Montag, Oktober 03, 2022

Auch heuer hat der Bau & Immobilien Report wieder führende Bauunternehmen des Landes nach ihren nationalen Vorzeigeprojekten gefragt. Dieses Mal führt die virtuelle Baustellentour quer durch Österreich mit einem kurzen Abstecher nach München.

Dywidag: Bürogebäude Karl-Hammerschmidt-Straße (D) (Titelbild)

In der Karl-Hammerschmidt-Straße 1, 3 und 5 in München errichtet Dywidag als Generalunternehmer in Arbeitsgemeinschaft ein Bürogebäude mit sechs Stockwerken und einer Tiefgarage. Der Baukörper wird auf einer Länge von 140 m errichtet und ist 26 m breit sowie 22 m hoch. Darin werden 33 Büroeinheiten sowie eine Gaststätte entstehen.

Die Erschließung erfolgt über außenliegende Kaskadentreppen. Sieben offene Decks aus Sichtbeton werden von drei Service-Kernen gegliedert. Eine Glasfassade bringt viel Licht in die Räume. Von einer Freitreppe hat man freien Blick über die Münchner Skyline. Auf der Dachterrasse werden Sportanlagen entstehen. Zur Infrastruktur für die künftigen Nutzer*innen gehören auch eine eigene Tiefgarage mit rund 200 Stellplätzen sowie eine Gaststätte.

Auftraggeber: Euroboden Karl-Hammerschmidt-Straße GmbH
Architektur: Sacher GmbH Ingenieure & Sachverständige
Baubeginn: September 2020
Geplante Fertigstellung: Sommer 2022
Bruttogeschoßfläche: 13.200 m²
Betonkubatur: 10.800 m³
Umbauter Raum: 51.000 m³
Auftragsvolumen: k.A.

Habau: K7 Appartements und Bootshaus (Gmunden)

In der Gmundner Kösslmühlgasse direkt an der Traun errichtet Habau auf einer Fläche von 1.750 Quadratmetern 16 Luxus-Appartements inklusive Tiefgarage und Bootshaus. Als erste Maßnahme wurde ca. 1,5 Kilometer flussabwärts eine eigene Schiffsanlegestelle samt Lagerplatz errichtet, um die Baustelle versorgen zu können. Neben sämtlichen Materialtransporten waren der Transport der 40-Tonnen-Bagger, das 70 Tonnen schwere Bohrpfahlgerät sowie der Transport und das Aufstellen des Baustellenkrans eine enorme Herausforderung. Die umfangreiche Baugrubensicherung erfolgte mit bis zu 24 Meter langen und 90 Zentimeter Durchmesser starken Bohrpfählen sowie einer Spritzbetonnagelwand. Die Pfähle wurden permanent rückverankert, indem bis zu 27 Meter lange Anker mittels Bohrung in den Hang getrieben wurden.

Für die Tiefgründung des späteren Bootshauses bzw. der Luxus-Appartements, wurden nach Fertigstellung des Aushubes rund 130 duktile Pfähle ins Erdreich getrieben. Der Beton für den Rohbau wird mit einer Betonpumpe von der Traunbrücke aus über eine rund 200 Meter lange Stahlrohrleitung zur Baustelle gepumpt und von dort mit der stationären Betonpumpe am Baufeld verteilt.

Auftraggeber: MX Alpha GmbH
Baustart: Dezember 2020
Bauende: März 2023
Bebaute Fläche: 1.750 m²
Bootshaus: 1.000 m2
Wohneinheiten: 16 
Auftragsvolumen: 8,9 Mio. EUR

Implenia: Semmering-Basistunnel (Semmering)

Seit einigen Jahren führt Implenia im Auftrag der ÖBB die ARGEn »Tunnel Gloggnitz – SBT 1.1« (mit Hochtief und Thyssen) und »Tunnel Fröschnitzgraben – SBT 2.1« (mit Swietelsky). Die beiden Baulose sind das Herzstück des geplanten 27,3 km langen Semmering-Basistunnels. Der Bahntunnel ist aktuell eines der wichtigsten Infrastruktur-Grossprojekte im Herzen Europas und Teil der neuen österreichischen Südbahn, die als zentrale Achse auf der transeuropäischen Route von der Ostsee an die Adria führt.

