Donnerstag, August 18, 2022
Städte werden effizienter und klimafreundlicher

Das Forschungsprojekt der ASCR in Wien sorgt für europaweit neue Lösungen zum Schutz des Klimas. Das Ziel ist die Entwicklung wirtschaftlicher Lösungen für die Energiezukunft im urbanen Raum.

Mit dem European Green Deal hat die Europäische Kommission ihr Schlüsselprojekt für eine klimaneutrale und ressourcenschonende Wirtschaft vorgelegt.

»Die damit verbundenen Herausforderungen für die Wirtschaft und die Gesellschaft sind hoch. Der Schlüssel liegt eindeutig in der Weiterentwicklung unserer Städte und der Nutzung modernster Technologien. Um den stetig steigenden Energiebedarf zu decken, müssen daher alle möglichen Technologien, die CO2 reduzieren, zum Einsatz gebracht werden«, sagt Siemens Österreich Generaldirektor Wolfgang Hesoun anlässlich eines Meilensteins, der nun in der Seestadt Aspern in Wien erreicht wurde.

Die zweite Forschungsperiode 2023 von Aspern Smart City Research (ASCR) hat ihre Halbzeit erreicht. Hesoun zeigt sich dankbar, dass die Stadt Wien – mit den Unternehmen Wien Energie, Wiener Netze, Wien 3420 und Wirtschaftsagentur Wien – gemeinsam mit Siemens bereits 2013 den Startschuss für ein europaweit einzigartiges Forschungsprojekt zur Energiezukunft im urbanen Raum gegeben hat.



Ziel der ASCR ist es, marktnahe, skalierbare und wirtschaftliche Lösungen für die Energiezukunft im urbanen Raum zu entwickeln und das Energiesystem effizienter und klimafreundlicher zu machen. Im Zuge des Energieforschungsprojektes werden komplexe, aber sehr zentrale energiepolitische Fragestellungen aus wesentlichen Domänen des Energiesystems – interdisziplinär und anhand von Echtdaten und Betriebserfahrungen aus Feldtests – beantwortet. Auch werden die Forschungsfragen laufend an aktuelle Herausforderungen angepasst.

»Zur Entwicklung einer klimaneutralen, nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft braucht es neue Zugänge und – wie sich nun zeigt – eine immer engere Kooperation zwischen Stadtentwicklern, Energieanbietern, Netzbetreibern, der Wohnungswirtschaft, Bauträgern und der Industrie. Diese haben wir hier – im Übrigen auch dank der Unterstützung von Bewohnerinnen und Bewohnern – in Teilen der Seestadt Aspern gefunden«, so Hesoun weiter.

Aufgrund der Aktualität der Herausforderungen besitzt dieses Projekt mittlerweile eine Strahlkraft, die weit über Österreich hinaus reicht. Dies zeigt sich unter anderem auch am Interesse zahlreicher internationaler Delegationen, die jährlich den ASCR-Showroom besuchen und die Expertise der Expert*innen in Anspruch nehmen.



Schwerpunkt der zweiten Phase 

Während es in der ersten Phase des Forschungsprojektes 2013 bis 2018 um den Aufbau der notwendigen Forschungsinfrastruktur als Basis für die Erfassung von Echtzeit-Daten und die praktische Erprobung von Lösungskonzepten ging, liegt der Schwerpunkt der zweiten und aktuell noch laufenden Phase von 2019 bis 2023 in der Überleitung der Lösungskonzepte in den laufenden Systembetrieb des jeweils betreffenden Marktteilnehmers.

Dabei spielen die Reduktion der Systemkomplexität für die Anwender*innen, und die Automatisierung von Betriebsprozessen auf Basis der gewonnenen Daten und Betriebserfahrungen eine wesentliche Rolle. Ziel ist die Schaffung von praxistauglichen Lösungen für Bewohner*innen, Netz- und Gebäudebetreiber sowie Energielieferanten.