»Wir haben einen gemeinsamen Feind«

Foto: Über Leicht- und Massivbau diskutierten im Vienna Marriott Hotel Reinhold Lindner, Sprecher BauMassiv, Michael Pech, Vorstandsvorsitzender ÖSW, Bernd Höfferl, ProHolz Austria, und Renate Hammer vom Institute of Building Research & Innovation. Foto: Über Leicht- und Massivbau diskutierten im Vienna Marriott Hotel Reinhold Lindner, Sprecher BauMassiv, Michael Pech, Vorstandsvorsitzender ÖSW, Bernd Höfferl, ProHolz Austria, und Renate Hammer vom Institute of Building Research & Innovation.

Zwischen der Leicht- und der Massivbau-Lobby fliegen die Hackeln mitunter tief. Diskutiert wird gerne übereinander, nicht miteinander. Mit Reinhold Lindner, BauMassiv, und Bernd Höfferl, ProHolz, hat der Bau & Immobilien Report zwei Interessenvertreter an den Tisch gebeten und ihnen mit Michael Pech, ÖSW, und Renate Hammer, Institute of Building Research & Innovation, einen Bauträger und eine Wissenschafterin zur Seite gestellt. Gesprochen wurde über den Beitrag der verschiedenen Baustoffe zum Klimaschutz, ein neues Quartiersdenken und die Holzbauoffensive der Regierung. Herausgekommen sind überraschende Allianzen und interessante Erkenntnisse.

Report: Auch wenn die Coronakrise das derzeit alles beherrschende Thema ist, stellt der Klimawandel langfristig die größere Herausforderung dar. Nachhaltiges und klimafreundliches Bauen wird an Bedeutung gewinnen. In welchen Bereichen kann die Massivbauweise am stärksten punkten? Wo sehen Sie die größten Vorteile gegenüber anderen Bauweisen?

Reinhold Lindner: Die Massivbauweise hat vor allem zwei große Stärken. Neben der Regionalität ist das vor allem die Speichermasse. Es gibt keine anderen Baustoffe, die mit den äußeren Einflüssen wie Hitze oder Kälte so gut zurecht kommen wie massive Baustoffe. Diese Vorteile kommen durch Technologien wie Bauteilaktivierung noch viel stärker zum Tragen.

Wir haben unter dem Namen ReConstruct auch gemeinsam mit dem WIFO ein Forschungsprojekt aufgesetzt, wo es kurz gesagt darum geht, in Zukunft nicht nur einzelne Gebäude zu betrachten, sondern dass man auch das Umfeld mitdenken muss, vor allem im Bereich der Energie. Da gibt es das thermische Netz, das Elektrizitätsnetz oder das Gasnetz. Es geht darum, das gesamte Energiethema zu optimieren. Dazu gibt an der ETH Zürich schon spannende Projekte und Ergebnisse.  



Report: Herr Höfferl, wo hat die Leicht- und Holzbauweise ihre Stärken?

Bernd Höfferl: Holz ist ein nachwachsendes Material, das geerntet und verwendet werden muss, um einen Beitrag zur Dekarbonisierung zu leisten. Der zweite große Vorteil ist, dass mit Holz ein hohes Maß an Vorfertigung möglich ist und wir damit Teile der Arbeit von der Baustelle ins Werk bringen.  Das lässt ein gewisses Maß an Automatisierung zu und bringt Vorteile in Hinblick auf die Qualität und den immer noch vorherrschenden Facharbeitermangel. Damit kann aus der »Bau-Stelle« eine »Zusammenbau-Stelle« werden.

Allerdings nur dann, wenn die Gebäude dafür geeignet sind. Wir stehen hier nicht am Tennisplatz und hauen uns die Bälle um die Ohren, sondern wir stehen auf derselben Seite und müssen uns Lösungen überlegen, die miteinander funktionieren. Es ist auch einfach, über den Neubau zu reden. Viel komplexer wird es beim Bestand.

Ein Gebäude in der Wiener Innenstadt folgt einer anderen Logik als ein neues Einfamilienhaus im Grünen. Wir brauchen eine Versachlichung der Diskussion, um die jeweiligen Vorteile der verschiedenen Bauweisen nutzen zu können. Ich bin auch dagegen, Materialien zu missbrauchen. Eine Tiefgarage aus Holz macht keinen Sinn.



