Samstag, Mai 21, 2022

Die alljährliche Umfrage des Bau & Immobilien Reports zeigt, welche CAD- und AVA-Programme in den heimischen Bauunternehmen tatsächlich zum Einsatz kommen und welche Rolle Building Information Modeling (BIM) im beruflichen Alltag heute schon spielt. Dabei zeigt sich, dass BIM nach wie vor einen schweren Stand hat. Zwar glauben zwei von drei Bauunternehmen, dass BIM das Planen und Bauen in Zukunft besser machen wird, aber nur bei einem Viertel spielt BIM heute schon eine Rolle.

Der Bau & Immobilien Report hat auch heuer wieder die österreichischen Bauunternehmen befragt, mit welchen CAD- und AVA-Programmen sie arbeiten. Bei der Planungssoftware setzt knapp ein Viertel der in diesem Jahr befragten 107 Bauunternehmen auf ArchiCAD, gefolgt von Allplan mit 21,3 % und AutoCAD mit 17,2 %. Eindeutiger sind die Verhältnisse bei der AVA-Software. Hier kann sich auch in diesem Jahr Auer Success (24,3 %) mit Respektabstand den ersten Platz sichern, gefolgt von RIB iTWO mit 13,1 %. Auf Platz drei folgt mit dem Auer Sucess-Nachfolger Success X (12,2 %) ein weiteres Produkt aus dem Hause Nevaris. 



BIM: Zukunftsthema mit Startschwierigkeiten

Zu BIM scheinen die österreichischen Bauunternehmen weiterhin ein etwas gespaltenes Verhältnis zu haben. Bei über 40 Prozent der 107 befragten Unternehmen spielt BIM noch gar keine Rolle, für weitere knapp 32 % nur eine kleine Rolle. Nur bei einem Viertel spielt BIM heute eine »sehr große« oder »eher große« Rolle. Das sollte sich in Zukunft ändern. Nur noch knapp drei Prozent gehen in diesem Jahr davon aus, dass BIM auch in Zukunft keine Rolle spielen wird, aber 70 % rechnen mit einer »sehr großen« oder »eher großen« Rolle.

Für die BIM-Implementierung im eigenen Unternehmen sehen die Unternehmen noch zahlreiche Hürden. Am häufigsten (50 %) wird in einer gestützten Abfrage weiterhin das nicht genügend ausgebildete Personal und fehlendes Know-how genannt. Fast ebenso viel (47 %) sehen BIM als ungeeignet für den eigenen Betrieb oder scheuen den finanziellen Aufwand (40 %). Auch die technologische Komplexität schreckt mehr als ein Drittel der Unternehmen ab, mehr als ein Fünftel der Unternehmen attestiert BIM eine schlechte Kosten-Nutzen-Rechnung. 



Schwarz oder weiß

Erstmals hat der Bau & Immobilien Report in diesem Jahr den 107 befragten Bauunternehmen acht klassische Entscheidungsfragen gestellt, mit interessanten Ergebnissen. Zwar gehen zwei Drittel der Unternehmen davon aus, dass BIM das Planen und Bauen in Zukunft besser machen wird, aber fast die Hälfte findet das Thema dennoch überschätzt. Komplett ausgeglichen ist die Frage, ob Unternehmen in Zukunft noch wettbewerbsfähig sein können, wenn sie auf BIM verzichten. Unsicher sind sich die befragten Unternehmen auch, ob die verschiedenen BIM-Initiativen in Österreich zum Wohle der Branche arbeiten oder doch in erster Linie Eigeninteressen verfolgen. Hartnäckig hält sich die Überzeugung, dass BIM vor allem für große Unternehmen relevant ist.


Umfragedesign

Für die vorliegenden Ergebnisse hat der Bau & Immobilien Report 107 Bauunternehmen mittels Online-Fragebogen und Telefoninterviews befragt. 

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