By Marija Kotnig on Montag, 17. August 2026
Category: Qualität und Effizienz

40 Grad und kein Ende in Sicht: Was die Klimakrise mit unserer Wirtschafts­weise zu tun hat

Erst kürzlich zeigte das Thermometer in der Wiener Innenstadt exakt 40,0 Grad Celsius: Das erste Mal in der Geschichte der Bundeshauptstadt wurden so hohe Temperaturen im Juni gemessen. 102 von 251 österreichischen Messstationen meldeten Juni-Rekorde, 40 davon waren sogar Allzeit-Höchstwerte. Was jetzt passieren muss und warum Kreislaufwirtschaft die Antwort ist.

Auf der Westautobahn wölbten sich Betonplatten, in mehreren Wiener Bezirken fiel der Strom aus, Züge wurden gestrichen oder ausgebremst. In Ungarn, der Schweiz und Frankreich mussten Atomkraftwerke gedrosselt werden, weil das Kühlwasser der Flüsse zu warm wurde. Die Hitzewelle, die seit Mitte Juni über Europa liegt, hat – in den Worten von ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski – das Thermometer in einen „makroökonomischen Frühindikator" verwandelt.

Symptom und Ursache liegen eng beieinander

Was viele als getrennte Probleme betrachten – den Klimawandel auf der einen und die Wirtschaft auf der anderen Seite – hängt untrennbar zusammen. Unser dominantes Wirtschaftsmodell, das lineare take-make-use-waste-Prinzip, ist einer der maßgeblichsten Treiber der Krise: Es basiert auf der ständigen Gewinnung von Rohstoffen, dem Einsatz fossiler Energie in Produktion und Transport und der anschließenden Entsorgung von Materialien, die eigentlich noch wertvolle Ressourcen wären. Jeder dieser Schritte setzt Treibhausgase frei. Weniger Neuproduktion, weniger Emissionen – aber wie?

Die gute Nachricht ist: Was zur Krise beiträgt, lässt sich auch verändern. Und genau hier setzt die Kreislaufwirtschaft an. Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dass Kreislaufwirtschaft vor allem Recycling bedeutet. Sie ist ein Teil davon, aber erst der letzte Schritt in der Reihenfolge der sogenannten R-Strategien. Wesentlich wirkungsvoller sind die Schritte davor: Produkte so zu gestalten, dass sie länger halten, leicht reparierbar sind, und am Ende ihrer Nutzungsdauer so zerlegt werden, dass ihre Materialien wieder vollwertig eingesetzt werden können.

Zirkuläre Unternehmen sind hier in mehrfacher Hinsicht im Vorteil: Sie verbrauchen weniger Primärenergie, erzeugen weniger Emissionen und sind durch kürzere, regionalere Kreisläufe auch widerstandsfähiger gegenüber den physischen Folgen des Klimawandels. Denn Unternehmen mit einem linearen Wirtschaftsmodell tragen nicht nur zur Hitze bei, sondern sind gleichzeitig besonders anfällig für deren Folgen.

Gebäude, Städte, Systeme – überall steckt Potenzial

Die aktuelle Hitzewelle offenbart Schwachstellen, die sich mit zirkulärem Denken gezielt adressieren lassen. Ein einfaches Beispiel: Gebäude ohne außenliegenden Sonnenschutz heizen sich extrem auf – eine zirkuläre Sanierungsstrategie inkl. Fassaden- und Dachbegrünung plus PV-Anlage verlängert nicht nur die Lebenszeit der Bausubstanz, sondern reduziert gleichzeitig den Energiebedarf für Kühlung und macht das Wohnen und Arbeiten im Gebäude wesentlich angenehmer. Es braucht mehrere Maßnahmen und bewusste Entscheidungen in Design, Beschaffung und Planung zur Verbesserung.

Kompetenz, die jetzt gebraucht wird

Europa erwärmt sich laut EU-Klimawandeldienst Copernicus schneller als jeder andere bewohnte Kontinent. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell Unternehmen handeln. „Es reicht nicht mehr aus, abzuwarten, was seitens Gesellschaft oder Politik unternommen wird – es geht darum, dass wir alle jetzt unsere persönliche Verantwortung und unsere individuellen Beiträge erkennen und entschlossen handeln", so DI Axel Dick, MSc, Prokurist Business Development Umwelt & Energie, CSR bei Quality Austria und Circular Globe-Projektmitglied.

Die Circular Globe Lehrgangsreihe, entwickelt von Quality Austria gemeinsam mit der Schweizer SQS, bietet genau dieses Handlungswissen: Teilnehmende lernen, wie sie Kreislaufprinzipien in die Praxis übersetzen, den eigenen Betrieb realistisch einschätzen und konkrete Schritte zur Transformation einleiten. Klimaschutz ist dabei kein Nebenthema – er ist inhärenter Bestandteil jedes zirkulären Ansatzes.

Die runde Antwort auf ein heißes Problem

Die Hitzewelle wird vergehen. Die strukturellen Fragen bleiben. Mit jedem Sommer, der Rekorde bricht, wird deutlicher: Klimaschutz ist kein Luxusthema für gute Zeiten, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Kreislaufwirtschaft ist dabei kein Verzicht – sie ist ein Umbau: resilient statt fragil , ressourcenschonend statt zerstörerisch.

Kommen wir jetzt ins Tun – die nächste Hitzewelle kommt bestimmt!

Sie möchten aktiv zur Klimawende beitragen – und gleichzeitig Ihr Unternehmen fit für die Zukunft machen?

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