Der Vortrieb für die beiden eingleisigen Tunnelröhren erfolgt sowohl im Bagger- und Sprengvortrieb als auch mittels Tunnelbohrmaschinen (TBM). Interessant sind insbesondere die logistischen und baubetrieblichen Herausforderungen, bedingt durch die engen Verhältnisse unter Tage. Nach der geplanten Fertigstellung der beiden Baulose in den Jahren 2024 bzw. 2025 soll 2028 die Eröffnung des Semmering-Basistunnels erfolgen.

Auftraggeber: ÖBB
Bauzeit: 2014–2024
Fertigstellung: 2028
Länge: 27,3 Kilometer
Auftragsvolumen: 1.083 Mio. EUR

Hochtief: Ausbau der Wiener U-Bahn (Wien)

Hochtief baut als Teil der Arge U2xU5 Rathaus / Frankhplatz das Wiener U-Bahn-Netz aus. Das erste Baulos U2/22 umfasst den Neu- und Umbau der bestehenden U2-Station Rathaus als Linienkreuz mit der neuen Linie U5. Dabei werden rund 30 Meter tiefe Stationsschächte sowie zwei circa 1.200 Meter lange, eingleisige U-Bahn-Tunnel einschließlich Gleisbau errichtet. Die beiden Tunnel werden im zyklischen Vortrieb gemäß Neuer Österreichischer Tunnelbaumethode (NÖT) ausgeführt.

Das zweite Baulos betrifft den unmittelbar anschließenden Bauabschnitt U5/2 Frankhplatz und umfasst den Neubau einer U-Bahn-Station im Universitätsviertel und zwei circa 600 Meter lange eingleisige U-Bahn-Tunnel zwischen Rathaus und Frankhplatz. Um die Auswirkungen auf den innerstädtischen Verkehr möglichst gering zu halten, werden der Stationsschacht und die oberflächennahen Tunnelröhren weitgehend in Deckelbauweise hergestellt. Gebäude werden mittels NÖT unterfahren. In der ersten Ausbaustufe wird die neue U5 die bisherige Strecke der U2 von der Station Karlsplatz bis zum neuen Umsteigeknotenpunkt Rathaus übernehmen und bis zur vorläufigen Endstation Frankhplatz fahren.

Auftraggeber: Wiener Linien 
Baubeginn: 2021
Bauende: 2028
Tunnellänge: 1,8 km
Auftragsvolumen (Hochtief): 80,5 Mio. EUR

Jäger Bau: Kraftwerk Obervellach II (Mölltal)

Die Jäger Bau GmbH ist gemeinsam mit den ARGE-Partnern ÖSTU-STETTIN und Bilfinger Industrial Services im Auftrag der ÖBB an der Neuerrichtung des Kraftwerks Obervellach II im Kärntner Mölltal beteiligt. Die jährliche Energieproduktion beträgt circa 125 Gigawattstunden, was in etwa 30.000 Railjetfahrten von Villach nach Wien entspricht.

Zu den wesentlichen Bauleistungen zählen die Errichtung eines knapp vier Kilometer langen Triebwasserstollens, ein Speicherstollen mit einem Nutzinhalt von 60.000 m³ und einer Länge von 580 Metern, zwei Schrägstollen mit in Summe 200 Metern Länge sowie eines 180 Meter langen Zufahrtstollens samt Apparatekammer. Zusätzlich werden neben dem Krafthaus mit zwei Peltonturbinen ein Ausgleichsbecken mit einem Nutzinhalt von 60.000 m³, eine 1.600 Meter lange Druckrohrleitung aus Stahl mit einem Durchmesser von 1.800 mm, mehrere Wasserfassungen sowie ein Kleinwasserkraftwerk errichtet.