Report: Das klingt sehr versöhnlich. Dennoch wird die Diskussion, ob Leicht- oder Massivbau besser und nachhaltiger ist, mitunter sehr heftig geführt. Gibt es aus Sicht der Wissenschaft zumindest in Bezug auf den Neubau eine klare Antwort?

Renate Hammer: Nein, die gibt es nicht. Gerade wenn man sich dem Problem des Klimawandels stellt, sollte man die Materialwahl in Bezug zu anderen Kriterien bringen. Natürlich ist der CO2-Ausstoß, der von der Errichtung eines Gebäudes ausgeht, relevant, zumindest ebenso der aus dem Gebäudebetrieb, am wichtigsten aber ist die Situierung. Dabei geht es darum, wo ein Gebäude im Bezug zur Siedlung steht und wie viel Verkehr es daher induziert.

Zur Veranschaulichung: Aktuell gelten als Richtwerte für CO2-Emmssionen im Wohnsektor für den Gebäudebetrieb 5,8 bis 8,0 kg CO2/m² und Jahr, für die Errichtung und Entsorgung rund 2,9 bis 8,0 kg CO2/m² und Jahr aber für den zuordenbaren Alltagsverkehr 6,7 bis 28,5 kg CO2/m² und Jahr.

Wobei man niedrige Werte nur mit gutem öffentlichem Verkehr und bei entsprechend bestehender Nahversorgung erreichen kann. In der Errichtung liegen die großen Einsparungspotentiale  nicht  so sehr in den verwendeten Materialien sondern in der Haustechnik. Je einfacher die Haustechnik, desto weniger CO2. Vergleicht man zwei Gebäude mit identer Haustechnik geht von einem Holzhaus in der Regel aber am wenigsten Treibhausgasemmissionen aus. Aber Achtung, gerade weil Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, sind einer nachhaltigen Substitution andere Baustoffe natürliche Grenzen gesetzt1,2.



Report: Das ÖSW ist der größte gemeinnützige Bauträger in Österreich. Wie beobachten Sie die Diskussion über Leicht- und Massivbau? Welche Rolle spielt die Bauweise für die Errichtung leistbarer Wohnungen?

Michael Pech: Es ist für mich nicht die Frage, ob Leicht- oder Massivbau. Wir stehen bei jedem Projekt vor der Frage, ob wir es in Leicht- oder Massivbauweise errichten wollen.Im dichtverbauten Stadtgebiet wie in Wien fällt die Wahl mehrheitlich auf Beton. Klimaschonendes Bauen ist für mich eine Grundhaltung. Die Themen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sind für die ÖSW-Gruppe von großer Bedeutung. Es ist aber nicht unser Ziel, ein Gebäude mit einem geringen Bedarf an Wärmeenergie zu errichten, ein klassisches Niedrigenergiehaus. Es geht um mehr.

Die Heizenergie ist heute eine vernachlässigbare Größe. Die Herausforderung heute ist die Kühlung. Da hat der Massivbau mit der Bauteilaktivierung natürlich Vorteile. Die Bauteilaktivierung kommt bei immer mehr Projekten zum Einsatz, weil es eigentlich eine Lowtech-Lösung mit enorm positiven Auswirkungen ist. Auch beim Schallschutz hat der Massivbau Vorteile, beim Trittschallschutz wiederum punktet der Leichtbau.

Thema:  Sommerliche Überhitzung

Report: Mit der sommerlichen Überhitzung und der Vorfertigung wurden zwei wichtige Themen angesprochen, wo die verschiedenen Bauweisen Stärken und Schwächen haben. Herr Höfferl, wie begegnet der Holzbau der sommerlichen Überhitzung?

Höfferl: Es gibt im Holzbau keine Parallellösung zur Bauteilaktivierung. Die Logik ist eine andere. Im Holzbau haben wir eine sehr gute Gebäudehülle, wir müssen aber vernetzter denken. Glasflächen müssen etwa beschattet werden. Auch dezentrale Lüftungsanlagen, wo die Wärme, die der Luft entzogen wird, dem Warmwasser zugefügt wird, funktionieren sehr gut.  Wir müssen uns die Frage stellen, welche Produkte wir für welche Fragestellungen kombinieren können. Es spricht auch nichts gegen eine bauteilaktivierte Mittelwand aus Beton, an die vorgefertigte Module angebaut werden.  

Report: Frau Hammer, was ist die sinnvollste Lösung gegen sommerliche Überhitzung?

