Wissen für die Klimaforschung

Foto: Die Grafik zeigt basierend auf GOCO06S den Eismassenverlust in Grönland. Foto: Die Grafik zeigt basierend auf GOCO06S den Eismassenverlust in Grönland.

Forschende der TU Graz berechneten aus 1,16 Milliarden Satellitendaten das bislang genaueste Schwerefeldmodell der Erde.

Die Erdanziehungskraft schwankt von Ort zu Ort. Mithilfe satellitengestützter Aufzeichnungen dokumentieren Geodäsie-Fachleute räumliche und jahreszeitliche Massenverlagerungen auf und in der Erde. Daraus lassen sich Modelle berechnen, mit denen Forschende beispielsweise das Ansteigen des Meeresspiegels oder das Abschmelzen der Gletscher verfolgen, regionale Grundwasservorkommen untersuchen oder die Ozeanströmungen analysieren.

Nun veröffentlichte ein Team des Instituts für Geodäsie der TU Graz ein neues, kombiniertes Schwerefeldmodell: Das Modell namens ­GOCO06S stellt Massenänderungen auf und unter der Erdoberfläche in einer noch nie dagewesenen Präzision dar. Gemeinsam mit internationalen Partnern wurden 1,16 Milliarden Messdaten von 19 Satelliten kombiniert. »Damit ist es uns möglich, Änderungen im Schwerefeld in der Größenordnung von einem Millionstel der mittleren Erdanziehungskraft (Anm. 9,81m/s2) zu detektieren«, erklärt Torsten Mayer-Gürr, Leiter der Abteilung Theoretische Geodäsie und Satellitengeodäsie am Institut für Geodäsie der TU Graz. Auf terrestrische Daten wurde verzichtet, um global eine gleichmäßige Genauigkeit zu gewährleisten. Im Vergleich zum Vorgängermodell haben sich die Ergebnisse damit deutlich um 25 % verbessert.

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