovativen KMU und Startups sind hochqualifizierte Fachkräfte essenziell. Um diese zu finden und an das Unternehmen zu binden, wird "eine einfachere Form der Beteiligung von Mitarbeiter*innen ohne hohen bürokratischen Aufwand und mit klarer, attraktiver Besteuerung" empfohlen.

2. Neue Rechtsform

Die österreichische GmbH sei keine zeitgemäße Rechtsform für Startups, heißt es, weil sie "neben hohen Mehrkosten und bürokratischen Aufwänden, vor allem für internationale Investor*innen eine große Hürde darstellt". Es müsse rasch eine neue Rechtsform geschaffen werden, die eine formfreie, digitale Gründung, eine einfache Übertragung von Anteilen und unkomplizierte Kapitalerhöhungen ermöglicht.

3. Beteiligungsfreibetrag

Durch die Einführung eines Beteiligungsfreibetrags könne bereits vorhandenes, privates Kapital für Startups und KMU aktiviert werden. Dazu wird die Einführung einer Einkommenssteuergutschrift von mindestens 100.000 Euro je Investor*in emfohlen. Für Österreichs Unternehmen bringe diese Erleichterung eine Stärkung ihres Eigenkapitals und für potenzielle Investor*innen zusätzliche Anreize, in die heimische Wirtschaft zu investieren.

4. Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals

Österreich verfüge zudem über vergleichsweise wenig staatliche Maßnahmen zur Unterstützung des betrieblichen Eigenkapitals. "Wir schlagen daher die Einführung eines staatlichen Eigenkapital-Fonds vor, der neues Eigenkapital verdoppelt. Der von der Regierung eingeführte Covid-Hilfsfonds war ein wirklich erfolgreiches Tool, das sich als Zukunftsfonds langfristig etablieren sollte", heißt es.

5. Stärkung des vorbörslichen Kapitalmarkts

Und mit der Einführung eines "Dachfonds" lasse sich in Österreich größtenteils brach liegendes institutionelles Kapital von Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen aktivieren. Hierdurch soll eine wichtige Eigenkapitalquelle für Unternehmen geschaffen und die Fondslandschaft des Landes belebt werden.

Hier geht es zum gemeinsamen Positionspapier der Verbände: http://bit.ly/Positionspapier202 

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