Hammer: Man muss der Kühlung schon von Beginn an, also in der Planung, die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie dem Heizen, und dabei überlegen, welche Lösungen an einem konkreten Ort sinnvoll und machbar sind. Bislang ist das höchst selten geschehen, auch weil bislang in zwei Systemen gedacht wurde und Kühlung daher immer mit deutlichen Mehrkosten verbunden war. Es gilt mit Systemen zu arbeiten, die beides können,- ob wasser- oder luftgeführt kommt auf das Gebäudegesamtkonzept an. 

Lindner: Gerade auch bei diesem Thema ist es wichtig, die Gebäude nicht isoliert zu betrachten. Es wird immer Gebäude geben, die wärmetechnisch besser sind als andere. Deshalb wäre es sinnvoll,  durch die Vernetzung der Gebäudestrukturen einen Ausgleich zu schaffen. Vielleicht steht auch eine Fabrik neben einem Gebäude, deren Abwärme man nutzen kann. Das werden wir in Zukunft noch viel stärker mitdenken müssen.

Pech: Wir haben eben eine 115-Kilowatt-Peak-PV-Anlage auf der ÖSW-Zentrale mit einem 240 kWh fassenden Speicher eröffnet. An einem guten Tag produzieren wir die doppelte Menge Strom, die wir selbst verbrauchen. Das ist der Probegalopp für die Implementierung im Wohnbau. Das ist unser Ziel. Die Mehrkosten rechnen sich nach zehn Jahren.

Durch eine Gesetzesänderung dürfen wir als Gemeinnützige jetzt auch Strom liefern. Deshalb denke ich auch, dass wir in Zukunft nicht mehr über einzelne Gebäude, sondern über Quartiere nachdenken müssen. Mein Traum wäre es, die Energie dezentral zu erzeugen und auch dezentral zu verbrauchen. Da könnten wir uns sehr viel Infrastruktur einsparen.

Thema: Denken in Quartieren

Report: Was bedeutet dieser Quartiersgedanke für das zukünftige Bauen und die zukünftige Stadtplanung? Das ist ja schon ein ziemlicher Paradigmenwechsel.

Hammer: Ja tatsächlich, einer von vielen notwendigen Paradigmenwechseln. Wichtig ist, ein positives Bild zu entwicklen, wie ein Quartier in Zukunft aussehen kann und soll. Gerade in Bezug auf die sommerliche Überhitzung in Ballungszentren kommt es darauf an, wie Quartiere natürlich gekühlt werden können, haustechnische Lösungen sollten soweit wie möglich obsolet bleiben. Interessant ist sicher das Kühlpotential der Wasserverdunstung.

Wenn wir uns Klimaszenarien für Österreich ansehen, dürfen wir in vielen Gebieten mit etwas mehr Niederschlag rechnen, teils auch als Starkregen. Der aktuell hohe Versiegelungsgrad in unseren Städten ist da hoch problematisch und sicher kein Teil einer Lösung. Ein Weg hingegen sind Pflanzen durch ihre Fähigkeit Wasser rückzuhalten, am Boden, am Dach und auch an der Wand. 

Pech: In der Biotope-City im Süden Wiens setzen wir genau diesen Gedanken um. Dort gibt es großzügige Grünräume, schon jetzt einen ordentlichen Baumbestand und begrünte Dächer und Fassaden. Allein die Absenkung im Außenraum um zwei bis drei Grad bringt enorm viel in den Innenräumen. In Paris etwa ist die Temperatur in der Innenstadt nur aufgrund der zahlreichen Klimaanlagen um vier Grad höher als in den Außenbezirken.

Das ist zutiefst undemokratisch und unfair. Denn diejenigen, die sich keine Klimaanlage leisten können, haben es nicht nur ohnehin wärmer, sondern bekommen auch noch die zusätzliche Wärme der Klimaanlagen ab. Deshalb finde ich auch die Idee, diese Abwärme für die Produktion von Warmwasser zu verwenden, wirklich sehr gut. Genau diese Verbindung intelligenter Ideen werden wir in Zukunft brauchen. Da sehe ich auch keinen Widerspruch zwischen Massiv- und Leichtbau.

Thema: Holzbauoffensive der Regierung

Report: Schon im Regierungsprogramm ist von einer Forcierung des Baustoffes Holz die Rede. Jetzt wurde im Juli im Nationalrat der 350 Millionen Euro schwere Waldfonds beschlossen. Teil des Waldfonds ist auch eine Holzbauoffensive. Ist das nicht eine ideologisch begründete, klassische Wettbewerbsverzerrung?

