Der Besuch des alten Onkels

 

Weil: Es schlecht aus mit der crisis. Mit dem Euro. Mit der EU. Mit den Griechen, den Portugiesen und oullen aunderen, die sich dou mit meinen Steuergeldern sanieren woullen. Und deshalb nehm ich die Soche jetzt sölber in die Haund, ... Frischer Wind im Land kann ja nicht schaden, noch dazu, wenn er aus kühlen transatlantischen Tundren zu uns herübergeweht kommt. Ein Interview mit Rainer Sigl.

Österreich ist schou ein schönes Laund. Und deshalb bin i jo auch zurückgekehrt, weil: Steirerbluat is ka Himbeersoft, right? Weil schauw, ich hob jetzt quasi schou olles erreicht in meinem Bisness, nicht. Olles. Weil ich ober ein Mann mit Visiounen bin, wor mir des olles dann eigentlich zou wenig. Nicht, ich sog’s gaunz offen und ehrlich: I hob schoun olles. Ein internationales Bisness-Imperium, Privatjets, oa, zwoa Jachten, Golfplätze, a Rennbaun, an Fuasbollverein hob i auch schoun ghobt – frage nicht. Bitte. Ober wenn man so zurückblickt auf mei Leben, dann muas man sogn: Irgendwos fehlt troutzdem.


Schauw, ich bin jo praktisch von gaunz unten aufgebrochen, in die große Welt, nicht. Von gaunz unten. Gaunz, gaunz, gaunz unten. Kleinsemmering, der Naume sogt jo schon oulles. Und dann hob ich es geschafft. Und daun wor ich gaunz oben. Und jetzt, jetzt bin ich wieder do. Und ich bin schouckiert. Es schaut noch ärger aus ois je zuvor. Ein klorer Fall von mis-management. Do hob ich mir gedocht, jetzt  muss Schluss sein und ich kauf mir … ah, na, sorry … stelle meine lebenslounge Erfohrung in den Dienst der Republik. „Ask what you can do for your country“, nicht.

Weil: Es schaut schlecht aus mit der crisis. Mit dem Euro. Mit der EU. Mit den Griechen, den Portugiesen und oullen aunderen, die sich dou mit meinen Steuergeldern sanieren woullen. Und deshalb nehm ich die Soche jetzt sölber in die Haund, weil die Politik in Österreich braucht endlich wen, der wos versteht vom Bisness. Es gibt do immer dieses Missverständnis mit meiner „gouldenen Regel“: Wer das Gould hot, mocht die Regel. Des hoben viele meiner Kritiker total falsch verstehen woullen. Weil: Ich bin ein loupenreiner Demokrat, nicht, und desholb weiß ich, dass das net so easy ist, nicht. Drum hob ich mir jetzt diese ganzseitige Einscholtung in der Kroune gekauft, damit ich dos olles kloastellen kann.

Weil, wie gesagt: I hob schoun olles. Ober es gibt jo Menschen, denen fehlt noch wos. Und wenn die zufällig Politiker san, im Nationalrot zum Beispiel, daun ergeben sich do halt lougische Synergieeffekte, right, und mein Ziel ist es jo, dem Laund und seine Bewohner zu helfen. Do faungt man halt mit Einzelne aun, weil in so einem großen Bisness is immer wo a Plotz. Vielleicht kaun i mei Partei daun jo sogar ois Werbungsausgobe von der Steuer obsetzen, ober do verhaundel i nu mit der Finanzministerin. Ich hätt jo sogor die ÖBB übernummen ois Ausgleich dafür, oba, obviously, des poulitische System ist jo do zu unflexibel für soiche bisness opportunities. A shame. Wirklich.

Okay, oiso mir sind fertig mit dem Interview, right? I muas übrigens sogn, Kompliment: Genau sou stell ich mir des vor, koane depperten Zwischenfrogn und so. Sehr professionell, seriously. Du wirst es nu weit bringen! Very professional, ehrlich. Oiso: thanks. Ound wos bin i jetzt schuldig? A so? Wirklich? Do is mir ober jetzt net gaunz wouhl dabei. Am besten, dou gibst mir afoch deine Kontonummer. Zur Sicherheit.

More in this category: « Danke, 1 %! Kuh, heilig »
back to top