Dienstag, Mai 11, 2021
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Wellpappe-Industrie bleibt stabil

Mit mehr als einer Milliarde Quadratmetern Wellpappe erzielte die heimische Wellpappe-Industrie im Vorjahr ein Absatzplus von 1,6 % im Vergleich zu 2019. Damit konnte sich die Branche robust behaupten. Einziger Wermutstropfen: Der Jahresumsatz ging um 3,6 % auf rund 553 Millionen Euro zurück.

„Maßgeblich dafür sind zwei Gründe: Verschiebungen bei den Warensortimenten aufgrund von Corona und kurzfristige Schwankungen auf den Rohstoffmärkten“, berichtet Stephan Kaar, Sprecher des Forum Wellpappe Austria. Die Situation auf den Rohstoffmärkten dürfte weiterhin angespannt bleiben, dennoch rechnet Kaar 2021 mit einem Wachstum von drei bis vier Prozent.

Der boomende Onlinehandel und das wachsende Umweltbewusstsein bei Handelsunternehmen und KonsumentInnen treiben die Nachfrage nach leichten, stabilen und umweltverträglichen Verpackungslösungen an. „Wellpappe ist hier klar die Nummer 1: Wir sind innovativ, wirtschaftlich effizient und ökologisch nachhaltig und damit eine echte Alternative zu Kunststoff“, verweist Kaar auf eine Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM), der zufolge mehr als ein Fünftel aller fossilen Verpackungen durch Wellpappe ersetzt werden könnten. Im Bereich Obst- und Gemüseverpackungen sind es sogar 64 %. In Österreich, Deutschland und der Schweiz ließen sich mehr als 800.000 Tonnen Kunststoff einsparen. 98,8 % der gebrauchten Wellpappe werden in Österreich gesammelt, die Papierfasern können bis zu 25mal wieder zu Wellpappe-Rohpapier verarbeitet werden.

Das österreichische E-Commerce-Unternehmen Niceshops ist in ökologischer Sicht bereits ein Vorzeigebetrieb. Täglich werden von Paldau in der Südoststeiermark aus bis zu 20.000 Pakete in die ganze Welt verschickt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde erstmals die Umsatzgrenze von 100 Millionen Euro übertroffen. „Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil unserer Firmenkultur“, erklärt Firmengründer Roland Fink. „Seit 2018 arbeiten wir zertifiziert klimaneutral. Wir produzieren über eine riesige Photovoltaikanlage grünen Strom und heizen unseren Firmenkomplex in Paldau durch die benachbarte Biogasanlage. Beim Versand unserer Pakete setzen wir auf plastikfreie Materialien und haben dort, wo es möglich ist, das Füllmaterial auf kompostierbares Material umgestellt.“

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