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Infrastrukturinvestitionen sind Zukunftsinvestitionen

Für den Fachverband Steine-Keramik ist das von der Bundesregierung im Juni 2013 verabschiedete »Konjunkturpaket« ein wichtiger und vor allem auch richtiger Schritt, denn Infrastrukturinvestitionen sind Investitionen in die Zukunft. Moderne Gesellschaften können auf eine gut ausgebaute Infrastruktur nicht verzichten, stellen sie doch einen zentralen Faktor für die gegenwärtige und zukünftige Wettbewerbsfähigkeit dar.

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Energie: Einsparungen über 25% möglich

Laut Statistik Austria zählt die Lebensmittelbranche nach der Mineralölverarbeitung, Energieversorgung, Metallerzeugung, Papier und Pappe, Transport & Logistik zu den energieintensiven, noch vor Chemie oder Bau.

Am 3.10. präsentierte im Rahmen des 5. qualityaustria Lebensmittelforums DI Jürgen Fluch vom AAE Institut für Nachhaltige Technologien aus Gleisdorf Ergebnisse aktueller Studien in der Lebensmittelindustrie.

 

Erkenntnisse

Im Hinblick auf die Einführung von ISO 50001 und Energieaudits sind folgende Hemmnisse zu berücksichtigen:

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»Wir lieben Schwarze - wir hassen Nigger«

Heute sitzen in den USA mehr Schwarze in den Gefängnissen, als es vor 200 Jahren Sklaven gab. Warum sich daran unter Präsident Barack Obama nichts geändert hat.

Jody Armour hat eine gewaltige Afrofrisur. Sie ist nicht nur eine Haartracht, sie ist ein Statement, das schreit: »Ich bin ein Schwarzer.« Beim Reden hält er es eher mit den leisen Töne. Armour ist Sohn eines Schwarzen und einer weißen Mutter, wie Barack Obama, er hat in Harvard Recht studiert, wie Barack Obama, und er lehrt heute an der Universität Southern California. Wenn er spricht oder schreibt, dann meistens über Rassismus – etwa jenen der schwarzen Mittelklasse, die den sozialen Aufstieg geschafft hat und nun mit ihren weißen Mitbürgern in einen Refrain einstimmt: »Wir lieben Schwarze, wir hassen Nigger.«

Sie unterscheiden damit zwischen sich, den steuerzahlenden, hart arbeitenden Aufsteigern, und den bösen »Niggern«, die mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Jeder dritte Schwarze landet einmal in seinem Leben hinter schwedischen Gardinen. Von 2,3 Millionen Sträflingen, die heute in den USA einsitzen, sind 60 Prozent Schwarze. In einigen Gegenden von Los Angeles – Watts, South Central – landen neun von zehn Schwarzen im Häfen. »Wir nehmen eine Gruppe, konzentrieren sie in katastrophalen Wohngegenden unter katastrophalen Umständen und wundern uns, dass sie verzweifelte Dinge tun. Wir sind von der Sklaverei nahtlos zum massenhaften Einsperren übergegangen«, klagt Armour.

Und warum hat sich daran unter dem ersten schwarzen Präsidenten Barack Obama nichts geändert?

Armours Antwort: »Er hat die Lage nicht verbessert, er hat sie verschlechtert. Er hat seinen Amtseid geschworen mit der Attitüde des guten Schwarzen, des Privilegierten, der seine Politik auf die anderen Privilegierten ausgerichtet hat, und er hat dabei die Unterprivilegierten vergessen. Er hat moralisierende Ansprachen geliefert, statt tatsächlicher Hilfen, die den Zirkel der Armut unterbrochen hätten.«
Ein Strafgefangener kostet den Staat zwischen 30.000 und 50.000 Dollar pro Jahr. Das sei reine Geldverschwendung, meint Armour – wenn ein Bruchteil dieser Gelder in Bildung investiert würde, schaue vieles ganz anders aus.

Mit puritanischem Feuereifer kämpfen die Amerikaner heute gegen Drogen, wie sie früher gegen Alkohol gekämpft haben. Unter Ronald Reagan wurde 1986 ein radikal verschärftes Drogengesetz verabschiedet, das verpflichtende Mindeststrafen einführte, die kein Richter unterschreiten durfte. Die schwarzen Mandatare im Kongress haben damals brav mitgestimmt, genauso wie bei einer weiteren Verschärfung unter Bill Clinton. Wer heute mit einem Gramm LSD oder 100 Gramm Heroin erwischt wird, geht für fünf Jahre hinter Gitter, ohne Chance auf Begnadigung. Ein Zweittäter fasst ein Minimum von zehn Jahren aus und beim dritten Delikt ist eine lebenslängliche Strafe Pflicht. Kein Pardon!

