Mittwoch, August 17, 2022
Bahnhöfe, Straßen, Unis - die wichtigsten Projekte der großen Drei

Ein Streifzug über die wichtigsten Baustellen von Asfinag, BIG und ÖBB. Zusammengestellt von Bernd Affenzeller.

Eine gut funktionierende Infrastruktur ist Lebensader und Rückgrat jedes Wirtschaftsraumes. Gerade in Krisenzeiten sind Investitionen in die Infrastruktur auch ein wichtiges Instrument zur Konjunkturbelebung. Deshalb steckt die öffentliche Hand auch 2022 viel Geld in den Ausbau und die Sanierung der baulichen Infrastruktur des Landes. 

Die geplanten Investitionen der großen Drei im Jahr 2022:
Asfinag: 1,1 Mrd. Euro - BIG (inkl. ARE): 1,24 Mrd. Euro - ÖBB: 3 Mrd. Euro 

Die Projekte der...

Asfinag

Generalerneuerung A 23 Südosttangente Wien: Abschnitt Hochstraße St. Marx 


Bei der seit 2020 laufenden General­erneuerung des drei Kilometer langen Tangentenabschnitts bringt die Asfinag die Brücken, Fahrbahnen sowie die komplette Straßenausrüstung wie Beleuchtung, Entwässerung oder Leitschienen auf den neuesten Stand der Technik. Zusätzlich werden auch alle Auf- und Abfahrten – insgesamt zehn – instand gesetzt. Für die rund 15.000 direkten Anrainer*innen baut die Asfinag einen neuen, bis zu fünf Meter hohen Lärmschutz. In die Hochstraße investiert die Asfinag rund 129 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für Ende 2022 geplant. 

Zahlen & Fakten
Baubeginn: März 2020
Geplante Gesamtfertigstellung: Ende 2022
Gesamtlänge: knapp 3 Kilometer
Gesamtkosten: 129 Mio. Euro

Sanierung A 7 Mühlkreisautobahn Linz: Abschnitt Voestbrücke bis Anschlussstelle Dornach

Die Errichtung von zwei Bypassbrücken (2018 bis 2020) stellte eine wesentliche Voraussetzung für die Umsetzung der im Februar 2022 beginnenden Sanierung der Linzer Voestbrücke dar. Dabei werden die bestehende Voestbrücke saniert sowie im anschließenden Abschnitt bis inklusive der Anschlussstelle Dornach die Entwässerung, der Straßenbelag und die Beleuchtung erneuert.

Weiters werden neue Gewässerschutzanlagen errichtet. Die Instandsetzung verfolgt damit die Ziele der Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Verbesserung des Umweltschutzes. Die Asfinag investiert 40 Millionen Euro in die Erneuerung der Infrastruktur der Linzer Stadtautobahn, die Gesamtfertigstellung ist für 2024 geplant.

Zahlen & Fakten
Baubeginn: Februar 2022
Geplante Gesamtfertigstellung: Mai 2024
Gesamtlänge: rund 3 Kilometer
Gesamtkosten: 40 Mio. Euro


Neubau S 7 Fürstenfelder Schnellstraße Riegersdorf – Staatsgrenze bei Heiligenkreuz



Bei der seit 2018 laufenden Errichtung der S 7 Fürstenfelder Schnellstraße hat die Asfinag mittlerweile die Halbzeit erreicht. Der knapp 15 Kilometer lange Abschnitt West ist zur Gänze in Bau, beim drei Kilometer langen Tunnel Rudersdorf als Herzstück wurde bereits mit dem Innenausbau begonnen. Beim 13,5 Kilometer langen Abschnitt Ost starten 2022 die letzten beiden großen Baulose, die Unterflurtrasse Königsdorf sowie der Freilandbereich bis zur ungarischen Grenze. Die Asfinag investiert in diese wichtige Verbindung knapp 800 Millionen Euro.

Zahlen & Fakten
Baubeginn: Mai 2015
Geplante Gesamtfertigstellung: Ende 2024
Gesamtlänge: 28,4 Kilometer
Gesamtkosten: ca. 800 Mio. Euro


BIG 

MED Campus Graz Modul 2



Mit dem MED Campus Graz errichten die Bundesimmobiliengesellschaft und die Medizinische Universität Graz eines der modernsten Zentren für medizinische Forschung und Lehre in Europa. Auf 90.000 Quadratmetern, die sich auf Modul 1, Modul 2 und die Anatomie verteilen, entsteht eine der größten Universitätsbauten Österreichs. Die BIG als Eigentümer und Bauherr investiert insgesamt über 400 Millionen Euro in den MED Campus Graz.

