Was 2016 bringen wird

Foto: Georg Bursik Foto: Georg Bursik

Der Bau & Immobilien Report hat auch heuer wieder Branchenvertreter gebeten, einen Blick in die Glaskugel zu werfen. Lesen Sie hier ihre Einschätzungen, was das neue Jahr bringen wird.

 Georg Bursik,  Geschäftsführer Baumit Wopfinger

»Ich sehe 2016 positiv entgegen. Denn eines ist aufgrund des Zuzuges der Flüchtlinge sicher – es muss mehr gebaut werden. Wenn jährlich um die 40.000 Menschen nach Österreich kommen, brauchen wir zumindest 10.000 zusätzliche Wohneinheiten im mehrgeschoßigen Wohnbau. Daher wird es hier in den kommenden Jahren verstärkt um das Thema leistbares Bauen und Wohnen gehen. Der Einfamilienhausbau und die Sanierung werden auch im kommenden Jahr stabil bleiben. Zwar war wegen der vergangenen milden Winter und der niedrigen Energiekosten die Nachfrage nach Wärmedämmung rückläufig, aber das ändert sich wieder. Viele Leute sparen heute, weil sie fürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Um die Wirtschaft – und damit auch die Bauwirtschaft – anzukurbeln, ist es wichtig, dass die Menschen wieder ein Gefühl von Optimismus und Sicherheit entwickeln. Hier ist die Politik gefordert. Die Menschen brauchen wieder Hoffnung.«


 Robert Staufer-Wierl, Geschäftsführer ib-data GmbH

»Dank einem erfolgreichen gegenwärtigen Geschäftsjahr starten wir auch sehr zuversichtlich in das Jahr 2016. Im Bereich Baumanagement werden zentrale Themen wie zum Beispiel der geplante forcierte Einsatz des Bestbieterprinzips den Ausschreiber für öffentliche Projekte fordern. ABK bietet dafür eine bewährte Lösung an, die nun neu mit ökologischen  Kennwerten verknüpft werden kann. Absehbar ist auch, dass die rasanten Entwicklungen aus dem vielfach lancierten Themenkomplex BIM Änderungen im Erstellungsprozess von Leistungsverzeichnissen hervorrufen werden. Dabei gilt es, die sich bietenden Potenziale mit ABK intelligent zu verknüpfen. Unseren persönlichen Meilenstein setzen wir 2016 mit der Programmrelease von ABK8 mit modernem Design und neuen Funktionen nach ÖNORM A2063:2015. Wir freuen uns bereits auf diese und alle weiteren Herausforderungen, die 2016 mit sich bringen wird.«


 Clemens Demacsek, Geschäftsführer der GPH


Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass uns der Klimawandel von Jahr zu Jahr mehr kostet. Neben Tier- und Pflanzenwelt leiden bereits die Landwirtschaft und der Tourismus. Während unser Herr Finanzminister seinen Verwaltungsapparat für die Steuerkontrolle aufrüstet, werden im Gegenzug Fördermittel für den Sanierscheck gestrichen – von 100 Mio. Euro im Jahr 2014 auf weniger als 50 Mio. Euro im kommenden Jahr. Und das, obwohl mehrfach belegt ist, dass jeder Förder-Euro in der Sanierung zumindest sechsfach zurückfließt. Heuer langten Förderanträge mit einem Investitionsvolumen von 570 Mio. Euro ein. Ganz nebenbei konnten damit 18,3 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden. So viel ist sicher: Beim Sanierscheck wird am falschen Fleck gespart!«


 Alexander Schwörer, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb Peri GmbH

Wir erwarten für 2016 ein gutes Marktumfeld und moderates Wachstum. Faktoren wie der niedrige Ölpreis bewirken zwar Zurückhaltung bei Investitionen und in einigen Ländern einen harten Preiskampf. Dennoch treiben die nach wie vor niedrigen Zinsen und der hohe Bedarf an Wohn-, Industrie- und Infrastrukturbauten unseren Markt. Im Fokus steht für uns im kommenden Jahr selbstverständlich die bauma. Wir präsentieren im April 2016 in München zahlreiche Weiterentwicklungen und Innovationen in der Schalungs- und Gerüsttechnik. Auch im Bereich unserer begleitenden Dienstleistungen und Services entsteht stetig Neues, unter anderem integrieren wir den Ansatz des Building Information Modelling (BIM) immer stärker in die Schalungs- und Gerüstplanung, um die Prozesse auf den Baustellen noch effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten. Die Besucher können also gespannt sein – wir freuen uns schon jetzt auf spannende Tage mit Kunden und Interessenten aus aller Welt.«