»Präsident Obama und sein schwarzer Justizminister Eric Holder haben die Strafverfolgung intensiviert«, argumentiert Armour, »und damit nach der Pfeife der reaktionären Puritaner getanzt: Sie lieben Schwarze – sie hassen Nigger.«

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EU-Vorschlag zum Telekommunikationsmarkt verfehlt sein hehres Ziel

„Die großen Internet-Konzerne dürften sich ins Fäustchen lachen, angesichts der neuesten Ideen, die EU-Kommissarin Neelie Kroes in ihrem Entwurf für einen gemeinsamen europäischen Telekommunikationsmarkt vorstellt. Schön weit hinten im Papier, auf Seite 36, steht der Satz, der alles verändern kann. Geht es nach Kroes, dürfen Diensteanbieter und Provider in Zukunft untereinander vertraglich vereinbaren, wie der Internet-Verkehr zu den einzelnen Diensten geregelt wird. Zu Deutsch: wer bezahlt, kann sich so eine bislang undenkbare Vorzugsbehandlung erkaufen.

Das hehre Ziel des Papiers, Wettbewerb zu fördern und Wachstum zu bringen, wird damit ad absurdum geführt. Im Gegenteil: es bringt eine massive Benachteiligung kleiner, innovativer Diensteanbieter – und eine inakzeptable Bevormundung der User. Denn machen wir uns nichts vor. Ein neuer Dienst kann noch so attraktiv sein – wenn es ruckelt und zuckt, wird er sich nicht durchsetzen. Und die Großen lachen sich ins Fäustchen – unliebsame Konkurrenz kann so erst gar nicht erstarken.

Dass die Provider die Idee dennoch begrüßen, ist verständlich. Der Netzausbau kostet Geld, und es wird immer schwieriger, dieses Geld wieder einzuspielen. Und natürlich sollen sie die Möglichkeit bekommen, über neue Dienste und Geschäftsmodelle genau dies zu tun – da kommt der Vorschlag von Frau Kroes und die damit neue Einnahmequelle gerade recht. Doch der Weg ist der Falsche. Das Internet ist nicht der richtige Ort für intransparente Absprachen, gegen die sich die User nicht wehren können und die das Potential haben, ihr Kommunikationsverhalten zu verändern. Da stellt sich die Frage, ob die Kommissarin das Prinzip des Netzes überhaupt verstanden hat?

Ehrlicher wäre es, den Kunden die Wahl zu lassen: Wer schneller oder mehr surfen will, darf gerne auch stärker zur Kasse gebeten werden. Auch bei den Geschäftskunden dürfte sich ein solcher Ansatz durchsetzen lassen. Hier ist man es gewohnt, für mehr Leistung auch mehr zu bezahlen.

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Eurozone – Italien und Banken belasten


Markit schließt aus dem Verlauf des PMI für die Eurozone: „Die Eurozone-Industrie hat mittlerweile ihre langwierige Rezessionsphase hinter sich gelassen.“ Selbst die Peripherieländer meldeten eine gestiegene Güternachfrage, heißt es weiter. Ist die Diagnose richtig?

Der finale Eurozonen-PMI für September gab gegenüber August, als ein 26-Monats-Hoch erreicht wurde, geringfügig nach; er sank von 51,4 auf 51,1 Punkte. Das signalisiert immer noch eine leichte Expansion. Unter der Scheideline von 50 blieben Frankreich und Griechenland, Deutschland markiert mit 51,1 ein zwei-Monats-Tief.

Das BIP der Eurozone ist im zweiten Quartal um 0,3% angewachsen. Wenn ein zumindest geringfügiges Wachstum auch für das dritte Quartal gilt, wäre die Rezession der Eurozone nach landläufiger Definition mit zwei Wachstumsquartalen in Folge beendet.

Bei dem, was in der Eurozone wirtschaftlich geschieht, ist zuallererst zu fragen, ob es sich um eine Rezession in einem normalen Konjunkturzyklus handelt oder um eine strukturell basierte Depression. Aus meiner Sicht handelt es sich um eine Depression.

Das ergibt sich einerseits aus den Makrodaten: Das reale BIP der Eurozone ist zwischen der ersten Hälfte 2007 und der ersten Hälfte 2013 um akkumuliert 1,3% zurückgegangen, in Spanien um 5,3%, in Italien sogar um 8,4% (h/t Eurointelligence via FT). Im selben Zeitraum sind die Investitionen um akkumuliert 19% zurückgegangen, um 38% in Spanien, in Italien um 27%. Die Beschäftigung fiel in Spanien um 17%, in Italien um 2%. Der Arbeitsmarkt der Eurozone meldet im September den 20. Monat in Folge Jobabbau. 19,2 Millionen Menschen sind arbeitslos, die Jugendarbeitslosigket kommt auf 23,7%.