Lindner: Es war immer unsere Überzeugung, dass der Kunde entscheiden muss, welche Baustoff zum Einsatz kommt. Das wäre ein fairer Wettbewerb. Die Politik sollte aus unserer Sicht dafür sorgen, die Rahmenbedingungen für diesen fairen Wettbewerb zu schaffen. Die einseitige Bevorzugung eines Baustoffes läuft dem natürlich zuwider.

Höfferl: Das sehe ich naturgemäß etwas anders. Es hat nichts mit fairem Wettbewerb zu tun, wenn wir ausschließlich ausgetretene Trampelpfade benutzen. Der Holzbau ist im Vergleich zum Massivbau relativ jung. Da gibt es noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten. Ich verstehe auch, wenn die Kollegen aus der Massivbranche das freie Spiel der Kräfte als fairen Wettbewerb bezeichnen, aber noch herrscht keine echte Chancengleichheit.

Viele greifen automatisch zur altbekannten Lösung, nicht weil sie besser ist, sondern weil das Wissen – sowohl auf Kunden- als auch Verarbeiterseite – fehlt. Es geht nicht darum, einen Baustoff zu bevorzugen. Vielmehr ist das eine Art Starthilfe, um auf Augenhöhe mit dem Massivbau konkurrieren zu können.

Lindner: Was wir vor allem kritisieren, ist der Vorwurf seitens der Holz-Lobby, dass massive Baustoffe CO2-intensiver wären als Holz und deswegen Holz gefördert werden müsse. Das sehen wir nicht so. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass es diesen CO2-Nachteil im Lebenszyklus nicht gibt. Da bekommen wir dann manchmal einen roten Kopf, weil auch die Politik falsch informiert wird.

Report: Frau Hammer, was sagt die Wissenschaft dazu?

Hammer: Der Wald entzieht der Atmosphäre CO2 und lagert es in Pflanzen und Boden ein. Er ist dadurch eine CO2-Senke mit einer großen Speicherkapazität. Wird ein Baum entnommen, ist in ihm ein Teil des CO2 zwischengespeichert und ein neuer Baum sollte nachwachsen. Zu diesem komplexen Zusammenspiel von Speicher Holz und Speicher Wald liegen akutelle Studien3 mit Szenarien für Österreich vor.

Ein Szenario besagt, wenn wir die Entnahme  bis ins Jahr 2050 auf 27 Millionen Erntefestmeter steigern sind im Gesamtsystem 8.000 Kilotonnen CO2 gesenkt. Ein anderes Szenario zeigt, wenn wir die Entnahme bis 2050 auf nur 14 Millionen Erntefestmeter drosseln, speichert das Gesamtsystem 25.000 Kilotonnen CO2. Vor diesem Hintergrund muss man ökonomisch und ökologisch sinnvolle Bewirtschaftungsmodelle finden.

Höfferl: Ich kenne diese Studie. Und es stimmt, wir brauchen Lösungen für die Forstwirtschaft. Und wir brauchen Lösungen für eine langfristige Nutzung des Holzes. Und das ist nun mal der Bau. Es ist nicht nachhaltig, aus dem entnommenen Holz Essstäbchen zu machen, die nach einer Verwendung im Müll landen oder verbrannt werden. Gerade im mehrgeschoßigen Wohnbau hat Holz noch viel Luft nach oben. Da reden wir noch nicht von relevanten Ressourcen.

Report: Herr Pech, hat es für Sie als Bauträger irgendeine Bedeutung und Auswirkung, wenn die Politik eine Holzbauoffensive ankündigt?

Pech: Natürlich verfolgt man das. Aber wir als ÖSW-Gruppe beschäftigen uns schon seit vielen Jahren mit dem Holzbau. Und ich gebe Herrn Höfferl Recht, der Output ist noch sehr überschaubar. Aber ich denke schon, dass aktuell einiges in Bewegung ist und immer mehr Unternehmen Lösungen bieten, die einer echten Vorfertigung schon sehr nahekommen, wo ganze Elemente in der Fabrik produziert werden.

Wir versuchen auch bei vielen unserer Projekte Alternativen zum Massivbau durchzurechnen. Rein von der Kostenseite betrachtet hat der Leichtbau derzeit meist das Nachsehen. Ich bin aber guter Hoffnung, dass diese Nachteile durch die Vorteile der Vorfertigung über kurz oder lang kompensiert werden können. Das wäre auch wichtig, denn Konkurrenz befruchtet.

