Samstag, Oktober 01, 2022

Gemeinsam mit vier Partnern simuliert die OeNB die Begebung und Abwicklung einer Bundesanleihe als Security Token. 

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt lotet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie für die Begebung und Abwicklung von Bundesanleihen aus. Mit an Bord sind vier wichtige Player – die Tochter der Österreichischen Kontrollbank CSD, die Bundesfinanzierungsagentur, die Raiffeisen Bank International und die Erste Group.

DELPHI, so der Arbeitstitel des Projekts, simuliert in Echtzeit den gesamten Lebenszyklus von Wertpapieren auf einer Blockchain. Für die Transaktionen erstellt die OeNB eine Kryptowährung, die direkt an den Wert des Euro gekoppelt ist. Neben den technischen Voraussetzungen soll geklärt werden, ob die Lösung rechtlich und wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar ist. In einem weiteren Teilprojekt soll das Potenzial für eine marktfähige Umsetzung analysiert werden, um den österreichischen Kapitalmarkt fit für Blockchain-Lösungen zu machen.

Der Test ist grundsätzlich auf Großanleger zugeschnitten. Sollte es je zur Marktreife kommen, wäre eine Kooperation mit der Europäischen Zentralbank – die EZB arbeitet am »digitalen Euro« – wahrscheinlich. Noch ist vieles Zukunftsmusik, doch OeNB-Projektleiter Reinhard Beck ist überzeugt: »Neue Technologien werden das Finanzsystem nachhaltig verändern.«

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