Interxion: "Wir stärken die heimische Wirtschaft"

Investition in die Zukunft. Eva Czernohorsky, Wirtschaftsagentur, Interxion-Chef Martin Madlo, Robert Bodenstein, WKO, und Arnulf Wolfram, Siemens. Investition in die Zukunft. Eva Czernohorsky, Wirtschaftsagentur, Interxion-Chef Martin Madlo, Robert Bodenstein, WKO, und Arnulf Wolfram, Siemens. Foto: Wolfgang Franz

Der Colocationanbieter Interxion hat eine große Erweiterung seines Rechenzentrums in Wien abgeschlossen. „VIE2“ umfasst 5.500 Quadratmeter Rechenzentrumsfläche mit einer Kapazität von 11 MW elektrischer Leistung. Letztere wurde von den Wiener Netzen bereitgestellt, die Versorgung basiert auf reiner Wasserkraft. Geschäftsleiter Martin Madlo bietet Unternehmen eine „hochverfügbare, skalierbare Infrastruktur" und damit einen weiteren "wichtigen Baustein für die digitale Infrastuktur Wiens“. Der internationale Rechenzentrumsdienstleister hat für die Erweiterung 40 Millionen Euro investiert. „So eine Summe ist in der Branche in Österreich nicht alltäglich. Damit stärken wir die heimische Wirtschaft“, betont Madlo.

Im Wettbewerb mit den großen Internetknotenpunkten Frankfurt, Paris, London und zuletzt auch Moskau spielt der Standort Wien als Hub nach Zentraleuropa eine Rolle. Trotz der Globalisierung werden lokale Datencenter immer Thema bleiben. „Wir sorgen dafür, dass Daten vor Ort gespeichert bleiben können. Damit unterliegen sie dem österreichischen Datenschutz“, argumentiert Madlo.

Installiert wurden die energietechnische Ausrüstung des neuen Datencenters (Mittel- und Niederspannungsschaltanlagen, Stromschienensysteme, Trafos und Energieleittechnik) von Siemens. Der Technologiedienstleister – selbst örtlicher Nachbar im 21. Wiener Bezirk - übernimmt auch Services und Wartung. Arnulf Wolfram, Leitung Sektor Infrastructure & Cities CEE Siemens, spricht in Zusammenhang mit der Erweiterung bei Interxion von „extremen Herausforderungen bei Tier-4-Rechenzentren“ in Fragen zu Ausfallssicherheit und Klimatechnik.
 
Förderungen wurden für den Ausbau nicht in Anspruch genommen. Madlo zufolge ist Wien „als Standort attraktiv genug“. Sie wären aber auch nicht möglich gewesen, denn Infrastruktur wird im Gegensatz zu Forschung und Entwicklung in Wien nicht gefördert. Eva Czernohorsky, Leiterin Technologie Services Wirtschaftsagentur Wien, bestätigt dennoch Überlegungen, künftig auch Investitionen in Infrastruktur zu unterstützen. Schließlich würden diese ebenfalls die F&E-Fähigkeit der Unternehmen stärken.

Interxion hat bereits angekündigt, wegen anhaltender Kundennachfrage weiter in Wien auszubauen. Die neuen Anlagen werden bei ihrer Fertigstellung bis zu weitere 1.600 Quadratmeter Rechenzentrumsfläche umfassen. „VIE2.3“ wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2015 eröffnet. Ein vierter Abschnitt soll im zweiten Halbjahr 2015 abgeschlossen werden.

Last modified onFreitag, 17 Oktober 2014 15:09
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