Donnerstag, Juni 30, 2022



Steigende Elektromobilität, sinkende Flugzahlen und noch immer unentdeckte Baumarten - gleichzeitig hohe Stromkosten wie nie und sinnlose Klimainvestitionen. Hoffnung - und Ärger, in jedem Fall aber interessante Fakten, das sind die Zahlen aus diesem Februar. 

15.900 Flüge gab es im heurigen Jänner in Österreich – rund zweieinhalbmal so viele wie im Jänner 2021, aber um 40 Prozent weniger Flüge als im Vor-Corona-Jänner 2020. Mit E-Kerosin allein ist das Ziel eines CO2-freien Flugverkehrs im Jahr 2050 nicht erreichbar. Wesentlich ist auch eine deutliche Reduktion der Geschäftsflüge, die Einführung einer verursachergerechten CO2-Bepreisung und eine Reduktion der Freizeitflüge.

Quelle: VCÖ, Transport & Environment 

200 TWH zusätzlich werden Ende dieses Jahrzehnts für die Elektromobilität in den Stromnetzen umgesetzt werden. Prognosen zufolge steigt der Strombedarf durch die zunehmende Anzahl an E-Autos europaweit um elf Prozent pro Jahr.

Quelle: Eurelectric, EY

65 Millionen E-Fahrzeuge wird es der Studie »Power sector accelerating e-mobility« zufolge 2030 in Europa geben, 130 Millionen im Jahr 2035. Stand heute: 3,3 Millionen. Im Jahr 2030 werden voraussichtlich 65 Millionen Ladepunkte auf dem alten Kontinent benötigt, mehrheitlich im Wohnbereich (85 %), gefolgt von sechs Prozent am Arbeitsort, vier Prozent im öffentlichen Bereich und fünf Prozent im halböffentlichen Bereich (Shopping-Center, Parkhäuser).

Quelle: Eurelectric, EY

13,9 % E-Pkw-Anteil an den Neuzulassungen hatte Österreich im Jahr 2021 – der dritthöchste Prozentsatz in der EU hinter den Niederlanden (19,9 %) und Schweden (18,9 %). In ganz Europa belegt Österreich den fünften Platz, Norwegen liegt mit 62 Prozent E-Pkw einsam an der Spitze, vor Island mit rund 33 Prozent.

Quelle: VCÖ

206,8 Punkte erreicht der von der Österreichischen Energieagentur errechnete Strompreisindex im März 2022 (Basisjahr 2006 = 100). Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vormonat um 3,9 Prozent. Im Vergleich zum März des Vorjahres liegt der ÖSPI um 139,1 Prozent höher. Der ÖSPI erfasst Strom-Großhandelspreise und berücksichtigt keine Netzgebühren, Steuern oder Abgaben. 

2044 Der theoretische Ökologe Robert May von der Universität Oxford gab sich 1994 optimistisch, dass man bis zum Jahr 2044 die Anzahl der derzeit auf der Erde existierenden Arten ungefähr kennen dürfte.

Quelle: Deutsches GeoForschungsZentrum Potsdam

73.300 Baumarten gibt es neuen Schätzungen zufolge auf der Erde ungefähr – 14 Prozent mehr als bislang angenommen. Etwa 9.000 davon müssten noch entdeckt werden, 40 Prozent davon – so die Erwartung der Forschenden – in Südamerika. Die Schätzung der Anzahl der Baumarten ist von grundlegener Bedeutung für unser Verständnis vom Funktionieren von Ökosystemen und für die Optimierung von Waldschutzmaßnahmen auf der ganzen Welt.

Quelle: Deutsches GeoForschungsZentrum Potsdam

14 Cent: Risikokapitalgeber und Private-Equity-Firmen investieren massiv in Klimatechnologien. Im zweiten Halbjahr 2020 und im ersten Halbjahr 2021 erreichten Investitionen ein Volumen von 87,5 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 210 Prozent gegenüber den zwölf Monaten zuvor. Von jedem Dollar an Risikokapitalinvestitionen fließen 14 Cent in Klimatechnologien. Laut dem »State of Climate Tech Report« von PwC reichen die Investitionen allerdings nicht für das Erreichen der Klimaziele aus und fließen zudem großteils in ineffiziente Lösungen. 


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