Virtuell durchs Rechenzentrum

Andreas Hajek ist Verkaufsleiter für den Bereich IT-Infrastruktur & Key Account Management für Channelpartner und Reseller bei Rittal. Andreas Hajek ist Verkaufsleiter für den Bereich IT-Infrastruktur & Key Account Management für Channelpartner und Reseller bei Rittal.

Wie Virtual Reality und 3D-Technologien die Planung von Rechenzentren effizienter gestalten. Wir haben dazu mit Andreas Hajek, Verkaufsleiter IT-Infrastruktur & Key Account Management Channelpartner bei dem Hardwarehersteller und Datacenter-Spezialisten Rittal gesprochen.

Report: In welcher Weise kann Rittals Softwarelösung „Virtual Twin“ Unternehmen unterstützen? Wen adressieren Sie damit?

Andreas Hajek:
Mit der innovativen Lösung kann ein Rechenzentrum oder ein adaptierter Rechnerraum bereits im Stadium der Planung virtuell begangen werden. Mit exakten 3D-Raummodellen und darauf basierenden, realitätsnah simulierten Wärmebildern kann ein Datacenter mit einer VR-Brille schon vor den Baubeginn besichtigt und mögliche Schwachstellen bereits in der Planungsphase behoben werden. Unsere Software hilft, Ausfallszenarien zu simulieren und Klimalösungen zu optimieren. Sie wurde vom österreichischen IT-Team Rittals entwickelt und wird bereits erfolgreich in der Praxis eingesetzt. Sie eignet sich für Planer, Rechenzentrumsbetreiber, Unternehmen, die ihr eigenes Datacenter planen und bauen, sowie für Anbieter von Dienstleistungen rund um Rechenzentren.

Report: Was lässt sich mit dem virtuellen Zwilling im Detail darstellen?

Hajek:
Wir schaffen eine reale Darstellung der Raumsituation inklusive schematischer Darstellung der Einbauten wie Schränke, Verrohrung, Klimatisierung, Generatoren, Warm- und Kaltgänge sowie alle IT-Infrastruktur-Komponenten. Mögliche räumliche Einschränkungen und Engpässe lassen sich so im Voraus erkennen. Durch eine sogenannte „Computational Fluid Dynamics (CFD)“-Analyse kann auch die IT-Klimalösung ideal ausgelegt werden. Weiters lassen sich die Konzepte zu Redundanz und Ausfallsicherheit verifizieren. Damit wird auch die Kommunikation für nachgelagerte Gewerke vereinfacht. Planungsdaten lassen sich im 2D- und im 3D-Format darstellen. Dazu stehen sämtliche Rittal-Produkte in rund 80 verschiedenen CAD-Formaten auf unserer Website zur Verfügung.

Report: Was wurde bei diesem Produkt aus Ihrer Sicht besonders gut gelöst?

Hajek:
Vor dem Projekt gab es die beiden Systeme nur separat, ohne gemeinsamen Blick auf die Daten. Jetzt sind die beiden zusammengeführt. Die Virtual-Reality-Schnittstelle samt Datenbrille kann das „Look and Feel“ eines neuen Datacenter oder eines revitalisierten Rechnerraums detailgetreu vermitteln. Mit der Visualisierung der Räume und Begehung im VR-Modell werden Engpässe, Schwachstellen und Potenziale erkannt, damit diese vorab optimiert werden können. Die Integration von CFD-Simulationsdaten der numerischen Strömungsmechanik erlaubt die Überprüfung der Kühlkonzepte und die Simulation von Ausfallsszenarien in einer erwiesenermaßen sehr realitätsnahen Art und Weise.

Report: Welchen Herausforderungen sind Sie in der Umsetzung begegnet?

Hajek:
Die größte Herausforderung war sicherlich die verständliche und leicht fassbare Darstellung der CFD-Wärmedaten – ohne Verlust des Effektes der virtuellen Realität. Wir haben nach einigen Versuchen die intuitivste Darstellung gewählt. Auch war die Integration von unterschiedlicher Hardware wie PCs, Grafikkarte und VR-Equipment sowie passender VR-Software zeitaufwendig und mit vielen Tests verbunden.

Report: Welche Weiterentwicklungen haben sie bei dem Virtual Twin noch vor?

Hajek: Wir planen für die Zukunft wir eine dynamische Einbindung von CFD-Daten basierend auf interaktiven Aktionen in der VR-Umgebung sowie die interaktive Simulation von Konfigurationsänderungen und Ausfällen im Kühlsystemen. Das stellt große Anforderungen an die Rechnerinfrastruktur im Hintergrund. Deshalb sind wir hier noch in der Konzeptionsphase, um die Umsetzung mit einem großartigen VR-Erlebnis zu gewährleisten.

Report: Was ist prinzipiell das Kerngeschäft Ihres Unternehmens? Wer sind Ihre Kunden?

Hajek:
Rittal bietet Komponenten und Gesamtlösungen für Einhausungen, Stromversorgung, Klimatisierung, Sicherheit und Monitoring für ein breites Spektrum an Kunden. Im Bereich der IT-Infrastruktur konzipieren, fertigen und installieren wir darüber hinaus spezialisierte Lösungen für Edge Computing, Containerlösungen und Rechenräume sowie Rechenzentren. Dies richtet sich an alle Kunden, die Bedarf an sicheren IT-Betrieb haben – sowohl im zentralen Bereich als auch im dezentralen Edge-Umfeld.

webinfo.rittal.com/at/digitale_rechenzentrumsplanung und Video



Bild: VR-Brillenträger Andreas Hajek und Roland Wissinger bringen die Rechenzentrumsplanung bei Rittal auf einen neuen Level.

Last modified onDienstag, 22 September 2020 11:48
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