Warum? Die Schlüsselfrage zum Lernen und erfolgreichen Gestalten.

Prof. Johann Risak: "Jede Führungskraft, die bewusst handelt, muss sich die Frage stellen, warum sie etwas tut bzw. nichts tut." Prof. Johann Risak: "Jede Führungskraft, die bewusst handelt, muss sich die Frage stellen, warum sie etwas tut bzw. nichts tut." Foto: Risak

Mit der Frage nach dem WARUM soll das Jahr 2013 in dieser Kolumne abgeschlossen und gleichzeitig ein Plädoyer für das häufigere Stellen dieser WARUM-Frage vorgetragen werden. Denn wir stellen uns diese Frage bei der Formulierung und Hinterfragung von Absichten und Projektaufträgen viel zu selten und oft mit zu wenig Tiefgang. Das führt dann recht oft zu Wirkungsverlusten bei der Umsetzung. Diese Kolumne stützt sich auf den Beitrag »The Question Every Project Team Should Answer« von Karen J. Brown, Nancy Lea Hyer und Richard Ettenson, in der MIT Sloan Management Review.

>> WARUM? <<
Ganz allgemein sollte sich eine Führungskraft, die bewusst handeln will bzw. handeln sollte, die Frage stellen, warum sie etwas tut bzw. nichts tut. Das Nichtstun kann als ein passives Handeln angesehen werden. Für beides liegt die Verantwortung bei der Führungskraft.

Aus der Sicht des Schreibers dieser Kolumne stellen die Stellung und Beantwortung der Frage WARUM bei der Formulierung und Hinterfragung von Absichten und Projektaufträgen Grundelemente einer auf Effektivität und Effizienz und damit auf Wertsteigerung ausgerichteten Führung dar. Denn »Projekte ohne klare und zwingende Beschäftigung mit dem (ergänzt v. Verf.) WARUM können zu verlorenen Anstrengungen, verfehlten Projektzielen, unzufriedenen Kunden, schlechter Geschäftsperformance, demotivierten Teammitarbeitern und zum Rufverlust des Projektleiters usw. führen.« (K. J. Brown u.a. (2013), S. 50).

>> Verantwortlich Führen <<
Im Sinne eines verantwortlichen Führens sollte das Eintreten der oben genannten negativen Ereignisse möglichst vermieden werden. Der Beantwortung der Frage WARUM sollte gemäß den oben genannten Autoren die Beantwortung der folgenden vier Fragen zu Grunde gelegt werden:

- Was ist das Problem?
- Wo sehen wir dieses?
- Wann tritt es auf bzw. wann hat es begonnen?
- Wie groß ist dieses Problem im messbaren Rahmen?

Statt mit »Problem« können die Fragen auch inhaltlich stimmig mit »Opportunität«gestellt werden. Die Stellung der WARUM-Frage wirkt: Das Abarbeiten der vier Fragen stellt eine schwierige, mühsame und oft konfliktträchtige Aufgabe dar. Es fördert jedoch bei den Beteiligten das Entstehen eines gemeinsamen Verständnisses der Aufgabenstellung sowie die Fokussierung auf das Wesentliche und positiv Wirkende. Es werden nochmals von den Umsetzungsverantwortlichen die Frage nach dem »Machen und Unterlassen« gestellt, die Gründe für ein »Machen oder Unterlassen« offengelegt und klare Bezugspunkte für die Umsetzung gesetzt. Damit liegen gute Voraussetzungen für eine wirkungsvolle Umsetzung vor. Überzeugen die offengelegten Gründe für eine Umsetzung nicht, dann sollte diese nicht erfolgen, oder es sollten dafür bessere Voraussetzungen geschaffen werden.

>> Von den Kindern lernen <<
Kinder lernen viel aus dem Stellen der Frage WARUM, Erwachsene scheuen sich viel zu oft, diese Frage zu stellen. Ich wünsche Ihnen viel Mut für die Stellung der WARUM-Frage und viele Erfolge aus der Beantwortung und der positiv wirksamen Umsetzung der Antworten.


Literaturhinweis

Brown, K.A./Hayer, N. L./Ettenson, R. (2013): The Question Every Project Team Should Answer, in: MIT Sloan Management Review, Fall, S. 49-57.

Last modified onDienstag, 27 Mai 2014 13:28
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