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Risikomanagement für Geothermie

Foto: Blick über das Forschungsprojekt St1 Deep Heat Oy in Helsinki. Foto: Blick über das Forschungsprojekt St1 Deep Heat Oy in Helsinki.

Eine Bohrlochüberwachung in Finnland in nahezu »Echtzeit« hilft, Erschütterungen gering zu halten.

Um heiße Flüssigkeiten zur Energiegewinnung aus dem Untergrund zu fördern, werden große Mengen Wasser unter hohem Druck in das Gestein injiziert. Diese hydraulische Stimulation schafft die notwendigen Klüfte zur Förderung im Rahmen von Geothermieprojekten, führt aber auch zu Bodenerschütterungen.

Die Fachleute sprechen von induzierter Seismizität. Ein Team von Forschenden hat jetzt eine Methode vorgestellt, mit der die induzierte Seismizität kontrolliert werden kann. Die Versuche fanden an einem Reservoir unter Helsinki bei der bisher tiefsten hydraulischen Stimulation eines geothermischen Bohrlochs statt. »Die Verarbeitung seismischer Daten, die aus einem ad-hoc installierten Netzwerk von Bohrloch- und Oberflächengeofonen gewonnen wurden, lieferte den entscheidenden Input für den sicheren Betrieb der Stimulation«, sagt der Hauptautor der Studie, Grzegorz Kwiatek vom Deutschen GeoForschungsZentrum. Die seismische Überwachung ermöglichte ein extrem schnelles aktives Feedback.

Über ein Ampelsystem erfolgte eine sofortige Anpassung der Stimulationsparameter durch Reduzierung der Injektionsrate.
Das Energieprojekt »St1 Deep Heat Oy« ist nun für die weitere Entwicklung genehmigt und wird nach Fertigstellung einer zweiten Bohrung mit der Realisierung einer voll funktionsfähigen Geothermieanlage zur Nahwärmeversorgung beginnen.

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