Auftraggeber: ÖBB Infrastruktur AG
Baubeginn: Oktober 2020
Bauende: Juni 2023
Auftragsvolumen (ARGE): 112 Mio. EUR

Leyrer + Graf: Kläranlage Berglandmilch (Aschbach-Markt)

Für die Firma Berglandmilch errichtet Leyrer + Graf in Aschbach-Markt eine neue vollbiologische Abwasserreinigungsanlage als Ersatz für die bestehende Kläranlage. Die neue Kläranlage mit einer Fläche von ca. 30.000 m² befindet sich aus platztechnischen Gründen im ca. 3 km entfernten Wirtschaftspark in Kematen an der Ybbs.

Für die infrastrukturelle Versorgung erfolgte ein umfangreicher Leitungsbau in einer Gesamtlänge von ca. 5 km zwischen der Molkerei, der Kläranlage und dem Umspannwerk Hausmening, bei welchem die Techniken des Pipeline-Baus angewendet wurden. Dabei war auch ein 3D-Bagger im Einsatz, denn beim Gefälle der Pumpdruckleitungen war ein Höhenunterschied von 3 mm auf 1 m zu erreichen. Um diese Vorgabe genauestens umzusetzen, wurde ein 3D-Modell verwendet. Im Zuge des Kläranlagen Neubaus wurden unter anderem drei Belebungsbecken, zwei Nachklärbecken und sieben weitere Rundbehälter in Spannbetonbauweise errichtet. Diese wurden mittels Gleitschalungsverfahren innerhalb von drei Wochen in einem durchgehenden Zwei-Schichtbetrieb gefertigt. Anfang des Jahres wurde ein 1.000 m² großes Betriebsgebäude errichtet und termingerecht für die maschinelle und elektrotechnische Ausrüstung übergeben.

Auftraggeber: Berglandmilch eGen
Baubeginn: Mai 2021
Fertigstellung: Juni 2022
Verbauter Beton: 10.000 m³
Verbauter Stahl: 1.000 t
Auftragsvolumen: ca. 12,5 Mio. EUR

Porr: Pumpspeicherwerk Limberg III (Kaprun)

In Kaprun errichtet die Porr derzeit in einer Arbeitsgemeinschaft mit Hinteregger, Marti Tunnel AG und Marti GmbH im Auftrag der Verbund Hydro GmbH das Pumpspeicherwerk Limberg III. Limberg III wird vollkommen unterirdisch zwischen den beiden bestehenden Speicherseen Mooserboden und Wasserfallboden errichtet. Ausgeführt werden unter anderem drei Kilometer Triebwerkstollen sowie Tunnel und Schächte über insgesamt 4,5 km. Das neue Pumpspeicherwerk ist besonders auf die Bedürfnisse der Energiewende zugeschnitten: Spezielle Maschinensätze werden in der Lage sein, hochflexibel auf den Bedarf an Ausgleichs- und Regelenergie im Netz zu reagieren. Sie garantieren so eine sichere und leistbare Stromversorgung. Ab der Fertigstellung 2025 wird Limberg III die Gesamtleistung der Kraftwerksgruppe Glockner-Kaprun um 480 MW erhöhen und so emissionsfreie Energie aus den Alpen liefern.

Auftraggeber: Verbund hydro power GmbH (vhp)
Baubeginn: April 2021
Fertigstellung: 2025
Länge Triebwerksstollen: 3 km
Auftragsvolumen (ARGE): 150 Mio. EUR

Rhomberg Bau: s’Bärahus (Feldkirch)

