Sonntag, Dezember 04, 2022

Wenn Digitalisierung für Verwirrung bis hin zur Abwarte-Haltung führt, ist das mehr als nachvollziehbar. Ein Riesenspektrum an technologischen Möglichkeiten liegt vor uns, und für jedes Problem lassen sich mittler­weile oft unzählige Lösungswege ableiten. Abwarten geht sich nur leider nicht aus. Mit neuen Ansätzen im Projektmanagement müssen wir die anspruchsvollen »wicked problems« der Digitalisierung anders angehen.

Ein Kommentar von Pamela Surtmann, Senior Projekt Managerin bei Nagarro Österreich.

Was man woanders gesehen hat, wird zur Benchmark. Sie haben auf einer Reise eine praktische Anwendung, ein tolles Service im öffentlichen Transport kennengelernt? Natürlich erwarten sie dasselbe von ihren heimischen Verkehrsanbietern! Digitaler Fortschritt ist ein Gesellschaftsspiel. Man ändert die Spielregeln nicht allein. Man spielt mit und versucht eine möglichst gute Spielposition zu ergattern.

Mutig wie Maverick, empathisch wie ein Sensei

Ungünstigerweise haben wir auf dem Arbeitsmarkt einen zunehmenden Fachkräftemangel und zu wenig Personen, die für die Umsetzung von komplexen Digitalisierungsprojekten zur Verfügung stehen. Die geforderten Kompetenzen sind außerdem oftmals gar nicht mehr in Personalunion erfüllbar. Anspruchsvolle Digitalisierungsprojekte brauchen Fach- und Methodenwissen, hohe Sozialkompetenz und Empathie sowie Kommunikationsskills und natürlich ein gewisses Talent, Projekte kreativ und strategisch zu managen. Hohe Belastbarkeit und Eigenverantwortung können wir seit der Pandemie auch noch verstärkt ergänzen.

Wo einst für Kunden und deren Anforderung der passende Projektleiter nominiert wurde, setzen wir heute auf flexibel gestaffte Projektteams. Je unterschiedlicher die Projektmanagement-Typen, desto besser. Es braucht die Mavericks, die unbeirrt ihren Weg durchkämpfen, die Senseis mit ihrer starken Werteorientierung und Monks, die eine Aufgabe so lange analysieren, bis es eine Lösung gibt. Für jeden Account gibt es bei uns im Unternehmen ein »magisches Trio«, das die Rollen und Aufgaben gemeinsam abdeckt: Dazu gehören Projektmanager für den unternehmerisch-operativen Blick, Engagement Manager für die Beziehungspflege und der Delivery Manager, der die wirtschaftlich-strategische Ebene im Blick behält.

Werte und (agile) Prinzipien gewinnen!

Um zur besten Lösung zu kommen, bringen alle auf Augenhöhe ihren Anteil und ihre Ideen ein. Zeitgemäße impactstarke Projektteams bedienen sich agiler, hybrider und klassischer Methoden, je nach Bedarf. Kommunikation, Kundenzentrierung, Kreativität und eine stark ausgeprägte Problemlösungskompetenz sind dabei von großer Bedeutung. In Stand-up-Sessions wird täglich, und sei es nur kurz, auf direkten Wegen abgestimmt. Es kann auch sinnvoll sein, für die Dauer eines Projektes eine gemeinsame räumliche Einheit zu schaffen.

Werte und Prinzipien haben im Projektmanagement einmal mehr an Bedeutung gewonnen. Offenheit und Vertrauen wahrhaftig umzusetzen ist eine Grundvoraussetzung. Das leben wir auch mit unseren Kunden, die bei uns etwa zu internen Community-Sessions eingeladen sind, wo sie »unter die Motorhaube« schauen dürfen.

»Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht«, wusste schon Marie von Ebner-Eschenbach. In Hierarchien, in einem Gefälle von Positionen und Abläufen können wir die anstehenden, komplexen Aufgaben nicht mehr so einfach bewältigen. Wer sich auf Augenhöhe begegnet, wird gemeinsam zur lernenden Einheit. So leben wir Veränderung und gestalten die Welt von morgen mit unseren Kunden gemeinsam.

(Titelbild: Nagarro) 

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