Andererseits sind wesentliche Gründe für den Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten der Brüsseler Politik geschuldet. Sie sieht die Lösung der Krise der südlichen Peripherie darin, deren Produktivität zu steigern. Da die Löhne aus institutionellen Gründen nach unten nur wenig flexibel sind und weil der Ausweg über eine Währungs-Anpassung verbaut ist, bleibt nur der Weg über den Jobabbau.

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„Aufgelockerte Bewölkung“ im Cloud-Konzept – reicht das?

Würde man CIOs dazu befragen, was die wichtigsten Vorteile von Cloud-basierten Business-Anwendungen sind, erhielte man wahrscheinlich  eine Reihe unterschiedlicher Antworten: manche würden die höhere Flexibilität durch die Cloud-Anwendungen nennen, manche würden wieder verbesserte Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Abteilungen oder Niederlassungen ins Feld führen. Andere wiederum erachten ortsunabhängiges Arbeiten, niedrigere TCO oder einfachere Kostenkontrolle als wesentliche Vorteile. Aber am Ende laufen all diese Vorteile auf eines hinaus: Cloud-Anwendungen ermöglichen spürbare Produktivitätssteigerungen für Unternehmen.

Dieser Ansatz ist schon seit längerem bekannt und nicht neu. Was neu ist, ist die Tatsache, dass viele Unternehmen nicht in vollem Ausmaß von diesen Vorteilen profitieren.

Eine neue Studie* zeigt, dass 83 Prozent der Unternehmen in Europa von den Cloud-Anwendungen in ihren jeweiligen Abteilungen nicht optimal profitieren. Jedes vierte Unternehmen macht dafür die ungenügende Integration mit anderen Geschäftsanwendungen verantwortlich. 75 Prozent sehen auch ihr Innovationspotenzial beim Einsatz von Cloud-Anwendungen beeinträchtigt, wofür wiederum 51 Prozent ebenfalls einen Mangel an Integration als Ursache nennt.  Mehr als die Hälfte der Befragten geben an, dass schon einmal Projekttermine nicht eingehalten werden konnten (52 Prozent) und ihre Abteilung in den letzten sechs Monaten Ausfallzeiten zu verzeichnen hatte (54 Prozent). Genau bei diesen Herausforderungen sollte eine Cloud-Anwendung ansetzen und Verbesserungen herbeiführen können.

Integrierte Cloud-Strategie

Der Schlüssel dazu ist die Integration. Cloud-Anwendungen haben wirklich ein hohes Verbesserungspotenzial für Unternehmen, aber nur, wenn sie richtig eingesetzt werden. Richtig heisst in diesem Zusammenhang „integriert mit allen notwendigen on premise Applikationen“ oder über einen gesamtheitlichen Cloud Ansatz. Durch mangelnde Integration werden die Cloud-Anwendungen isoliert und können daher den erwünschten Produktivitätsgewinn nicht erwirtschaften.

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Alte Zöpfe abschneiden, neue Wege gehen...

Das Wahlergebnis vom 29.9. 2013 ist kein Auftrag an die bisherigen Regierungsparteien ihren Weg fortzusetzen. Das Argument, dass sie es trotzdem tun müssten, weil es keine „vernünftigen“ Alternativen gebe, ist so abgenutzt wie falsch, und kann eigentlich nur verwendet werden, weil die Oppositionsparteien in Opposition zu sich selber stehen und weil eine falsche Grundidee sich in den Köpfen der Parteienvertreter festgefressen hat: Die Regierung sei von Parteien zu bilden, die sich fest mit einem Koalitionspakt aneinander binden, um parlamentarische Mehrheiten zu sichern. Je größer die Mehrheit, desto schlagkräftiger die Regierung – so das bisherige Argument, das sich selbst ad absurdum geführt hat. Die vermeintlich stabilste Koalition hat sich als schwach erwiesen und die großen Probleme des Landes nicht gelöst.

Das Land hat sich in eine Pattsituation manövriert, weil Sozialdemokraten und Grüne grundsätzlich erklären mit der FPÖ nicht zu wollen, was die Möglichkeit der bisherigen Form der Regierungsbildung dramatisch einschränkt. Grüne und nunmehr NEOS rittern in dieser Konstellation darum, früher oder später in die Rolle des koalitionären Steigbügelhalters aufzusteigen, und den bisherigen Regierungsparteien eine Fortführung des Kurses zu erlauben, irgendwann wenn sich die Österreicher einmal dazu durchringen sollten, ihre Frustration über das System auch bei einem Urnengang noch stärker zum Ausdruck zu bringen.