Modul 1 ist seit dem Wintersemester 2017 in Betrieb, Modul 2 und die Anatomie sind gerade in Bau. Modul 2 ist seit Frühjahr 2019 in Bau und entsteht in zwei Teilen östlich und westlich des Stiftingbachs. Eine imposante Brücke über das Stiftingtal verbindet die Bauteile, das Flachdach des Modul 2 ist begehbar und ergibt mit dem Campusplatz von Modul 1 eine große Freifläche mit einladenden Aufenthaltsbereichen und gastronomischem Angebot.

Ebenfalls von Riegler Riewe Architekten entworfen, orientiert sich das Modul 2 architektonisch am bestehenden Modul 1. Damit entsteht eine charakteristische bauliche Einheit, die den MED Campus zu einem weithin sichtbaren Landmark für die Medizinische Universität Graz innerhalb der Medical Science City macht. 

Zahlen & Fakten:
Baubeginn: Januar 2019
Fertigstellung: März 2022
Nettoraumfläche: 40.000 m²
Architektur: Riegler Riewe Architekten ZT GmbH
Investition: 190 Mio. Euro


Flugeinsatzstelle Wiener Neustadt 



In Wiener Neustadt errichtet die BIG auf dem Gelände des Cobra-Hauptquartiers eine neue Flugeinsatzstelle (FEST). Südlich der Bestandsgebäude entsteht ein knapp 6.250 m² großer zweigeschoßiger Zubau, in dem der Wartungsbetrieb, die Hubschrauberschule und die Flugeinsatzstelle ihren Platz finden. Die zentrale Erschließung über den barrierefreien Haupteingang erlaubt eine ungehinderte Kommunikation und die Nutzung von Synergien zwischen den drei Funktionen.

Eyecatcher des Neubaus ist die futuristisch anmutende Halle, in der unterschiedliche Hangars für die Hubschrauber untergebracht sind. Dahinter finden sich die Werkstätten und Lagerräume der Wartung, Lehrsäle der Flugschule und Büros der Flugeinsatzstelle. Im Obergeschoß finden weitere Büros und Umkleiden für die Pilot*innen Platz. Dem Flughangar ist der Landeplatz vorgelagert, neben dem auch Hubschrauberstellplätze mit Unterflurbetankung installiert werden. Für die Anreise mit dem PKW wird der Polizei ein Parkplatz mit 80 Stellplätzen errichtet.

Zahlen & Fakten:
Baubeginn: Februar 2021
Fertigstellung: Januar 2023
Architektur: ARGE Strixner & Jakubec
Investition: 22 Mio. Euro


Graz Center of Physics



Beim Graz Center of Physics handelt es sich um eines der größten Universitätsbauprojekte Österreichs. Es wird die Physik-Institute von Universität Graz und TU Graz an einem gemeinsamen Standort vereinen und entsteht bis 2030 am Campus der Uni Graz anstelle der heutigen Vorklinik. Der Startschuss für das Großprojekt fiel im Frühjahr 2021.

Im Architekturwettbewerb waren eine inspirierende und einladende Architektur für Lehre und Forschung sowie die städtebauliche Integration in die Umgebung gefordert. Gleichzeitig sollte eine Gesamtfläche von beachtlichen 50.000 Quadratmetern für bis zu 1.700 Studierende und 600 Mitarbeiter*innen von Uni Graz und TU Graz auf einer möglichst kleinen Grundfläche im dicht verbauten Grazer Innenstadtbezirk Geidorf organisiert werden.

Der siegreiche Entwurf des Architekturbüros fasch&fuchs.architekten umfasst sechs Ober- und zwei Untergeschoße. Das eindrucksvolle Foyer, charakteristisch für die Handschrift von fasch&fuchs.architekten, erstreckt sich über mehrere Stockwerke. Imposante Treppen und Verbindungsbrücken machen das Foyer zu einem räumlichen Erlebnis. Im dritten Stockwerk befindet sich die sogenannte Stadtterrasse, die auch von außen über zwei großzügige Freitreppen zugänglich ist. Hier wird ein Café mit Blick auf den Uhrturm eingerichtet, es gibt Seminar- und Lernflächen.

Die Stadtterrasse verbindet das Universitätsgebäude mit der Stadt und bildet gleichzeitig die Zäsur zum obersten Baukörper, der zurückspringt und damit das mächtige Volumen des Gebäudes relativiert. Beim Bau kommen spezielle Hohlkörperdecken zum Einsatz, die weniger Beton verbrauchen als herkömmliche Stahlbetondecken und zusätzlich über thermische Bauteilaktivierung zum Heizen und Kühlen genutzt werden können. Zur Energiegewinnung wird die Erdwärme genutzt. 