In Feldkirch errichtet Rhomberg Bau im Auftrag von CityOffice Feldkirch Development das erste, reine Holz-Bürogebäude aus seiner neuen Holzproduktreihe »office ZERO«. Damit bietet der Vorarlberger Baupionier seine nachhaltigen Gebäudekonzepte nun auch für Gewerbe und Industrie an: Auf Basis von industriell gefertigten Systembauteilen entstehen schnell wirtschaftliche sowie ressourcen- und umweltschonende Gebäude – schlüsselfertig und alles aus einer Hand. Die einzelnen Elemente des Bauteilkataloges sind so flexibel aufeinander abgestimmt, dass sie ein hohes Maß an planerischen Freiheiten gewähren. Zudem sorgt ein speziell für diese Zwecke entwickeltes statisches System mit einem einfachen Raster für freie und flexible Innenaufteilungen. Grundlage dafür ist eine integrale Planung – der gesamte Bauprozess wurde digitalisiert.

Auftraggeber: CityOffice Feldkirch Development GmbH
Baubeginn: Februar 2022
Fertigstellung: März 2023
Architektur: D2KP Architekten mbB, München
Nutzfläche: rund 2.800 m²
Auftragsvolumen: k.A.

Sedlak Bau: Erweiterung Pflegewohnhaus Hermann Glück Weg 1 (Wien)

Auf dem Gelände der ehemaligen Badener Bahn Remise in Meidling entsteht ein neues Wohnquartier. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Quartiers ist die Erweiterung des Pflegewohnhauses der Österreichischen Jungarbeiterbewegung ÖJAB für den Sedlak Bau verantwortlich zeichnet. Der zweiteilige Neubau beherbergt 181 Heimplätze, die unter der Verwendung von Fertig-Nasszellen und modernster Haustechnik in 21 Monaten Bauzeit errichtet werden. Der achtgeschossige Pflegeheim Neubau ist als zweihüftige, V-förmige Anlage angelegt, mit einem offenen, transparenten Erschließungskern als Verbindungselement.

Ein Trakt des geplanten Pflegeheimes grenzt direkt an das bestehende Heim und ersetzt einen alten Gebäudeteil, der abgerissen wird, der zweite Trakt wird auf der aufgelassenen Marx Meidlinger Straße errichtet. Vom zentralen Foyer mit Rezeption, Café und Verwaltung gelangt man auf der einen Seite in den Trakt A mit einer Wohngemeinschaft und auf der anderen Seite in den Trakt B mit Veranstaltungsräumen und einer Pflegeoase.

Auftraggeber: Österreichische Jungarbeiterbewegung
Baubeginn: Jänner 2021
Fertigstellung: September 2022
Heimplätze: 181
Auftragsvolumen: k.A.

Strabag: Generalsanierung der Piste am Flughafen Innsbruck (Innsbruck)

Die 60 m breite und 2 km lange Start- und Landepiste wurde in den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts errichtet und danach lediglich mit neuen Deckschichten überasphaltiert. Die Strabag realisierte für 16,8 Mio. Euro nun die erste Komplettsanierung der Piste, inklusive Wendeköpfe und elektrischer Anlagen. Um natürliche Ressourcen zu schonen, wurde die Piste außerdem unter Verwendung des an Ort und Stelle abgetragenen und aufbereiteten Asphaltbelages hergestellt.

Teilweise wurde die Revitalisierung bei laufendem Flughafenbetrieb in Nachtschichten umgesetzt, zum Teil arbeitete die Strabag während einer vierwöchigen Sperre des Flughafens. Beim Auftragen der finalen Deckschicht waren sechs Großfertiger und vier Beschicker gleichzeitig im Einsatz. Bedient wurden die Geräte von 70 Spezialistinnen und Spezialisten für Asphalteinbau. Parallel dazu lieferten 55 LWKs permanent Asphalt von drei Mischanlagen an. Die Strabag konnte dieses Projekt ohne ARGE-Partner und innerhalb des Zeitplans umsetzen.

Auftraggeber: Tiroler Flughafengesellschaft m.b.H.
Baubeginn: März 2021
Fertigstellung: Oktober 2021
Maße: Breite 60 m, Länge 2 km
Auftragsvolumen: 16,8 Mio. EUR

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