Roland Hebbel, Geschäftsführer Steinbacher Dämmstoffe

»Ich befürchte, an der allgemein schwierigen Marktsituation wird sich auch im neuen Jahr nichts ändern. Es bräuchte handfeste Taten seitens der Politik, um die Konjunktur am Bausektor anzukurbeln. Wir lassen uns davon aber nicht entmutigen, sondern werden weiterhin in neue Steinbacher-Produkte und neue technische Anlagen an unserem Hauptstandort investieren. Zudem planen wir, interne Prozesse noch weiter zu optimieren. Somit sind wir in jeder Hinsicht bestens gerüstet – was die Zukunft auch bringt.«


Simon Rümmele, Vorstand Kommunikation ÖFHF

»Die von DI Dr. Helmut Floegl geleitete und vor kurzem abgeschlossene Studie der Donau-Universität Krems zur Analyse der Lebenszykluskosten verifiziert unsere seit Jahren gemachten Erfahrungen: Erstmals ist wissenschaftlich erwiesen, dass vorgehängt hinterlüftete Fassaden (VHF) verglichen mit den vermeintlich günstigeren WDVS bereits bei kleinen Sanierungen und erst recht bei Betrachtung der Lebenszykluskosten von Gebäuden attraktiver sind. Der ÖFHF wird 2016 die Themenführerschaft weiter bekräftigen und über die markanten Vorteile – etwa ökologische Aspekte – berichten. Thermische Sanierungen und hochwertig gedämmte Fassaden im Neubau sind mit VHF bauphysikalisch optimal zu realisieren. Investoren, Planer und Bauherren wissen immer mehr diese und gestalterische Vorzüge der VHF zu schätzen.«


Oliver Hilpert, Direktor Neuanlagen - Schindler Aufzüge und Fahrtreppen GmbH

»Wir blicken positiv in die Zukunft und sind optimistisch, die erfolgreiche Entwicklung von 2015 fortzusetzen. Die Nachfrage ist gegeben und der Markt schätzt unsere hervorragenden Produkte, die vom Wohnbau bis zum hochtechnisierten Bürokomplex alle Segmente abdecken. Die Kunden erkennen unsere Einsatzbereitschaft an: Die ›Extra-Meile‹ zu gehen, ist der Garant für ein erfolgreiches Jahr 2016. Des Weiteren ist Schindler im Bereich innovativer Systeme führend: Beispielhaft ist unsere Kooperation mit Apple oder das intelligente Traffic Management System PORT.«


Friedrich Mozelt, Vorsitzender der Geschäftsführung Zeppelin Österreich

»Für 2016 erwarten wir eine stabile Entwicklung des Baumaschinenmarktes, jedoch definitiv kein Wachstum. Der Anteil an Kompaktgeräten steigt weiter. Dies hat uns auch bewogen, heuer die Marken Thwaites und Schäffer in unser Vertriebsprogramm aufzunehmen. Durch die BAUMA 2016 erwarten wir einen verschobenen Investitionszeitraum, der eher im ersten Halbjahr liegen wird. Wir sind für dieses Messe-Highlight bestens gerüstet. Neben unseren attraktiven Finanzierungsangeboten werden wir auch eine Reihe von neuen Produkten vorstellen. Die Wirtschaftlichkeit und der Fahrkomfort stehen dabei im Mittelpunkt der Messeschau. Neben den innovativen Geräten ist unsere Servicekompetenz ein sehr wichtiges Argument, weshalb sich Kunden für Produkte aus dem Haus Zeppelin entscheiden. Wir werden daher im Jänner eine weitere Ausbaustufe vorstellen, die unsere Zuverlässigkeit und Stärke im Service zeigen wird.«


