Samstag, Juli 20, 2024

Nach der Corona-Pause und der Rückkehr ins Büro ist professionelles Facility Management wieder gefragt: So verzeichnete Serviceanbieter ISS Österreich 2022 den höchsten Umsatz seit Gründung. In Zukunft will das Unternehmen vermehrt auf technische Services, Effizienz und Nachhaltigkeit setzen.

Mit 308 Millionen Euro Umsatz sprengt ISS den eigenen Rekord. Das Geschäft laufe gut, bestätigt Österreich - CFO Erwin Schreiblehner: „ISS ist ein starker Anbieter in einer krisensicheren Branche.“ Mit den Erfolgen im vergangenen Geschäftsjahr - 12 Prozent organischem Wachstum, einer EBITA-Marge von über 5 Prozent  und einer Eigenkapitalquote von rund 27 Prozent - liege man deutlich über dem Branchenschnitt. Im Jahr 2025 rechnet Schreiblehner mit 400 Millionen Euro Umsatz.

Die starke positive Entwicklung sei in erster Linie auf eine generelle Erholung der Wirtschaft nach der Pandemie - insbesondere durch wiederaufgenommene Reisetätigkeiten, auf inflationsbedingte Preiserhöhungen, aber auch auf die verstärkten Vertriebsaktivitäten zurückzuführen. Besonders im Gesundheitsbereich (+ 15 Prozent) und in der Flugbranche (+117 Prozent) habe sich der Umsatz kontinuierlich positiv entwickelt. Auch die anderen strategischen Kundensegmente wie Industrie (Produktion und Pharma) und sonstige private Unternehmen sowie die öffentlichen Hand wuchsen überdurchschnittlich bezogen auf den österreichischen Facility Management Markt.

CFO Erwin Schreiblehner: „ISS ist ein starker Anbieter in einer krisensicheren Branche.“

„Insbesondere in den Core-Services: Reinigung, Gebäudetechnik und Mitarbeiterverpflegung sehen wir ein weiterhin profitables Wachstum“, erklärt Schreiblehner. In der Reinigung sei man „top aufgestellt“, in den weiteren Aufbau der Gebäudetechnik wolle man in den nächsten Jahren stark investieren und im Bereich Food Services nachhaltig und kontinuierlich wachsen.

Integrierte Vertragsmodelle für Key Accounts

Einer der großen Trends der Branche sei die Bündelung und das Outsourcing von Dienstleistungen. Der Angebotsumfang nehme dabei deutlich zu und werde immer vielfältiger. „Unsere Kunden wollen sich auf ihre Kernprozesse konzentrieren, dafür brauchen sie breit aufgestellte und verlässliche Partner“, betont Erich Steinreiber, CEO von ISS Österreich. „Facility Services sind mittlerweile wesentlich für den Geschäftserfolg. Unter anderem aufgrund der immer weniger planbaren Einflüsse von außen gilt es umso mehr, Standorte und Immobilien so effizient wie möglich zu betreiben“, zeigt er sich überzeugt. Künftig will ISS den Bereich Integrierte Facility Services bei bestehenden und potenziellen Key Accounts darum intensiv erweitern.

Eine Kundenbefragung habe zudem gezeigt, dass neben Qualität auch der Einsatz neuer, unterstützender Technologien - Stichwort Digitalisierung - und Nachhaltigkeit in allen Bereichen, im Idealfall aus einer Hand, künftig zu den wesentlichen Ausschreibungskriterien zählen werden. Der Preis werde dabei immer unbedeutender. „Erfahrene Multidienstleister werden künftig den Markt dominieren. Mit individuellen, auf den Kunden flexibel zugeschnittenen, integrierten und langfristig ausgerichteten Vertragskonzepten verfügen wir hier über einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil“, hält Steinreiber fest.

Laut ISS Österreich CEO Erich Steinreiber entwickeln sich Facility Services laufend und deutlich schneller als in der Vergangenheit weiter - weswegen auch die eigene Weiterentwicklung ein wichtiger Erfolgsfaktor sei.

Auch bei Themen wie Nachhaltigkeit und ESG, die aufgrund der EU-Regulierungen heute besonders wichtig in der Immobilienbewirtschaftung sind, können Anbieter ihre Kunden unterstützen, etwa in der Entwicklung von entsprechenden Konzepten und der gemeinsamen Implementierung. Der CEO erklärt: „Wir sind zunehmend als Berater – von der Gestaltung neuer Arbeitswelten über den Materialeinsatz schon bei der Gebäudeplanung bis hin zum Energieeffizienz-Management gefordert.“

Mensch im Mittelpunkt

Künftig wird die reine Erbringung von Facility Services durch persönliche Nutzererfahrungen der Menschen, wie etwa Wohlbefinden, Sicher-, Gesund- und Zufriedenheit, aber auch Motivation und Leistungsfreude abgelöst. Das gelte auch für die eigenen Mitarbeitenden: „Bei allen Innovationen wird der Mensch in der Branche weiterhin an erster Stelle stehen“, betont Steinreiber, „beides wird nur in Kombination funktionieren. Unsere Mitarbeitenden werden noch lange nicht durch Technik ersetzt werden.“ Deshalb sei es ein wesentliches Ziel, die eigene Mitarbeiterschaft weiterhin aufzubauen und langfristig zu halten. Durch die zunehmende Digitalisierung der Branche gehören dazu in Zukunft auch IT-Expert*innen.

Mit zunehmendem Einsatz von Gebäudetechnik und Automatisierung von Immobilien steigt auch deren Effizienz - und der Bedarf an gut ausgebildetem Personal. (Bild: ISS Österreich/ Gorodenkoff Productions OU)

Weltweit arbeitet ISS an digitalen Lösungen, beispielsweise in der Energieverbrauchs-Analyse oder in der Sensortechnik. Mit Gebäudedaten zu arbeiten, gehört bereits zum integralen Kerngeschäft. Hier profitiert ISS vor allem von den vielen Entwicklungen und Pilot-Projekten der globalen Gruppe. Visionen, wie die Nutzung von Drohnen zur Reinigung oder für die Überwachung von Gebäuden oder der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Automatisierung von Anwendungen, werden immer öfter auch tatsächlich umgesetzt. Dennoch bleibe man bei aller Weiterentwicklung der Technologie in den Bereichen Reinigung und Food Services ein nur bedingt fortschrittliches Business. „Wir verstehen hier Innovation neben Robotik vor allem als Weiterentwicklung in Form von Ausbildung“, so Erich Steinreiber.

Nachhaltigkeit

Nicht nur in Bezug auf die eigenen Kunden beschäftigt sich ISS mit Nachhaltigkeit, auch im eigenen Unternehmen wird stettig daran gearbeitet. So wurde vergangenes Jahr an allen großen österreichischen Standorten ein umfassendes Mobilitätskonzept eingeführt, momenatan arbeitet man an einem Recycling-Projekt für Arbeitsbekleidung. Gereinigt wird schon länger chemikalienfrei auf Basis von pflanzlichen Rohstoffen oder mittels ionisiertem Wasser und einem reduzierten Wasserverbrauch. Im Bereich der Food Services versucht man Nachhaltigkeit im erweitereten Angebot - Bio-Produkte und vegane Gerichte - und durch die Reduktion von Abfällen umzusetzen.

(Bilder: ISS Österreich)

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