Die Perspektive - in fünf Jahren vielleicht – statt Rot-Schwarz eine etwas buntere Variante in Form von Rot-Schwarz-Grün oder Rot-Schwarz-Pink zu haben, ist alles andere als verlockend, weil diese Republik nicht nur einen Farbtupfen braucht, sondern einen komplett neuen Anstrich.

Es ist Zeit, das System neu zu denken und dabei Anleihen bei westlichen Demokratien zu nehmen, die uns seit Jahrhunderten vor hüpfen, wie Demokratie geht. In drei Schritten könnte der Stillstand der österreichischen Politik aufgebrochen und ein Neustart möglich werden.

Der erste Schritt ist, die Einführung der Gewaltenteilung, die im Moment ja nur auf dem Papier besteht. Zur Zeit schreibt sich die Exekutive die Gesetze, die sie gern umsetzen will, gleich selber. Das Parlament zeichnet bloß gegen, was in den Ministerien erarbeitet und am Ballhausplatz beschlossen wird.

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USA: Bald Billig-Lohn-Land?




Seit Anfang 2011 entwickeln sich die Preise für Oil Brent und Oil WTI unterschiedlich. Brent ist die in Europa hauptsächlich nachgefragte Rohölsorte, „WTI“ ist für die USA relevant.


Allgemein gilt als Erklärung für diese Divergenz, dass in den USA neue Förder-Technologien, insbesondere die des Fracking, das Angebot von Öl und Gas bei vertretbaren Kosten massiv gesteigert haben. Energie ist ein bedeutender Kostenfaktor, sinkende Energiekosten steigern die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Gleichzeitig wird dadurch das Konsumpotenzial erweitert.

Die Export-Fertigung ist jetzt zum ungekürten Helden der US-Wirtschaft geworden, schreiben Harold L. Sirkin, Michael Zinser und Justin Rose von der Boston Consulting Group. Trotz aller öffentlicher Aufmerksamkeit hinsichtlich des amerikanischen Handelsbilanzdefizits findet bisher die Tatsache wenig Beachtung, dass die Exporte seit 2005 sieben mal schneller gewachsen sind als das BIP und jetzt im Verhältnis zum gesamten Wirtschaftsleistung auf dem höchsten Stand der zurückliegenden 50 Jahre sind.

Das sei aber erst der Anfang, fahren die Autoren fort. Sie prognostizieren, dass die USA als Ergebnis ihrer zunehmenden Wettbewerbsfähigkeit in der Fertigung anderen Nationen bis zum Ende der Dekade 70 bis 115 Mrd. Dollar an jährlichen Exporten wegnehmen. Etwa zwei Drittel könnten durch Verschiebungen von Europa und Japan zustande kommen. Bis 2020 könnte die Fertigungs-Industrie in Verbindung mit einer “Repatriierung” von Fertigungsstätten aus China 2,5 bis 5 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen.

Die USA dürften sich stetig zu einem Billig-Lohn-Land in der entwickelten Welt mausern. Die Studie schätzt, dass bis 2015 die durchschnittlichen Fertigungskosten in Deutschland, Japan, Frankreich, Italien und Großbritannien 8 bis 18% höher liegen werden als in den USA. Die stärksten Triebkräfte dieser Entwicklung kommen dabei von den Produktivitäts-bereinigten Arbeitskosten, den Kosten für Gas und Elektizität. Gestützt wird dieser Wandel auch durch sinkende Transportkosten. (Aktien haben darauf reagiert: Der Dow Jones Transportation Index hat Monate vor dem Dow Jones Industrial Average und dem S&P 500 neue Allzeithochs erreicht.)

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Politik der harten Bretter

»Politik ist immer ein Bohren harter Bretter«, sagte SPÖ-Energiesprecher Wolfgang Katzian bei einer grandios guten Veranstaltung von Oesterreichs Energie im Vorfeld der Nationalratswahl. Der Verband hatte Ende Juni zu einem Podiumsgespräch der Energiesprecher der größeren wahlwerbenden Parteien geladen. Das Interesse an den Inhalten war groß und die Parteienvertreter enttäuschten auch nicht. Alle – SPÖ, ÖVP, FPÖ, Die Grünen, BZÖ und Team Stronach – waren sich einig: Energieunabhängigkeit für Europa, Ausbau der Netze und Erneuerbaren.

