Das unabhängige Forschungsunternehmen Strand Partners hat im Auftrag von Amazon Web Services (AWS) 4.420 Technologie-Start-ups in 20 Märkten weltweit befragt. Im Mittelpunkt steht Physical AI: künstliche Intelligenz, die in Robotern, Drohnen, Fahrzeugen und Industrieanlagen wahrnimmt, entscheidet und handelt.
Die Ergebnisse sind im Report „AI Gets Physical: The Global Startups Readiness Index" zusammengefasst. Sie zeigen, dass Physical AI weltweit zunehmend an Bedeutung gewinnt. Bereits 15 Prozent der befragten Start-ups entwickeln entsprechende Technologien. Doch der Markt ist noch nicht bereit, die Technologie in der Breite einzusetzen. Wer diese Lücke schnell schließt, sichert sich laut Report die Arbeitsplätze, Umsätze und industriellen Vorteile, die Physical AI schafft.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Physical AI gewinnt weltweit an Bedeutung
15 Prozent der befragten Start-ups entwickeln bereits Physical AI. Besonders stark vertreten ist die Technologie in etablierten Industriemärkten. Deutschland liegt mit einem Anteil von 24 Prozent weltweit an der Spitze, gefolgt von Japan und Israel mit jeweils 21 Prozent sowie den USA und Südkorea mit jeweils 20 Prozent.
- 663 der insgesamt 4.420 befragten Start-ups entwickeln Physical AI.
- 55 Prozent dieser Entwickler arbeiten an Computer Vision und Wahrnehmungstechnologien, 50 Prozent an Sensoren und eingebetteter Hardware.
- 16 Prozent aller befragten Start-ups setzen bereits Physical-AI-Systeme anderer Anbieter ein, weitere 12 Prozent testen sie und 29 Prozent prüfen einen möglichen Einsatz.
Die Technologie ist da, der Markt zieht noch nicht mit
Obwohl Physical AI zunehmend entwickelt und eingesetzt wird, fehlt es vielerorts an den Voraussetzungen für eine breite Anwendung.
- Nur 26 Prozent der befragten Physical-AI-Entwickler sagen, dass ihre Volkswirtschaft für den Einsatz bereit ist.
- 76 Prozent erwarten, dass Physical AI innerhalb von fünf Jahren in ihrer Branche zum Standard wird.
- 72 Prozent halten Cloud Computing für essenziell, 62 Prozent Simulation und synthetische Daten für kritisch.
Physical AI könnte mehr Arbeitsplätze schaffen als ersetzen
Die befragten Start-ups erwarten durch Physical AI auch Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Insbesondere technische und handwerkliche Qualifikationen gewinnen an Bedeutung.
- 70 Prozent der Physical-AI-Entwickler erwarten, dass die Technologie mehr Arbeitsplätze schafft als ersetzt.
- 86 Prozent rechnen damit, ihre Beschäftigtenzahl innerhalb der kommenden zwei Jahre zu erhöhen.
- 59 Prozent der wachsenden Entwickler erwarten, dass mehr als die Hälfte ihrer Neueinstellungen auf technische, ingenieurwissenschaftliche oder handwerkliche Fachkräfte entfällt.
- Gleichzeitig haben 48 Prozent Schwierigkeiten, Fachkräfte für Robotik und Mechatronik zu finden.
Empfehlungen
Der Report benennt vier Handlungsfelder, um die Marktreife zu erhöhen:
- Sichtbarkeit schaffen: Pilotprojekte, Live-Demonstrationen und Branchenevents zeigen Unternehmen, was Physical AI heute leisten kann.
- Kompetenzen stärken: Staat und Wirtschaft sollten Umschulung und Weiterbildung für technische und handwerkliche Berufe finanzieren.
- Finanzierung und Rahmenbedingungen verbessern: Gezielte Förderung, klarere Regeln und regulatorische Testumgebungen verkürzen den Weg zum Markt.
- Frühe Nachfrage schaffen: Der Staat kann als erster Kunde auftreten und Systeme in öffentlichen Diensten und in der Infrastruktur einsetzen.
Die vollständige Studie gibt es hier zum Download.