Sonntag, Juli 03, 2022
Ohne Risiko zur eigenen Anlage

Contracting-Modelle beseitigen Hürden bei der ­Finanzierung, beim Einkauf und dem Management von Energie aber auch beim kompletten Betrieb von ­Anlagen – zunehmend mit Erneuerbaren.

Contracting als Dienstleistung, die unterschiedliche Arten der Versorgung von Gebäuden und Anlagen mit Energie abdeckt: Während in den vergangenen Jahren vor allem »Klassiker« wie Energieliefer-Contracting im Wärmebereich mit Erdgas den Markt dominierten, bewegen sich Projekte zunehmend nun in Richtung Erneuerbare – seit es durch den Tausch von Heizanlagen oder mit Solarenergie für die Stromerzeugung. Denn nicht jeder Gebäude- oder Anlagenbetreiber will sich tiefgehend selbst mit der Energieversorgung beschäftigen.

Die deutsche Branchenorganisation ­vedec – Verband für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting hat in einer Markterhebung 2020 ein »kontinuierliches Wachstum« der Contracting-Branche festgestellt. Die Corona-Krise hätte kaum Auswirkungen gehabt.

Das Geschäftsmodell unterstützend sind hingegen das gesteigerte Interesse der Öffentlichkeit an klimaneutralen Lösungen, sowie der weiterhin anhaltende Bauboom, heißt es. »Der Wunsch nach klimaneutralen Lösungen wird auf Kundenseite immer größer. Contractoren haben das notwendige Know-how für eine hocheffiziente Umsetzung«, betont man.

Die prozentuale Verteilung der einzelnen Contracting-Arten im Jahr 2020 in unserem Nachbarland: Mit 91 % dominiert Energieliefer-Contracting, gefolgt mit großem Abstand von Energiespar-Contracting (2 %) und »Sonstige« (7 %). Die sonstigen Contracting-Arten macht der Verband als klaren Wachstumsbereich aus, »um den Anforderungen der Kunden zu entsprechen, gibt es immer wieder neue Modelle am Markt.«

Aktuell zählen dazu Pachtmodelle, Beleuchtungs-Contracting, PV-Contracting, Mieterstrom, Kälte-Contracting, E-Mobilität und Ladesäulen, Finanzierungs-Contracting, technisches Anlagenmanagement, Betriebsführungs-Contracting und Service-Contracting.

Projekte in Oberösterreich

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik-Anlagen ist ein zentraler Baustein der Energiewende. Ein Angebot liefert auch die Vertriebstochter der Energie AG mit einem PV-Contracting für Businesskunden. Seit dem Jahr 2015 wurden 53 Contracting-Anlagen in Betrieb genommen, die zusammengenommen rund 8,6 GWh Strom erzeugen.

Mit der Strommenge könnten fast 2.500 Haushalte versorgt werden, die CO2-Einsparung beträgt rund 1.100 Tonnen. Das bisher umfassendste Projekt mit einem einzelnen Partner, das in die Realisierung geht, ist nun die PV-Offensive auf den Dächern der Kliniken der OÖ Gesundheitsholding.

»Mit unserem Photovoltaik-Contracting reagieren wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden, daher entwickelt sich dieses Angebot immer mehr zu einem Erfolgsmodell«, sagt Energie AG-Generaldirektor Werner Steinecker. Die jahrzehntelange Erfahrung bei der Umsetzung mache das Unternehmen zu einem Top-Partner in diesem Bereich. »Unsere Kunden wissen das All-In-Sorglos-Paket zu schätzen und profitieren vom Wissen unserer Experten«, so Steinecker.



Zusammenarbeit für Stromversorgung vom Firmendach bei Hochreiter: Klaus Dorninger (Energie AG), Peter Weidinger (Hochreiter), Michael Jachs (Energie AG) und Alexander Stumptner (Hochreiter).

Bereits 2017 wurde das Photovoltaik-Angebot mit dem Energie Star, einem Klimaschutzpreis des Landes Oberösterreich, ausgezeichnet. Es ist in der Regel vor allem für Unternehmen interessant, deren jährlicher Stromverbrauch über 200.000 kWh liegt und es eignet sich besonders für Betriebe, die den Sonnenstrom selbst verbrauchen. Die Partner profitieren von einem fixen, niedrigen Strompreis und erhalten nach der Vertragslaufzeit, die im Normalfall 20 Jahre beträgt, ein bestens gewartetes Sonnenkraftwerk. Die Contracting-Modelle werden dabei laufend an die Erfordernisse der Kunden angepasst.

Namhafte Unternehmen setzen bereits seit 2015 bereits auf die Kompetenz der Oberösterreicher*innen. Die größten, bisher errichteten Anlagen befinden sich auf dem Flughafen Linz, bei dem Industrieunternehmen Röchling Leripa in Öpping, bei Fischer Brot in Linz und den Bauhütte Leitl-Werken in Eferding.

Und Sonnenkraftwerke an den Standorten Bad Leonfelden (500 kWp auf einer Fläche von rund 2.500 m²) und Reichenthal (460 kWp auf einer Fläche von rund 2.300 m²) von Hochreiter produzieren 1 Mio. Kilowattstunden Strom pro Jahr.
Die eigene Stromerzeugung in Kombination mit dem Kühlbedarf der Fleischproduktion ergänzt sich ideal. Der hauseigene Ökostrom entlastet zudem das öffentliche Stromnetz. 

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