Im Detail gab es bei den politischen Zielen freilich Unterschiede: Die einen setzten auf den gewohnten Konsens auch bei Umweltverträglichkeitsprüfungen und Fördermodellen, die anderen auf den schnelleren Ausbau von Wasserkraft und Netzen. »Ein Biber darf nicht ein Projekt zu Fall bringen«, fomulierte es Robert Lugar, Team Stronach, plakativ. In Acht nehmen sollten sich die Eigentümer der Energieversorger vor dem Wunsch des BZÖ, das mit politisch besetzten Aufsichtsräten und Vorständen Schluss machen will.

Wer weiß, vielleicht ist das aber auch der richtige Weg in einer Landschaft, in der lokale Wählerstimmen mehr zählen als ein größerer Plan für die Energiezukunft unseres Landes. Diese Zukunft, und damit sollten wir zur Wahl nach Deutschland blicken, wird stark von der politischen Linie unseres großen Nachbarn geformt. Was in Deutschland gefördert und umgesetzt wird, bestimmt den Strompreis in Europa – und damit auch das Energiegefüge Österreichs.

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Neue Krise – was gelernt?

Nachfolgend kommen zwei Stimmen zu Wort. Sie beschäftigen sich mit der nächsten Finanzkrise, die beide anrollen sehen. Die eine Stimme erhebt William White, ehemaliger Chefökonom der BIZ. Die andere, ungleich radikalere, lässt L. Randall Wray ertönen, Wirtschafts-Professor an der Universität von Missouri-Kansas City.

White hatte während seiner aktiven Zeit bei der BIZ u.a. im August 2005 beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole vor den Risiken einer überbordenden Kreditexpansion gewarnt. Er sagte jetzt in einem Interview mit der schweizerischen „Finanz und Wirtschaft“, ein Kollaps wie der von Lehman Brothers mit allen Folgen könne sich jederzeit wiederholen. Das Grundproblem sei nämlich geblieben – eine massive Anhäufung von Schulden in den entwickelten Volkswirtschaften bei zu vielen schlechten Krediten mit immer schwächeren Anforderungen für die Kreditvergabe.

In den G-20-Ländern sind die privaten und öffentlichen Schulden aktuell 30% höher als zu Beginn der Finanzkrise. Hinzu kommt, dass sich der Geldfluss in die Emerging Markets seit 2007 beschleunigt hat. Die seit 20 Jahren lockere Geldpolitik in den entwickelten Ländern hätte zu einer Aufwertung der Schwellenländerwährungen führen müssen. Aber diese Länder drucken lieber ebenfalls Geld, um das zu vermeiden. Das hat zu einer Geldflut in diesen Ländern geführt, das Ende eines weiteren Boom-und-Bust-Zyklus kündigt sich an, sagt White.

Diese Zyklen werden politisch nicht verhindert, weil der Wille fehlt, die notwendigen Reformen gegen starke Interessengruppen durchzusetzen. Da ist es einfacher zu glauben, billiges Geld reiche, um das Problem zu lösen. Fed-Chef Bernanke z.B. glaubt, eine Kreditkrise könne durch freigiebige Liquiditätspolitik gelöst werden. Genau das aber ist die Ursache für die aktuelle Situation und führt zu einer neuen Krise in den Schwellenländern.

Die Botschaft des diesjährigen Treffens der Notenbanker in Jackson Hole lautete, die Länder mit einer lockeren Geldpolitik hätten keine Verantwortung für den Effekt auf andere Länder zu übernehmen; diese könnten sich ja durch Aufwertung schützen. Wie in der Eurozone auch, so wird alle Verantwortung den Schuldnern zugeschrieben. Das sei verrückt, sagt White. Denn die Kreditvergabe lag in der Verantwortung der Gläubiger.

Nach White sind die durch die monetären Stimuli von Fed & Co ausgelösten Ausgaben seien nicht stark und nachhaltig genug, um das Wirtschaftswachstum wieder auf die langfristige Trendrate zu bringen. Stattdessen würde eine andere Politik benötigt. Dazu müssten Länder mit Leistungsbilanz-Überschüssen eine expansive Fiskalpolitik betreiben. Außerdem müsste öffentlich und privat mehr investiert werden. Weiterhin ist eine klare Schuldenreduzierung nötig, zu viele Schulden würden niemals zurückgezahlt werden. Banken müssen nach Abschreibung von Schulden rekapitalisiert werden. Dann sind auch Strukturreformen erforderlich. Davon sehen viele überschuldete Länder aber ab, weil sie zum großen Teil den Gläubigern zugutekommen. Erst nach einem Schuldenschnitt wären solche Reformen wieder im Interesse des Schuldners.

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