Zahlen & Fakten
Baubeginn: Herbst 2024
Fertigstellung: 2030
Architektur: fasch&fuchs.architekten
Investition: 313 Mio. Euro


ÖBB

Kraftwerk Tauernmoos 



Im Salzburger Stubachtal befinden sich vier ÖBB-Kraftwerke. In diesen werden rund 20 Prozent des für den Bahnbetrieb in Österreich benötigten Bahnstroms erzeugt. Das heißt, jeder fünfte Zug auf dem Streckennetz der ÖBB fährt mit elektrischer Energie aus dem Stubachtal.

Mit dem Ausbau der Kraftwerksgruppe um das Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos ist auch künftig eine effiziente Erzeugung von umweltfreundlichem Bahnstrom für eine nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität gewährleistet. Im Gegensatz zu herkömmlichen Speicherkraftwerken erlaubt das neue Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos, neben der Produktion von umweltfreundlichem Strom aus Wasserkraft auch große Mengen an Energie kostengünstig zu speichern und somit Leistungsspitzen im Bahnstromnetz optimiert abzudecken. So kann bei geringer Nachfrage überschüssiger Strom genutzt werden, um Wasser in das höher gelegene Speicherbecken zu pumpen und anschließend, bei erhöhter Nachfrage, wieder Bahnstrom zu erzeugen.

Zahlen & Fakten
Baubeginn: 2020
Bauende: 2025
Investition: ca. 300 Mio. Euro


Neues Mobilitätszentrum Lienz



Der Bahnhof Lienz wurde von März 2019 bis Anfang 2022 komplett modernisiert und barrierefrei umgebaut. Durch eine neue Geh- und Radwegunterführung unter den Gleisen wird das südliche Umland direkt an die Lienzer Innenstadt angebunden. Zusätzlich wurde eine neue Draubrücke gebaut, die auch als Zufahrt für eine neue Park-and-Ride-Anlage (144 Stellplätze) mit 150 Abstellplätzen für Fahrräder sowie für einen neuen Radverladebahnsteig und ein großes Radverleihzentrum im Süden des Bahnhofs dient.

Ein komplett neu gestalteter, überdachter Busbahnhof wurde direkt am Bahnhofsgebäude und dem Bahnsteig 1 errichtet. Damit wird die Vernetzung aller Verkehrsformen optimiert und ein völlig neues Mobilitätsangebot geschaffen, mit sehr starker Gewichtung in Richtung umweltfreundlicher Mobilitätsformen.

Auch das Bahnhofsgebäude wurde modernisiert und mit einem großzügigen Vordach aufgewertet. Im Erdgeschoß wurden alle kundenrelevanten Flächen untergebracht (wie Reisezentrum, WC-Anlagen), sowie auch Flächen an eine Trafik und ein Geschäft für Reiseproviant verpachtet. Der Vorplatz wurde völlig neu gegliedert. Ein Busbahnhof mit neun Busbuchten direkt am Bahnsteig 1 wurde geschaffen, am Dach wurde außerdem eine Photovoltaikanlage installiert.

Zahlen & Fakten:
Baubeginn: März 2019
Fertigstellung: Anfang 2022
Investition: ca. 35 Mio. Euro


Elektrifizierung und zweigleisiger Ausbau: Wien – Bratislava



Die Bahnstrecke Wien - Bratislava ist Teil der beiden transeuropäischen Korridore – des Baltisch-Adriatischen- und des Rhein-Donau-Korridors. Sie zählt somit zum von der Europäischen Union definierten Kernnetz. Entsprechend wichtig ist eine leistungsfähige Infrastruktur. Durch die laufende Elektrifizierung und die Zulegung eines zweiten Gleises schafft die ÖBB-Infrastruktur AG die Voraussetzungen für eine signifikante Fahrzeitverkürzung zwischen Wien und Bratislava und einen dichteren Zugverkehr.

Der Großteil der Eisenbahnkreuzungen gehört der Vergangenheit an. Die neuralgischen Punkte im Straßennetz weichen Unter- oder Überführungen. Alle Bahnhöfe entlang der Strecke erhalten zeitgemäßes Design und barrierefreie Ausstattung. Fahrgäste gelangen zum Zug, ohne eine Stufe überwinden zu müssen. Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Abstellplätze schaffen einen Anreiz zum Umstieg auf die Bahn. Durch die Elektrifizierung profitiert auch die Umwelt. Züge fahren ab Ende 2023 mit 100 Prozent grünem Bahnstrom.

Zahlen & Fakten:
Baubeginn: 2015
Bauende: 2025
Gesamtlänge: 37 km
Investition: rund 528 Mio. Euro

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