Bernhard Mucherl, Vorstand Murexin AG

»In Österreich erwarten wir einen stabilen Markt in der Baubranche, große Sprünge weder nach oben noch nach unten sehen wir derzeit nicht. Gleichzeitig beobachten wir, wie schon in der Vergangenheit in derartigen Marktsituationen, dass die Preisaggressivität der Lieferanten zunimmt. Den Markt der privaten Sanierungen sehen wir derzeit bis zu einem gewissen Grad als erschöpft an, wünschenswert in diesem Bereich wären verstärkte Anreize seitens der Bundesregierung – Stichwort Handwerkerbonus. Rückläufig sehen wir auch die Anzahl der Großprojekte, ob auf kommunaler Ebene Projekte hier einen Ausgleich schaffen, bleibt abzuwarten. Den begonnenen Aufschwung in Osteuropa sehen wir auch für die nächsten Jahre – nach sehr niedrigem Niveau in der Vergangenheit wird wieder mehr gebaut und saniert.«


Gerhard Schenk, Geschäftsführer HSG Zander

»Das Jahr 2016 wird sich aus meiner Sicht nicht wesentlich vom Jahr 2015 unterscheiden. Ich erwarte auch 2016 keine nennenswerten Initiativen der Regierung zur Wiedererlangung der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs. Die Themenkreise Überregulierung und Arbeitszeitgesetzgebung sind nach wie vor nicht dazu geeignet, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, und so steht zu befürchten, dass wir im internationalen Ranking absinken werden, was sich natürlich auch auf die vielgelobten österreichischen Sozialstandards auswirken wird, die ebenfalls sinken werden. Alles in allem eine Spirale nach unten. So bleibt nur zu wünschen, dass es anders kommen möge!«


Josef Janisch, Vorstand cellent AG Österreich

»2016 wird sich der Trend zur Digitalisierung in der Baubranche weiter fortsetzen. Ausschlaggebend dafür sind die Herausforderungen, denen sich alle Bauunternehmen stellen müssen: Effizienz, Kostenkontrolle und Wettbewerbsfähigkeit. Als IT-Dienstleister für die Baubranche wissen wir, dass z.B. mit Prozessoptimierung und Baufortschritts-Monitoring in Echtzeit viel Geld gespart werden kann – vorausgesetzt, das IT-Tool ist leicht zu bedienen und die Mitarbeiter sehen einen Nutzen darin. Über kurz oder lang wird Building Information Modeling (BIM) auch in Österreich Voraussetzung für die Teilnahme an Ausschreibungen sein. Eine gute Vorbereitung wird letztlich erfolgsentscheidend sein.«


Helmut Oberndorfer, Geschäftsführer der Franz Oberndorfer GmbH & Co KG

»2015 konnten wir großartige Aufträge abwickeln. Neben tollen Projekten von zahlreichen Stammkunden, die seit Jahren auf und mit Oberndorfer bauen, brachte uns das Allianz Stadion in Wien Hütteldorf eine sehr gute Auslastung und gleichzeitig auch Herausforderung für unsere Mitarbeiter. Wir sehen dem Jahr 2016 positiv entgegen und sind guter Dinge, dass wir auch im nächsten Jahr wieder eine gute Auslastung erreichen werden. Wir arbeiten bereits an Aufträgen, die über den Jahreswechsel reichen, somit ist ein guter Start bereits jetzt garantiert.« 


Alfred Leitner, Branchenmanager Bau Quality Austria

»Die Bedeutung von Energieeffizienz, Energiemanagement, umweltgerechtem  bzw. ökologischem und damit nachhaltigem Bauen unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus wird noch wesentlich mehr an Bedeutung gewinnen.  Initiativen  wie  IG Lebenszyklus Hochbau zeigen bereits Wirkung.  Andere Initiativen wie z.B. Faire Vergabe und Kooperative Projektabwicklung wiederum versuchen, die derzeit viel zu stark auf Eigennutz ausgerichteten Interessen jedes einzelnen Bauprojektbeteiligten  in Richtung Gemeinnutz (für das Bauprojekt) zu lenken.  Um diese Initiativen auch tatsächlich auf den Boden zu bringen, ist es nun erforderlich, dass in den einzelnen Organisationen aller am Bau Beteiligten entsprechend wirksame Integrierte Managementsysteme etabliert und von unabhängiger Seite zertifiziert werden.«

Last modified onMontag, 04 Januar 2016 11:04
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