Thema: Vorfertigung

Report: Der Vorfertigung wird von allen Seiten immenses Potenzial bescheinigt. Inwieweit bereitet das der Massivbaubranche Sorgen?

Lindner: Sorgen nicht. In Deutschland etwa gibt es seitens der Bundesregierung eine Initiative zur Förderung des seriellen Bauens. Das ist richtig und wichtig, denn serielles Bauen wird in Zukunft sicher an Bedeutung gewinnen. Da bietet der Holzbau gute Lösungen, Betonfertigteile aber auch. Es geht einfach darum, die Baustoffe nach ihren Stärken einzusetzen. Das beste Beispiel ist für mich eine Eishalle. Eine schöne Eishalle besteht aus einer Betontribüne und darüber einem schönen Holzdach.

Report: Herr Pech, zum Abschluss unserer Diskussion: Welches Potenzial sehen Sie für den Leicht- und Holzbau im mehrgeschoßigen Wohnbau?

Pech: Ich denke, dass der Leichtbau an Bedeutung gewinnen wird, der Massivbau aber die dominierende Bauweise bleiben wird. Aber jeden Fall sollten wir den Weg gehen, den Leichtbau stärken mit dem Massivbau zu kombinieren. Wir haben einige entsprechende Projekte umgesetzt, mit schönen Erfolgen.

Report: Frau Hammer, die heutige Diskussion hatte viele versöhnliche Töne. Ist man auf dem Weg, das Beste aus beiden Welten zusammenzuführen?

Hammer: Es wird alles entscheidend sein, sich aus dem System »Marktanteil um jeden Preis« zu verabschieden. Das ist weder ökologisch noch ökonomisch durchzuhalten. Sich am Markt langfristig zu behaupten, bedeutet wohl, sich an den Rahmenbedingungen der Nachhaltigkeit zu orientieren. Kampfrhetorik ist dabei auf jeden Fall ein Auslaufmodell.

Report: In diesem Sinne bitte ich die beiden Interessenvertreter um ein kurzes Statement, was sie an der jeweils anderen Bauweise schätzen.

Lindner: Gar keine Frage, in der seriellen Bauweise ist Holz sehr fortschrittlich. Das ist gerade in Zeiten wie diesen ein enormer Vorteil. Jeder Baustoff hat seine Vor- und Nachteile. Wesentlich ist für mich, die CO2-Problematik in den Griff zu bekommen. Dafür wird es beide Bauweisen brauchen.

Höfferl: Was man vom Massivbau lernen kann, ist, dass der gesamte Prozess und die gesamte Abwicklung schon eine Kultur hat. Wir müssen zuhören und die Türen zueinander öffnen. Denn wir haben einen gemeinsamen Feind: den Klimawandel.

 

1 Forschungsbericht bmvit 39/2017: O. Mair am Tinkhof, H. Strasser, T. Prinz, S. Herbst, M. Schuster, R. Tomschy, H. Figl, M. Fellner, M. Ploß, T. Roßkopf: Richtwerte aus Richt- und Zielwerte für Siedlungen zur integralen Bewertung der Klimaverträglichkeit von Gebäuden und Mobilitätsinfrastruktur in Neubausiedlungen

2 H. Figl, IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH; Gebäude als Materialspeicher – Ressourceneffizienz und CO2-Einsparung in der Siedlungsbewertung; Vortrag im Rahmen des Symposions „Stadt der Zukunft - Nachhaltigkeit vom Quartier zum Baustoff“ am 9. Nov. 2017 in Reichenau

3 K. Schadauer, A. Freudenschuß, T. Ledermann, Bundesforschungszentrum für Wald,CO2-Einsparung durch den waldbasierten Sektor aus dem CARE FOR PARIS PROJEKT unter Beteiligung von wood Kplus, BOKU, Umweltbundesamt, gefördert durch den Klima- und Energiefonds; BFW Praxistag 23. Jänner 2020: Wald der Zukunft


Die Location: Vienna Marriott Hotel

Durchgeführt wurde der Round Table im Vienna Marriott Hotel. Gelegen an der berühmten Ringstraße und gegenüber des Wiener Stadtparks ist das Vienna Marriott Hotel die ideale Eventlocation. Elegante Räumlichkeiten mit einer Gesamtfläche von 1.450 m², state-of-the-art technisches Equipment, nationale und internationale Küche auf höchstem Niveau, individueller Service, hohe Hygiene- und Sicherheitsstandards sowie die zentrale Lage in der lebendigen Innenstadt bieten ideale Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Veranstaltung.

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